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Das Sakrileg und die Heiligen Frauen [Taschenbuch]

Walter-Jörg Langbein
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Auf den Spuren von Dan Brown Wahrheit oder Fiktion? Dan Browns "Sakrileg- Theorie" - neu interpretiert und fortgeführt.

Was ist der "Heilige Gral"? War Maria Magdalena Jesu Geliebte oder Ehefrau? Die Wahrheit ist versteckt im "Neuen Testament" und in verbotenen Bibeltexten. Walter-Jörg Langbein, renommierter Religionswissenschaftler, begibt sich auf die Spurensuche. Eine packende Lektüre - nicht nur für Dan-Brown-Liebhaber.

Über den Autor

Walter-Jörg Langbein, 1954 geboren, hat evangelische Theologie studiert, bevor er freier Autor wurde. Er hat zahlreiche Sachbücher zu den Themen Religion und Bibel geschrieben. Im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen von ihm: "Das Sakrileg und die heiligen Frauen" sowie "Lexikon der biblischen Irrtümer". Im Verlag Rütten & Loening legte er mit "Die Geheimnisse der sieben Weltreligionen" einen umfassenden Blick auf die großen Glaubensbekenntnisse vor.

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75 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wer Walter-Jörg Langbeins Buch liest, wird erstmals nach jahrzehntelangem Schweigen wieder mit der historischen Tatsache des weit vorchristlichen Matriarchats konfrontiert. In seiner analytischen Kritik zu Dan Brown's Buch: "Das Sakrileg" deckt er nicht nur oberflächliche und teils fehlerhafte Recherchen des Bestseller-Autors auf, sondern weist auch bewusst eingefügte Falschdarstellungen nach. Da ein solches Vorgehen zur "schriftstellerischen Freiheit" gehört, nur so können oft überhaupt Bestseller entstehen, ist ein Vorwurf an Dan Brown unangebracht. Viel interessanter und vor allem wichtiger an dem Buch Langbeins sind seine Richtigstellungen der missweisenden Ableitungen Browns historischer Ereignisse, sowohl aus der alt- und neutestamentarischen Darstellung als auch aus dem Wirken und Schaffen mittelalterlicher Gottesdiener und Künstlern der Renaissance.

Für Langbein spielt hier die Bedeutung des Matriarchats des vorpharaonischen Ägyptens, dessen religiöse Ausläufer sich in das alttestamentarische Israel verfolgen lassen, eine besondere Rolle. Was in Luthers Bibelübersetzung von 1545 verschwiegen, später (1912) aber wieder in den Übersetzungstext aufgenommen wurde, wirft für die christliche Kirche, auch ohne Bezug zu Browns "Sakrileg", ein schwerwiegendes Dilemma auf: ist die patriarchalisch monotheistische Richtung christlicher Glaubenslehre aufrecht zu erhalten, oder ist der -ebenfalls monotheistischen- Überlegung eines weiblichen Gottes Raum zu geben? Hieran schliesst sich die Frage: welchen Stellenwert nehmen Maria, als Mutter Jesu bzw. Maria Magdalena als Eheweib Jesu in der Hierarchie des Weltjenseitigen ein? Vor diesem Hintergrund scheint die Frage: gibt es den ominösen "da Vinci-Code", ja oder nein, bedeutungslos! Aus kunsthistorischer Sicht, und das belegt Langbein, gibt es ihn ebensowenig, wie das Lächeln der Mona Lisa Ausdruck höherer Verzückung ist. Jeder Spross alter florentinischer Familien weiss um das "Geheimnis dieses Lächelns": Mona Lisa kneift die Lippen zusammen, weil sie aufgrund einer damals weit verbreiteten Zahn- und Mundfäule aus dem Munde roch - gelinde ausgedrückt.

Doch zurück zum Matriarchat, den Heiligen Frauen und der Behandlung der Frage nach der "Menschlichkeit" Jesu auf der Grundlage der vier Basisevangelien des Neuen Testaments. Langbein weist Brown diesbezüglich absichtlich grobe Falschdarstellungen historisch belegter Ereignisse, so des Konzils von Nizäa unter Kaiser Konstantin nach, anlässlich dessen, so Brown, durch Konstantin festgelegt worden sein soll, was in den Kanon des Neuen Testaments an Belegen der absoluten Göttlichkeit Jesu aufgenommen werden musste und was strikt zu unterschlagen war. Hier sind es nicht nur die Richtigstellungen Langbeins, die das Buch so lesenswert machen, sondern auch die tatsächlichen historischen Abläufe, die er spannend darzustellen weiss. Gerade die vier Evangelien des NT belegen die Sichtweise ihrer Verfasser im Hinblick auf die göttlichen, aber auch sehr menschlichen Wesenszüge Jesu. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, auf alle im Buch erwähnten Einzelheiten der Entwicklung des NT einzugehen. Wichtig ist nur, dass es für jeden interessierten Leser ein Leitfaden für eigene Quellenforschungen sein kann, die auch die Überlegungen zu Jesu als Kopie des sumerischen Göttinnensohnes Tammuz einschliessen.

