Frozen der Oger hat nur knapp die Explosion der magischen Falle überlebt. Nun bringt ihn die Halbelfe Laam zur Höhle der Heiler, wo ihr Partner wider Willen geheilt und sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.
Derweil reisen der Zwerg Sadwin, die ehemalige Prostituierte Absynthe und der Zauberer Aarlog (oder zumindest sein sprechender Kopf) ihnen hinterher und werden von Soldaten des Westens (die Fantasyversion der nordamerikanischen Union) zwangsrekrutiert. Doch anders als im Vorgänger werden beide Gruppen in diesem Band zusammentreffen und eventuell das eine oder andere zu besprechen haben.
Der zweite Band des Reiches Sienn bietet auch diesmal (sehr) leichte Unterhaltung Marke 'Lanfeust von Troy', das Gewalt in überzogener Form und schwarzer Humor dominieren die Seiten. Die Handlung selbst (der Titel dieser Rezension hat es bereits verraten) bewegt sich kaum vorwärts und konzentriert sich eher darauf näher auf die Hintergrundgeschichte Laams und eine persönliche Wandlung Frozens einzugehen, während Sadwin dazwischen fleißig foltert und seine sadistischen Züge noch mehr zutage kommen (wohl um zu verhindern, dass man Sympathie für ihn aufbaut und wahrscheinlich auch mangels Alternativen, schließlich hat er den Großteil des Bandes nichts zu tun).
Ganze Szenen des Westernklassikers 'Zwei glorreiche Halunken', im ersten Band nur leicht angedeutet, werden nun nahezu eins zu eins, vor allem zum Schluss hin, übernommen, was man entweder als dreistes abkupfern oder ehrbietige Verbeugung vor diesem größten aller Western sehen kann.
Jedenfalls trägt es weiterhin dazu bei seinen Spaß mit der Serie zu haben
(oder auch nicht).
Auf jeden Fall ist auch 'Ein Hauch von Absynthe' leichte Kost, wenn man sich darauf einlassen möchte und zumindest die Zeichnungen können das Niveau des ersten Bandes beibehalten. Und wen auch dieser Band gefällt, der wird wohl auf den dritten Band gespannt sein, wenn sich die drei Hauptcharaktere wahrscheinlich zum großen Finale auf einen Friedhof versammeln werden, um darüber zu reden, wem die Knochen des Zauberers Yarlig eigentlich zustehen...