Schlagartig ändert sich das Leben von Mala, Boddas, Silli, Knörres und Döll, als Mala eines Tages den Zettel eines Unbekannten in seinem Lesebuch findet. Dieser verlangt die sofortige Ernennung zum Hauptmann der Bande, da er sonst alle Schandtaten, die die Schüler begangen haben, den Lehrern verraten will. Immer wieder finden Mala oder Boddas Briefe des Roten U. Doch die Aufgaben, die der große Unbekannte stellt, werden nicht nur schwerer, sondern auch gefährlicher...
Wir finden, dass dies ein spannendes und gut erzähltes Buch ist. Besonders interessant sind die aufregenden Briefe des Roten U; die immer wieder neue Aufgaben für Silli, Mala, Boddas, Döll und Knörres (tolle Spitznamen!) bereit halten. Die Beschreibung einiger Charaktere, z.B. der des alten Schusters und Kinderhassers Derendorf haben uns besonders gut gefallen. Allerdings ist die Sprache des Buches (1. Auflage 1932!) an einigen Stellen veraltet. Um so mehr erfährt man aber über das Leben in der damaligen Zeit, z.B. das Schulsystem, die Preise, verschiedene Berufe usw. Als ungewöhnlich fortschrittlich erscheint zudem die wichtige Rolle Sillis, des einzigen Mädchens in der Bande. Leider ist die Einleitung (bis zu der Stelle, an der der 1. Brief des Roten U Handlung in Gang bringt) ziemlich lang. Der Schluss könnte dagegen noch stärker ausgestaltet werden. Titelbild und Klappentext verraten nicht zu viel und schaffen Spannung. Die Illustrationen passen allerdings manchmal nicht zu der beschriebenen Situation und rauben dem Leser ein wenig die Phantasie. Trotzdem alles in allem ein gutes Buch!
Klasse 6c, Rhein-Gymnasium Sinzig