Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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51 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Perversion von monotheistischem Glauben, Rache und Gewalt., 21. August 2009
Es sind die erklärenden, zweifelnden, hinterfragenden Passagen zu den Glaubenssystemen der monotheistischen Religionen, die mich an diesem Buch fasziniert haben. Warum wird jemand zum extremen Anhänger seines Glaubens? Wie entwickelt sich seine Psyche und welche Wahrnehmungsschranken trüben den Blick? Wie entstehen Aggression und offene Gewalt? Wie könnte es weitergehen, wenn heute die Spirale der Gewalt in Israel nicht durchbrochen werden kann?
Auf diese Fragen gibt Leon de Winter perspektivische Antworten und verquickt diese in eine Handlung, die ihr Spannung kaum merkbar aufbaut und zum Schluss hin steigert. Hier ist zunächst eine ganz normale Familie, mit einem erfolgreichen Ehemann und Wissenschaftler, seinem Vater und Nobelpreisträger, einer bezaubernden, ebenso erfolgreichen Frau und dem Wunschkind. Plötzlich aber ist alles anders, die Dinge brechen auseinander. Leben heißt nicht, alles unter Kontrolle zu haben, sondern im Fluss des Unglaublichen zu bleiben. So könnte man den Rest der Handlung umschreiben.
Keine zu großen Details langweilen, sondern Wirkmechanismen des Glaubens auf Menschen und ihr soziales Verhalten - mit diesen Facetten spielt der Autor geradezu philosophisch und lässt dadurch dem Spannungsszenario eine gleichgewichtige Dimension zukommen. Er zielt damit weit über bloße Krimi-Spannung hinaus und fördert die Auseinandersetzung mit dem Thema Glauben, Aggression bzw. Indoktrination - beispielhaft an an dem Konflikt Israel-Palästinenser.
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21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Du meinst, die Formel für Gott?" (S 535), 26. August 2009
Als Bram (Abraham) Mannheim, Jude und Hochschullehrer 2012 von Amerika nach Tel Aviv zurückkehrt, hat sich vieles verändert. Vor wenigen Jahren noch hat er hier glücklich gelebt, in einem Traumapartment gemeinsam mit seiner atemberaubend schönen und klugen, indischen Frau Rachel und seinem wenige Monate alten Sohn Bennie - in einer glamourösen und sehr mondänen Stadt. Die Jungfamilie entscheidet sich aus beruflichen Gründen, nach Amerika auszuwandern, wo sie ihr größter Albtraum heimsuchen wird.
2008 verschwindet Bennie in Brams Obhut spurlos. Alles wird zerbrechen!
Brams Vater Professor Hartog Mannheim, seines Zeichen Biochemiker, Nobelpreisträger, Zionist und trotz liebevollen Bemühungen ein unnahbarer Charakter, wird ihn zurück nach Tel Aviv holen. Schließlich gelangen wir im Jahr 2024 an, in welchem Israel zum "Tel Aviv mit Sandkasten" geschrumpft war, den Juden wurde der Zutritt zu Jerusalem verwehrt, der Weg nach Haifa war durch einen Kontrollposten gesichert - Durchgang lediglich mit vorherigem DNA Abgleich, um terroristischen Anschlägen zuvorzukommen. Die Jugend hat Israel verlassen, um in einer friedlicheren Welt "im Windschatten eines westlichen Landes" (S 51) zu leben, es mangelt an Ärzten, die Alten werden medizinisch ewig ans Leben geheftet, um das jüdische Volk aufrecht zu erhalten, Kinder sind so selten, dass Schulklassen nicht mehr gefüllt werden können - und von diesen wenigen verschwinden manche spurlos. Bram macht es sich zur Aufgabe, verschollene Kinder aufzuspüren. Das Selbstmordattentat am Kontrollposten zu Haifa wirft allerdings rätselhafte Fragen auf und bringt unmögliche, politische Tatsachen ans Licht - Tatsachen, die Bram nach 12 Jahre erneut nach seinem verschwundenen Sohn suchen lassen.
Der Roman befasst sich mit Utopien, die zum einen die Weltwirtschaft umkrempeln (Polen ist der wohlhabendste Staat der EU mit den besten Fußballklubs, in Thailand lässt es sich für Altenpfleger besser leben als in Tel Aviv, Putin kommt immer und immer wieder an die Macht und festig mit dieser eine riesige Russischen Föderation ...) und zum anderen weltpolitische- und Glaubendfragen aufwerfen, eine Vorstellung zu Papier bringen, die (von mir unkommentiert) für brisante Diskussionen sorgen werden.
De Winter schafft es, die Spannung in seinem Roman bis zum Ende derartig aufzubauen, dass er mit seinem Ende, das sehr wohl Hoffnung schenkt, aber dennoch ein trauriges ist, die riesengroße Lücke eines zu früh zu Ende gegangenen Romans zurück lässt. Sehr oft wirft er unfassbare Wendungen vor des Lesers Füße, ohne diese in den kommenden Seiten großartig zu kommentieren - nach und nach streut er jedoch wie zufällig die eine oder andere Erklärung zwischen die Zeilen - von Anfang bis Ende ein perfektes Konzept!
Ein trostloser, trauriger, vielleicht beängstigender und dennoch wunderbarer, äußerst kritischer und überaus mutiger Roman über eine globalisierte Welt, die ihren Menschen den Raum zum Leben und Glauben nimmt.
Für mich der bislang beste Roman des Autors - das lange Warten hat sich vielmals gelohnt!
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58 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wird die Weltgeschichte den Verlauf nehmen, den Leon de Winter sieht oder kommt alles ganz anders?, 12. September 2009
Obgleich ich in meinem Leben schon viele gute Romane gelesen habe, so darf ich doch sagen, dass Leon de Winters Werk " Das Recht auf Rückkehr" eine herausragende Position in meinen Romankenntnissen eingenommen hat. Dieses Buch beeinhaltet ein Fülle von hochinteressanten Komponenten, die zusammengefügt eine besondere intellektuelle Lektüre sowohl für den politisch Interessierten ausmacht als auch den Liebhaber von spannungsgeladenen fiktiven Geschichten aufs Äußerste zu fesseln vermag.
Leon de Winters Text zeigt aus der Sicht des Jahres 2024 nicht nur die mögliche Entwicklung des Staates Israel, sondern auch anderer Staaten weltweit und beschreibt deren Veränderung zur heutigen Zeit. Anhand der Familiengeschichte eines aus Holland stammenden jüdischen Geschichtsprofessors wird verdeutlicht wie sich das Leben eines einzelnen Menschen in dem sich wandelnden politischen Umfeld dramatisch verändert.
Der Autor schafft es die Entwicklung auf höchst packende Weise dem Leser nahe zu bringen, wobei der Kampf der Kulturen Drahtzieher sowohl für die persönliche Entwicklung des Protagonisten als auch für die gesamte Weltpolitik darstellt.
Ich möchte dieses Buch besonders empfehlen, weil es nicht nur, wie oben ausgeführt, die mögliche politische Veränderung des nächsten Jahrzehnts aufzeigt, sondern auch weil dem Leser persönliche Schicksale in sprachlich bester Form geboten werden.
Bewusst habe ich keine inhaltlichen Momente aufgezeigt, um Sie selbst nicht um das Vergnügen dieses wunderbaren Buches zu bringen, damit Sie jedes Detail allein für sich erfahren können.
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