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Das Rembrandt-Erbe: Roman [Taschenbuch]

Paul Christopher , Helmut Gerstberger
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. September 2008
Tödliche Jagd auf ein verlorenes Meisterwerk

Finn Ryan erbt zusammen mit einem Mann, den sie nie kennengelernt hat, ein Cargoschiff in Borneo und einen offensichtlich gefälschten Rembrandt. Die junge Archäologin findet auf dem Gemälde einen Hinweis auf einen verborgenen Schatz. Sie macht sich mit ihrem Miterben, Billy Pilgrim, auf den Weg nach Borneo, um das Rätsel zu lösen. Doch sie sind nicht die Einzigen, die um den Schatz wissen, und ihre Konkurrenten kennen keine Skrupel, wenn es um so viel Geld geht.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453433262
  • ISBN-13: 978-3453433267
  • Originaltitel: Rembrandt's Ghost
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.046.235 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Paul Christopher ist Professor für Geschichte des 20. Jahrhunderts an einer der großen Ivy League Universitäten in Amerika. Zum Thema Fälscherei und Kunstraub, v.a. in Europa während des Zweiten Weltkriegs, hat er bereits mehrere weithin anerkannte Fachbücher veröffentlicht. Er hält weltweit Vorträge zu diesem Thema und ist Berater der UNO und der NYPD Art Squad, einer auf Kunstraub spezialisierten Sonderabteilung der New Yorker Polizei. Er lebt in den Vereinigten Staaten und Europa.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

