Klaus Heilmann fragt in seinem Buch Das Risikobarometer", wie gefährlich unser Leben wirklich ist. Wie sehr also sind wir wirklich von Terroranschlägen, Flugzeugabstürzen, Naturkatastrophen und Gefahren durch falsche Ernährung und Krankheit bedroht? Sein Baromter berücksichtigt zwei Maßzahlen: die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer zum Beispiel eines Unfalls und unter diesen Opfern dann tödlich verletzt zu sein. Zweitens gibt er an, wie stark das Maß der Sicherheit in einer bestimmten Situation ist. Wie wahrscheinlich ist es also, auf die persönliche Sicherheit in einer bestimmten Situation Einfluss nehmen zu können.
Heilmanns Zahlen erleichtern es, mit Verhaltensblockaden und Angstgefühlen umzugehen. Die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel, den Nebenwirkungen eines Medikamentes zu erliegen, ist wesentlich geringer als auf dem Weg von der Apotheke nach Hause bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Und während die Gefahr eines tödlichen Flugzeugabsturzes 1:3.360.000 beträgt, liegt die Wahrscheinlichkeit, an Lungenschäden zu sterben, für einen Raucher bei 1:260. Passivraucher gehen mit 20 bis 25 Prozent ein weitaus höheres Risiko ein, den Rauchern mit Lungenschäden ins Grab zu folgen als Menschen, die sich vor allem in einer rauchfreien Umgebung aufhalten. Es nutzt dabei nichts, den Raucher auf den Balkon zu schicken. Er bringt anschließend soviel Gift in seiner Kleidung mit, dass die stillende Mutter um sich und ihren Säugling fürchten sollte.
Natürlich ist das Leben jederzeit riskant, und es endet grundsätzlich mit dem Tod. Trotzdem gibt es vermeidbare Risiken und solche, die so unwahrscheinlich sind, dass wir uns unsere Ängste ersparen können. Ob dieses Wissen des Klaus Heilmann hilft, hängt von jedem Einzelnen und seiner Bereitwilligkeit ab, sich mit Wahrscheinlichkeiten auseinanderzusetzen. Ich finde, Klaus Heilmanns Buch lohnt sich. Wobei ich gleichzeitig respektiere, dass Angst eine limbische Reaktion, also ein Urgefühl ist und sich nicht immer wegrationalisieren lässt. Tatsächlich gibt es jeden Einzelnen von uns vermutlich nur aus zweierlei Gründen: Weil unsere Vorfahren rechtzeitig Angst gehabt haben, oder weil sie die Risiken richtig einzuschätzen wussten und sich dementsprechend verhielten.