Langbein führt den Leser über etliche Repäsentantinnen göttlicher und irdischer Matriarchate, angefangen mit der Heiligen Maria von Guadalupe und den Heiligen Frauen der historischen Weltkulturen bis hin zu Maria Magdalena, Vertreterin eines nicht zur Existenzreife gelangten neuen Matriarchats. Hier allerdings begibt sich Langbein, sonst so argumentationssicher, in den Bereich der Spekulation. War Maria Magdalena eine Hure oder war sie es nicht? Wurden Jesus die Füsse von ein und derselben Maria Magdalena gesalbt, oder gab es etwa derer zwei? Auch wenn Lukas und Johannes ihr jeweils "eigenes" Evangelium protokollierten, so sprechen Deckungsgleichheiten, wie z.B. die der Fußsalbung, zugunsten übereinstimmender Beobachtungen an ein und demselben Subjekt. Hierüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass es zu Maria Magdalena und Maria von Bethanien, der Schwester des Lazarus noch eine dritte Maria gegeben haben könnte, die als die -eigentliche- Sünderin zu identifizieren wäre.

Hure hin, Hure her, ein wesentliche Stärke Langbeins liegt in seiner Vergleichsanalyse sowohl der Evangelien, als auch anderer neutestamentarischer Passagen, deren genaueren Untersuchung Dan Brown sich nicht schuldig gemacht hat. Dies passt auch nicht zu einem Bestseller, wohl aber zu Langbeins Sachkenntnis. Mit dieser belegt er nicht nur den Sendungsauftrag Maria Magdalenens nach dem Kreuztod Jesu, der -streng genommen- ein neuzeitliches Matriarchat hätte einleiten können, sondern auch die Vermählung des Erlösers in der Hochzeit von Kanaa, von der im neuzeitlichen Bibeltext lediglich das sogenannte "Weinwunder" übrig geblieben ist. Langbein liefert sehr stichhaltige Argumente: Maria Magdalene scheint von Jesu als seine Nachfolgerin ausersehen, was -quasi zwischen den Zeilen- in den Evangelien des Johannes, Markus und Matthäus zum Ausdruck kommt, von Lukas allerdings bewusst totgeschwiegen wird. Gerade diese Nachfolge, die direkt zum Stuhl des ersten Papstes geführt hätte und die Maria Magdalena, sehr wahrscheinlich keine Jüdin, sondern aus Ägypten stammend, daher ihre dunkle Hautfarbe und somit erst recht in den Augen der Apostel eine "persona non grata" und die ihr v.a. durch Petrus streitig gemacht wurde, wirft in den Exegesen des neuen Testaments, auch gestützt auf die apokryphen Evangelien (u.a. Evangelien des Philippus und des Thomas) vornehmlich die katholische Kirche in einen schweren Glaubenskonflikt, der von Langbein unemotional und sachlich analysiert wird. Hätte es nicht den im Buch ausführlich geschilderten Widerstand der Apostel gegen Maria Magdalena und ihren von Jesu aufgegebenen Sendungsauftrag gegeben, hätten wir heute sehr wahrscheinlich eine weiblich dominierte christliche Kirche mit matriarchaischem Charakter.

Alles in allem ein äusserst lesenswerter Beitrag zur Erhellung der Geschichte der christlichen Kirche, den sich kein interessierter Christ als auch kein Glaubenskritiker entgehen lassen sollte.

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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Gemessen an der langen Regierungszeit der Heiligen Frau am Götterhimmel, ist das Christentum heutiger Prägung ein sehr junges Phänomen."
(Margaret Starbird)

Noch nie hat ein Roman eine solche Vielzahl an Publikationen von Sachbüchern nach sich gezogen, wie Dan Browns Religionsthriller "Da Vinci Code", der in deutscher Sprache unter dem Titel "Sakrileg" veröffentlicht wurde.....

"Das Sakrileg und die Heiligen Frauen" zeichnet sich weniger durch spekulative Diskussionen aus, als durch hervorragend recherchierte und akribisch zusammengestellte Fakten. Am Anfang seines Buches stellt Walter-Jörg Langbein zunächst einige falsche Behauptungen in Dan Browns Roman hinsichtlich Leonardo Da Vinci richtig. So war z. B. "Da Vinci" nicht der Name des Renaissance-Genies, sondern bezeichnete den Ort seiner Herkunft. Leonardo konnte auch keine Nachricht in "Mona Lisa" (Amon und Isis) codieren, da sein Gemälde erst Jahrzehnte nach seinem Tod als solche bezeichnet wurde. Nach weiteren Korrekturen hinsichtlich Biographie, Werken und Charakter Leonardos werden die Aussagen Browns bezüglich des Konzils von Nicäa, der Rolle Kaiser Konstantins, der Kanonisierung des NT und den Schriftrollen von Qumran etc. anhand historischer Fakten widerlegt.....