FIONA (CATHERINE ELIZABETH RYAN, von ihren Freunden und denen, die sie mochte, Finn genannt, bis vor Kurzem noch in New York City und davor in Columbus, Ohio, zu Hause, stand am Fenster ihrer kleinen Wohnung über dem Restaurant am Crouch End Broadway in Nordlondon und sah zu, wie Emir, der Besitzer des Tabakladens auf der anderen Straßenseite, die Rollläden hochzog und seinen Laden für die Kunden am frühen Morgen öffnete, die mit tropfenden Schirmen und trübsinnigen Gesichtern auf dem vom Regen dunklen Gehweg an der Bushaltestelle vor dem Laden warteten.
Natürlich war in England ein Gehweg kein Gehweg, sondern ein Bürgersteig, und ein Broadway keine breite Straße, in der es Theater gab, sondern eine ganz normale belebte Straße, und nicht die Einheimischen waren diejenigen, die mit Akzent sprachen, sondern Finn. Sie seufzte und leerte mit einem Schluck den Rest der Tasse Tee, die sie sich eben erst aufgebrüht hatte. Er schmeckte wie verbrannte Eicheln. Es war sieben Uhr morgens, es war April und es regnete. Natürlich regnete es. In London regnete es fast immer, wenn es gerade nicht schneite, egal zu welcher Jahreszeit.
Finn seufzte erneut. London war ganz und gar nicht das, was sie erwartet hatte. Nach ihren Erlebnissen in New York und ihren Abenteuern in der libyschen Wüste und den Tiefen der Karibischen See im Jahr davor, war sie bereit gewesen für ernsthafte Arbeit in einer kultivierten und weltoffenen Umgebung. Ihr Job als Kundenberaterin beim angesehenen Auktionshaus Mason-Godwin sollte eigentlich darin bestehen, die Weltoffenheit und das kulturelle Flair dieser Stadt zu vermitteln, die nach wie vor das Zentrum der Kunstwelt war.
Leider hatte sich die Sache anders entwickelt. "Kundenberaterin" bei Mason-Godwin zu sein bedeutete, in Stöckelschuhen und einem kurzen schwarzen Cocktailkleid an Verkaufsabenden eine gute Figur zu machen, im Voraus herauszufinden, wie weit ein potenzieller Käufer zu bieten bereit war, wie viel Alkohol er vertrug und wie groß sein Gesamtvermögen war, sowie während des Tages für die hohen Tiere im Büro, wie zum Beispiel Ronald den Grässlichen, seines Zeichens geschäftsführender Direktor von Mason-Godwin, Kaffee, Tee und Kekse zu holen.
Was die Weltoffenheit anging, hatte Finn den Eindruck, dass es in London mehr Starbucks-Filialen als in Seattle gab, mehr Kentucky-Fried-Chickens als in Kentucky und eine eigene Version von Amerika sucht den Superstar. Hinzu kam, dass sie für eine Zweizimmerwohnung mit einem Elektrokocher und einem Bad am
Ende des Korridors am Crouch End Broadway mehr hinblättern musste, als sie für ihr kleines, aber sauberes Apartment in Manhattan bezahlt hatte, und ein Burger mit Pommes kostete bei Pick More Daisies, dem auf Kalifornien stilisierten Restaurant direkt unter ihr, stolze elf Pfund - fünfundzwanzig Dollar, wenn man die Steuer und das Trinkgeld dazurechnete. Mit einem Wort, London war eine einzige Abzocke.
Mit einem erneuten Seufzen schlüpfte Finn in ihren Regenmantel, griff sich den Taschenschirm von der Ablage neben der Tür und ging nach unten, um sich in die Schlange der Pendler einzureihen, die auf den 41er Bus und die lange Fahrt bergab in Richtung der fernen Themse und der City warteten.
Vor etwas mehr als zweitausend Jahren war an der Kreuzung zweier römischer Straßen, die sich westlich der Hafenstadt Londonium trafen, ein kleines Dorf entstanden. Dies war das ursprüngliche Mayfair, das seinen Namen dem Bauernmarkt und den heidnischen religiösen Feiern verdankte, die dort jedes Jahr im Frühling stattfanden.
Zwischen 1720 und 1740 kam das gesamte Dorf in den Besitz der Familie Grosvenor und des Earl of Chesterfield, der dafür berühmt war, seine Mäntel mit samtenen Krägen zu versehen und die moderne Polstercouch erfunden zu haben. Das Dorf wurde großflächig ausgebaut, und um 1800 war Mayfair mit seinen Wand an Wand gebauten Herrschaftshäusern in den zahlreichen eleganten, gepflasterten Straßen die begehrteste Wohngegend in ganz London.
Bis zum Beginn des neuen Jahrtausends hatte May-fair eine ganze Reihe von Veränderungen durchlebt, einschließlich ein paar eher zufälliger Bombeneinschläge im Zweiten Weltkrieg, einiger unvermeidlicher Börsenkräche, die aus den Herrschaftshäusern kleine Wohnungen und Apartments machten, und der darauf folgenden wirtschaftlichen Aufschwünge, die aus den Anwesen mit Straßenfront Immobilien werden ließen, die zu den teuersten auf dem ganzen Planeten gehörten und für die alle - von Fortnum and Masons bis zu Prada und Dolce und Gabbana - horrende Mieten zahlten.
Inmitten von alldem lag die Cork Street, ein einziger lang gestreckter Häuserblock zwischen der Clifford Street und Burlington Gardens, nur einen Steinwurf vom Piccadilly entfernt, die gegenüber dem Ausgang der Burlington Arcades endete, wo James Bond seine Montblanc-Füller erstand, gleich um die Ecke von dem Laden, in dem er seine handgerollten Moreland's Zigaretten kaufte.
In der Cork Street gibt es dreiundzwanzig Kunstgalerien, die von alten niederländischen Meistern bis hin zu Basquiats Graffiti-Kritzeleien und Keith Harings Postermotiven und verschlungenen Ornamentmalereien alles verkaufen. Kunst im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar auf dem gegenwärtigen Markt, die jeden wichtigen Maler der Welt, ob tot oder lebendig, repräsentierte, war auf weniger als zweihundert Metern zusammengepfercht. Und mittendrin, in Nummer 26-28 der Cork Street, residiert die Firma Mason-Godwin, Auktionshaus für Schöne Künste - gegründet 1710, also zweiunddreißig Jahre bevor Sotheby's mit seiner ersten kleinen Auktion alter Bücher einen Gesamterlös von weniger als dreihundert Pfund erwirtschaftete - eine Tatsache, über die das Management von Mason-Godwin bei jeder sich bietenden Gelegenheit jeden in Kenntnis setzte, der bereit war zuzuhören.
Das Haus mitsamt Grund hatte ursprünglich einer Firma von Dekorateuren und Möbelschreinern gehört, die sich auf Kunden mit Titeln vor ihren Namen spezialisierte. Diese Firma ging schließlich aufgrund der unglücklichen Angewohnheit ihrer Titel tragenden Klientel, ihre Rechnungen nicht rechtzeitig oder gar nicht zu bezahlen, bankrott. Danach wurden die geräumigen Werkstätten und Lagerräume in Wohnungen und Apartments für Reiche, dann in Büros für nicht so Reiche umgebaut und schließlich, zehn Jahre vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, von zwei schwulen Konditoren gekauft, die das Haus in eine Schokoladenfabrik inklusive Verkaufsräume umwandelten, in der sie eine äußerst beliebte bittersüße Mintmixtur herstellten, die als Turner & Townsend's Minto-Bits bekannt wurde.
Die Firma der beiden Männer florierte, bis der Krieg begann und es mit dem Schokoladengeschäft abwärtsging.

