Bei obigem Roman handelt es sich genaugenommen um eine zusammengefasste Ausgabe der Bände "Auferstehung" und "Stadt der Toten". Beide sind bislang nicht auf Deutsch - verpiss dich Katze - erschienen.
Kurze Zusammenfassung.
Jim hat sich in einem Bunker verschanzt. Draußen geht die Welt vor die Hunde. Tote Lebewesen (Menschen, Tiere, Amphibien) erwachen nach ihrem dahinscheiden zu neuem untoten Leben. Ausgelöst wurde dieser an sich doch unatürliche Zustand durch Forscher, die mit Strahlen oder ähnlichem ein Loch in die Dimensionen gebohrt haben.
Während Jim in seinem Bunker der Dinge die da kommen mögen harrt, klingelt sein Telefon. Am anderen Ende ist Danny, sein von ihm getrennt lebender Sohn. Er bittet seinen Vater um Hilfe. Jim macht sich auf quer durch die US und A zu seinem Sohn zu reisen.
Unterwegs trifft er auf Baker (einem, nein DEN Wissenschaftler), Frankie (einer Heroinsüchtigen) und Referend Martin. Sie helfen ihm bei der Suche nach seiner Blage.
Neben vielen Untoten, die eigentlich DÄmonen (Siqqusims) sind, müssen sich die Freunde mit unfreundlichen Militärs, Kannibalen, einem ebenso verrückten, wie reichen Mann und einem nicht wirklich ausgegorenen, aber überaus blutigen Text herumschlagen.
Eigentlich ein toller Ansatz, sozusagen ein Streifzug durch Romero'sche Welten. Da trifft eine bunt zusammengewürfelte Truppe ( Dawn of the Dead), auf durchgeknallte Militärs (Day of the Dead/ Apokaylpse Now), Wissenschaftler, die versehentlich Dimensionen durcheinander bringen ( Half Life/ Howard ein tierischer Held)und einen noch mit lebenden Menschen bevölkerten Wolkenkratzer in New York (Land of the Dead). Usw. und sofort.
Trotzdem nur knappe 3 Sterne. Warum?
1. Das ganze ist nicht ausgegoren. Inhaltlich ist zu bemängeln, dass die Menschheit von Anfang an nicht den Hauch einer Chance hat, da alles, was an Tieren oder Menschen stirbt mit dämonischen, neuen Leben wieder erfüllt wird. Also auch z.B. Goldfische oder Eichhörnchen.
2. Eichhörnchen sind auch der zweite Punkt meiner recht langen Meckerliste; angreifende Eichhörnchen wirken einfach nur lächerlich (finde ich).
3. Als weiteres kommt die Teilweise leider sehr trivial wirkende Schreibweise hinzu. Viel zu viele HATTE-Verbindungen: Er hatte Hunger, dann hatte er dies getan, dann hatte er jenes getan ... bla, bla bla. Meine Güte, nur weil Jason Dark (John Sinclair) es schafft auf jeder Heftseite Dutzende von solchen Verbindungen unterzubringen, muss Otherworld das doch nicht gleich nachmachen- es liest sich dadurch einfach nur scheiße.
4. Ständig werden die gleichen Begriffe verwendet. Hier eine kleine Auswahl:
Zombie, Untoter, Zombie, Untoter, Zombie ...
verheertes Gesicht vom Zombie, verheertes Gesicht vom Untoten ...
Danny hier, Danny da (ganz besonders der Bengel nervt!).
Ebenso wie der amerikanische Pathos, wenn der Papa mit seinem Sohn spricht, da habe ich doch einige Mal vorgeblättert, als die Fahne ober wahlweise Bibel zur Nationalhymne hochgehalten wurde (bildlich gesprochen).
Und zum Schluss die Gewalt...
Ja, das Buch ist Brutal, sehr brutal sogar, dennoch nach dem 20. Massaker berührt einen das irgendwie nicht mehr. Vielleicht weil alles schon mal dagewesen, oder der Autor dieser Zeilen zu abgestumpft ist. Wer weiß.
Ach ja, 25 ¤ sind auch nicht gerade wenig.
Eines noch: Die Schrift ist für einen Brillenträger wie mich nicht gerade lesefreundlich. OK, könnte man einwenden, da hat der Verlag halt eine kleinere Schriftgröße gewählt, um Seiten zu sparen ... Stimmt nur leider nicht, gleichzeitig wurden durch gigantische Kopf- und Fußzeilen fast ein viertel jeder Seite verschenkt.
Dennoch es gibt auch gute Stellen:
Ob, der Dämon, der sich seine eigenen Eingeweide als "Snack" herauspickt.
Oder ab Seite 20 -Auferstehung eines Goldfisches -sehr lustig.
Dann der Verkehr eines Arztes mit einem der Siqqusim (und zwar im wörtlichen Sinne)- auch nicht von schlechten Eltern.
Wertung:
Unter dem Aspekt betrachtet, dass dies trivialer Quatsch ist, würde ich eine glatte 3,5 vergeben. Die Story ist einfach, aber ohne größere Logiklöcher.
Wenn ich es aber als halbwegs ernshaftes Werk beurteile, dann kann ich höchstens 2,0 Punkte vergeben.
Zusammen ergibt sich daraus eine schwache, aufgerundete 3.
Prost.