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Das Recht auf Rückkehr
 
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Das Recht auf Rückkehr [Gebundene Ausgabe]

Leon de Winter , Hanni Ehlers
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 549 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (25. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325706733X
  • ISBN-13: 978-3257067330
  • Originaltitel: Het Recht op Terugkeer
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 151.377 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Léon de Winter
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Fangen wir mit dem an, was Leon den Winter nicht kann: Science Fiction. Dazu braucht's die Vision von technischen Erneuerungen, gesellschaftlichen Veränderungen und, damit verbunden, Veränderungen der Individuen. Technik: Nop, hier ist die große Schwachstselle. De Winter lässt seine Protagonisten gezielt mit alten Handys, Uraltmacs und irgendwo auch mit einem alten iPod operieren. Gesellschaft: nicht schlecht gezeichnet, aber nicht als eine zukünftige, sondern als eine im Zusammenbruch begriffene. Israel ist eingedampft auf einen Rumpfstaat rund um Tel Aviv, hat seine Grenzen noch weiter hochgezogen als heute schon und eine mehr als prekäre Zukunft. Die Menschen in Israel fahren nach Feierabend für den Rettungsdienst und bringen die Opfer von Attentaten zum Zusammenflicken ins nächste Krankenhaus. Das unkitschig zu schildern, ist De Winter große Stärke. Die größte Stärke aber lässt er zu Beginn der gesamten Handlung erkennen, wo die Weichen für Bram Mannheims Lebenswende gestellt werden. Im Jahr 2004 wird er in Tel Aviv von Jugendlichen überfallen und entschließt sich zu einem beruflichen Auslandsaufenthalt. Was dann passiert, erinnert verdammt an Ian McEwans "Ein Kind zur Zeit", ist aber noch viel eindringlicher in Schmerz und Leid geschildert als beim Briten, denn hier geht ein Mensch durch die Hölle. Wie Leon De Winter pathologische Zwangshandlungen und Rachephantasien nicht explizit, sondern regelrecht aus dem Geschehen heraus schildert: das ist Perfektion. (jw)

Kurzbeschreibung

Als der vierjährige Bennie spurlos verschwindet, denkt sein Vater, Bram Mannheim, erst an einen Unfall, dann an ein Verbrechen. Dass das Verschwinden des Jungen mit Weltpolitik zu tun haben könnte, entdeckt er erst sechzehn Jahre später. Und er tut alles, um seinen Sohn wiederzubekommen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von firdalion
Format:Gebundene Ausgabe
Leon de Winters neuestes Werk beginnt im Jahr 2024, die Hauptfigur ist Bram Mannheim, ehemaliger Professor für Geschichte. Israel ist ein Rumpfstaat und kämpft täglich um einen Rest von Existenz. Die Weltordnung hat sich geändert, warum und wie, wird eigentlich nicht geklärt, spielt aber auch keine Rolle. Ein paar Unentwegte und das Militär halten das Leben aufrecht, darunter Bram Mannheim, der beim Roten Kreuz arbeitet und eine Agentur betreibt, die das Schicksal verschwundener Kinder klären soll. In der Rückschau erzählt L. de Winter das Leben seiner Hauptfigur, bis er wieder in der Gegenwart, also 2024 angekommen ist. Alles beginnt, als Bram mit seiner Familie 2005 an eine nordamerikanische Uni geht, um dort zu lehren, und sein Sohn eines Tages (am 28.8.2008) spurllos verschwindet. Damit beginnt der Abstieg des Protagonisten: die Familie zerfällt, er vereinsamt und begibt sich als Landstreicher auf eine irrsinnige Suche nach seinem Sohn quer durch Amerika. Es dauert Jahre, bis er sich wieder fängt und zu einem halbwegs normalen Leben zurückfindet. Wie sich das entwickelt, soll natürlich nicht verraten werden.

All dies ist eingebettet in die große Weltpolitik und fundamentalen Fragen der Gesellschaft. Obwohl die Geschichte 15 Jahre vorverlegt wurde, ist es weder ein Sci-Fi-Werk noch eine düstere Zukunftsvision oder gar eine Abhandlung über den Nahost-Konflikt. Wie in allen anderen Werken von L. de Winter stehen die Hauptfiguren im Vordergrund, die sich mit der politischen und/oder historischen Entwicklung herumschlagen müssen. Sicher sind diese wichtig und bilden den Rahmen, in dem sich Bram Mannheim bewegen muss, aber Brams Verzweiflung, Scheitern, Hoffnung und Liebe waren mir beim Lesen wichtiger.