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Kundenrezensionen

3.7 von 5 Sternen
3.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Robinsonade der Gegenwart 13. April 2009
Von Booktower VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Das Erbe eines echten Rembrandts verborgen unter einer Leinwand, eines alten Frachters, der 'Batavia Queen' und ein Haus in Amsterdam führt die Archäologin Finn auf eine weitere abenteuerliche Reise. Ihr Miterbe ist ein junger Engländer, den sie bisher nicht kannte. Das Erbe eröffnet Finn ganz neue Dimensionen ihrer Herkunft und das Leben ihrer verstorbenen Eltern. Mich faszinieren die Verbindung von Geschichte und Gegenwart, die intelligenten Verweisungen auf Literatur, die sinnvoll in die Handlung eingebaut sind, die witzigen Dialoge, die Bezüge zur Gegenwart, verwoben in Fakten und Fiktion, der Freiheit des Schriftstellers wird hier ungebremst Lauf gelassen, was das Ganze so spannend macht. Die Figuren von Finn und Billy, ihrem Begleiter, sind rund, viele andere skurrile Gestalten beleben die Geschichte und die Orte, zu denen wir geführt werden, von London über Amsterdam bis ins ferne Nordborneo, in die Sulu See. Man erfährt viel über Schiffe, Waffen, Schätze, Meeresbiologie, Dschungeltopgraphie, alles eingebettet in dieses Meisterwerk des Genre 'Spannung'. Ein Buch für Leseratten, das sich dazu eignet, in einem Rutsch durchgelesen zu werden, wann und wo auch immer man das will.
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5.0 von 5 Sternen Fantasievoll zu lesender, kurzweiliger Roman 17. Juli 2012
Von S. Simon TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Paul Christophers Heldin Finn Ryan ist einem in diesem Roman von Anfang an sympathisch mit ihrer Art und so begleitet man sie auch gern durch die Story. Selbige vermag der Autor spannend aufzubauen, wenn Finn mit einem anderen Mann plötzlich drei Dinge erbt: Ein Gemälde, ein Haus und ein Schiff. Dem Leser werden genug Spannungsansätze geboten, als das Gemälde direkt mal ein Geheimnis offenbart oder Finn und ihr Miterbe, kaum von dem Erbe erfahren, von Ganoven aufgelauert wird und sich auch auf dem Schiff, einem Frachter, Dinge abspielen, die illegal sind.
Christopher jagt seine Hauptfiguren von England über Holland bis nach Asien. Und was diese dort erleben, dürfte jedem gefallen, der z.B. Arthur Conan Coyles Vergessene Welt" oder Robert Louis Stevensons Die Schatzinsel" mag.
Defintiv ein sehr gutes, sehr kurzweilig zu lesendes Buch, das speziell in der zweiten Hälfte sehr fantasievoll ist.
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2.0 von 5 Sternen Mehr erwartet... 23. März 2010
Format:Taschenbuch
Das Buch fing recht vielversprechend an. Eine junge, bildhübsche amerikanische Kunststudentin, ein gutaussehender junger englischer Herzog, der es vorzieht, nur Billy genannt zu werden und sich selbst als das schwarze Schaf der königlichen Familie bezeichnet. Die beiden erben einen gefälschten Rembrandt, ein altes Frachtschiff, ein Haus in Amsterdam und eine unbekannte Insel mitten in der Sulusee. Das alles verspricht Schatzsuche und Abenteuer, doch bereits nach den ersten Nachforschungen in London haben sie ein Killerkommando an den Fersen.

