Das Rubinhalsband ist das richtige Buch für Weihnachten oder für Tage, an denen es etwas ruhiger zugeht. Denn es braucht solche Zeiten, weil das Buch nicht losgelassen werden will. Am besten liest man/frau es also in einem Stück und blickt in schottische Seelen. Auch wenn es dabei bisweilen ein bißchen klischeehaft wirkt, stört das nicht. Im Gegenteil. Dafür sind die knapp 300 Seiten zu dynamisch, zu spannend. Sie führen durch den schottischen Westen bis auf die Orkneys ganz im Norden. Auch surrealistische Szenen und Elemente passen irgendwie in die Geschichte hinein, vor allem gegen Ende, wenn man/frau schon vom Geschehen gefesselt ist und der Pfahl nicht aus dem Moor will. Daß schließlich auch die Antwort auf das, was Piet zu klären hat, nicht bis in's Letzte logisch wirkt, ist zu verschmerzen, eher unwichtig. Das Rubinhalsband war ein gelungener Kauf. Es macht Lust auf mehr - auf Neues von Autor Henning Boetius und natürlich auf Schottland, seine Menschen und Landschaften. "Slanche".