.........dann nimmt der Autor die (von Dan Brown fehlinterpretierte) Spur der "Heiligen Frauen" auf, die in das vorgeschichtliche Megalithzeitalter führt, als von der, im Matriarchat lebenden Menschheit, die "Urgöttin" oder "Große Mutter" verehrt wurde. In ihrer Tradition stehen die Göttinnen des Altertums und die Heiligen Frauen, die den ewigen Zyklus von Geburt-Leben-Sterben-Geburt usw. verkörpern. Von der sumerischen Inanna, der ägyptischen Hathor (Isis), der babylonischen Astarte bis Maria Magdalena. Auch der vom AT überlieferte und von den Propheten gegeißelte Polytheismus der Israeliten kannte die Verehrung der Göttin Aschera, deren Standbild u. a. im Tempel von Jerusalem präsent war. Den Enamationen der Muttergöttin wurden zunächst männliche Pendents, (Dumuzi, Tamuz, Osiris u. a.,) zur Seite gestellt, die sie dann jedoch allmählich verdrängen sollten. Die Religion eines "Gottvaters" und die Etablierung patriarchalischer Kulte bis hin zur christlichen Kirche, führte angefangen mit der Dämonisierung Liliths, der ersten Frau Adams, über die Verleumdung und Verteufelung alles Weiblichen bei den antiken und mittelalterlichen Kirchenväter bis hin zu Martin Luther. So versuchten Petrus, Paulus und der Evangelist Lukas alle Hinweise auf die Bedeutung Maria Magdalenas als wahre Nachfolgerin Christi zu beseitigen. Von Gregor I. wurde sie zur Prostituierten erklärt und erst 1969 durch den Vatikan rehabilitiert. Obgleich die historische Johanna aus Ingelheim (als Johannes XX.) mitgezählt wird, erscheint sie nicht auf der Papstliste. Auch kennt das NT keine Verpflichtung zum Zölibat. Die Templer verehrten das weibliche Prinzip in ihrem "Baphomet" (Sophia)....

Der Religionswissenschaftler Langbein kommt schließlich zu folgendem Ergebnis: Was für die (patriarchalische) Kirche ein Sakrileg darstellt, ist dennoch nicht ein solches, denn ein verheirateter Rabbi und Familienvater Jesus ist die Vollendung seiner Doppelnatur als Gott und Mensch. Darüber hinaus eröffnet die Rückbesinnung auf das Weibliche im Christentum, als Voraussetzung für einen anderen Umgang mit "Mutter Erde", auch eine Chance namens Zukunft.

Mit "Das Sakrileg und die Heiligen Frauen" ist Walter-Jörg Langbein ein "Factbook" gelungen, das die Kernfragen zu der mit Dan Browns Thriller aktuell aufgeworfenen Thematik beantwortet. Das spannende, empfehlenswert Buch hält zudem, was sein Titel verspricht und ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten.

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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses Buch fällt vor allem durch seinen im Vergleich zu anderer Sakrileg-Begleitliteratur sehr hohen Preis auf. Die von mir erstandene Ausgabe trug zusätzlich auch noch den vollkommen fehlplazierten Aufkleber „Die Wahrheit über den Da Vinci Code". Tatsächlich hat dieses Buch nur sehr wenig mit Dan Browns Buch, als viel mehr mit dem Thema der heiligen Frauen und des göttlichen Weiblichen an sich zu tun. Kluges Marketing seitens des Verlages oder auch des Autors hat wohl bewirkt dass dieses Werk nun mit der Heckwelle von Dan Browns Bestseller in Fahrt gekommen sein dürfte. Lediglich auf den ersten Seiten befasst sich der Autor mit ein paar Fehlern in Browns Buch, ab da an verschlägt es den Leser in die Welten längst vergessener Kulte und Kulturen. Entgegen den Bemühungen der Autoren anderer Begleitwerke gelingt es Langbein einige Fehler, in der anderenorts als fehlerlos gepriesenen deutschen Übersetzung, zu entdecken. Hiermit handelt es sich bei diesem Buch eher um „das" theologische Begleitwerk zu Sakrileg. Jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet der Theologie und intensive Recherchen an den Quellen kommen im Verlauf dieses Werkes ebenso zum Tragen, wie die ganze Wahrheit, hinter Browns eher verklärter Beschreibung der Mutterkulte. Teilweise sind die Quellen des Autors zwar schwer zu prüfen und der Text ist sprachlich auch nicht so ausgereift wie es vielleicht wünschenswert wäre, doch das Vertrauen des Lesers liegt bei Herrn Langbein in guten Händen, da es sich hierbei um einen schon eher namhaften Experten mit prüfbarer Vorgeschichte handelt.

Um noch einmal darauf zurückzukommen, dieses Buch ist eine Verfechtung des göttlich Weiblichen und sollte somit als Fachliteratur zu dem von Robert Langdon angesprochenen Thema verstanden werden. Es ist verständlich geschrieben und bietet die Möglichkeit sich auch als Laie mit diesem Thema zu befassen. Somit liegt es am Geschmack und Interesse des Lesers, was er daraus für Schlüsse zieht.

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Langbein deckt Lügen auf
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