Leider hat der Autor eine Unart, die mich schrecklich ermüdet hat. Alles wird seitenlang beschrieben. Da erfährt man einen geschichtlichen Abriss fast bis zurück zu Adam und Eva, nur um Genaueres über das Auktionshaus zu erfahren, in dem Finn anfangs arbeitet. Interessant, doch für die weitere Geschichte absolut irrelevant. Dann Szenenwechsel. Verschiedene Personen auf verschiedenen Schiffen in asiatischen Gewässern, deren Namen ich mir nicht merken konnte. Man erfährt die Geschichte der Personen, die Geschichte der Schiffe von ihrer Jungfernfahrt ab Werft bis zum heutigen Tag inklusive aller Namen und Besitzer die sie mal gehabt haben.
Da werden Piraten und ihre Lebensgeschichte bis ins Detail beschrieben nur um im Laufe der Story innerhalb von Sekunden abzutreten, ohne dass ihre Anwesenheit auf etlichen Seiten des Buches wirklich notwendig gewesen wäre.
Zwischen all diesen Bruchstücken kommt der Autor zwischendurch auf unsere schatzsuchenden Helden zurück. Allerdings anfangs eher selten. Erst im letzten Drittel des Buches treffen sie alle auf der unbekannten Insel, auf die sie ein Taifun verschlagen hat, aufeinander. Die Schatzsucher, der verschollene Verwandte, der schiffbrüchige Australier, der grausame Pirat (der plötzlich gar nicht mehr grausam ist).

Paul Christopher erschlägt mit einem Übermaß an Informationen. Sei es mit Geschichte, Schiffsbau, Politik, Tierleben, Mythen und Legenden, Taifunen und noch vielem mehr. Das ermüdet mit der Zeit dermaßen, dass ich einfach nicht mehr aufnahmefähig war und dadurch u.U. sogar einen Teil der Story geistig verpasst habe. Ich weiß es nicht, es war mir aber nach einiger Zeit auch egal.
Die Handlung gewinnt nach Eintreffen auf der Insel an Spannung und Fahrt, doch die Auflösung der Geschichte ist zu banal und damit wieder enttäuschend. Auch bleiben die handelnden Personen des Romans eindimensional und farblos, da der Autor kaum einmal ihre Gedanken und Gefühle beschreibt, sofern es sich nicht um das reine Überleben der Personen handelt. Die Protagonisten agieren nur, aber sie bauen keine erkennbare Beziehung zueinander auf.

Einzig das Auffinden des Schatzes zum Schluss ist nochmal eine originelle Idee und hat mir sehr gefallen.

Fazit: Ein toller Grundgedanke, doch leider wollte der Autor zu viel und hat dabei die gute Idee verschenkt.
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