Ein großes und ernstes Werk eines tollen Autors.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Esther TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Als Bram (Abraham) Mannheim, Jude und Hochschullehrer 2012 von Amerika nach Tel Aviv zurückkehrt, hat sich vieles verändert. Vor wenigen Jahren noch hat er hier glücklich gelebt, in einem Traumapartment gemeinsam mit seiner atemberaubend schönen und klugen, indischen Frau Rachel und seinem wenige Monate alten Sohn Bennie - in einer glamourösen und sehr mondänen Stadt. Die Jungfamilie entscheidet sich aus beruflichen Gründen, nach Amerika auszuwandern, wo sie ihr größter Albtraum heimsuchen wird.

2008 verschwindet Bennie in Brams Obhut spurlos. Alles wird zerbrechen!

Brams Vater Professor Hartog Mannheim, seines Zeichen Biochemiker, Nobelpreisträger, Zionist und trotz liebevollen Bemühungen ein unnahbarer Charakter, wird ihn zurück nach Tel Aviv holen. Schließlich gelangen wir im Jahr 2024 an, in welchem Israel zum "Tel Aviv mit Sandkasten" geschrumpft war, den Juden wurde der Zutritt zu Jerusalem verwehrt, der Weg nach Haifa war durch einen Kontrollposten gesichert - Durchgang lediglich mit vorherigem DNA Abgleich, um terroristischen Anschlägen zuvorzukommen. Die Jugend hat Israel verlassen, um in einer friedlicheren Welt "im Windschatten eines westlichen Landes" (S 51) zu leben, es mangelt an Ärzten, die Alten werden medizinisch ewig ans Leben geheftet, um das jüdische Volk aufrecht zu erhalten, Kinder sind so selten, dass Schulklassen nicht mehr gefüllt werden können - und von diesen wenigen verschwinden manche spurlos. Bram macht es sich zur Aufgabe, verschollene Kinder aufzuspüren. Das Selbstmordattentat am Kontrollposten zu Haifa wirft allerdings rätselhafte Fragen auf und bringt unmögliche, politische Tatsachen ans Licht - Tatsachen, die Bram nach 12 Jahre erneut nach seinem verschwundenen Sohn suchen lassen.

Der Roman befasst sich mit Utopien, die zum einen die Weltwirtschaft umkrempeln (Polen ist der wohlhabendste Staat der EU mit den besten Fußballklubs, in Thailand lässt es sich für Altenpfleger besser leben als in Tel Aviv, Putin kommt immer und immer wieder an die Macht und festig mit dieser eine riesige Russischen Föderation ...) und zum anderen weltpolitische- und Glaubendfragen aufwerfen, eine Vorstellung zu Papier bringen, die (von mir unkommentiert) für brisante Diskussionen sorgen werden.

De Winter schafft es, die Spannung in seinem Roman bis zum Ende derartig aufzubauen, dass er mit seinem Ende, das sehr wohl Hoffnung schenkt, aber dennoch ein trauriges ist, die riesengroße Lücke eines zu früh zu Ende gegangenen Romans zurück lässt. Sehr oft wirft er unfassbare Wendungen vor des Lesers Füße, ohne diese in den kommenden Seiten großartig zu kommentieren - nach und nach streut er jedoch wie zufällig die eine oder andere Erklärung zwischen die Zeilen - von Anfang bis Ende ein perfektes Konzept!

Ein trostloser, trauriger, vielleicht beängstigender und dennoch wunderbarer, äußerst kritischer und überaus mutiger Roman über eine globalisierte Welt, die ihren Menschen den Raum zum Leben und Glauben nimmt.
Für mich der bislang beste Roman des Autors - das lange Warten hat sich vielmals gelohnt!
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
...diese Assoziationen hatte ich bei der Lektüre des aktuellen Buches von Leon de Winter.
"Das Recht auf Rückkehr" ist ein gewichtiger, weit umspannender Roman, eine düstere Zukunftsvision, ein Roman von Verlust und Verrat.
Ein Buch, in dem Leon de Winter alle Register seines erzählerischen Repertoires zieht, ein wortgewaltiges und zugleich fabulierlustiges Buch. Aber auch ein Buch, das den Leser durch die Seiten peitscht, das kratzt und beißt.
Kein versöhnliches Buch.

Im April 2024 sitzt der aus den Niederlanden stammende Bram Mannheim in seiner Agentur in Tel Aviv. Kein schöner und erst recht kein friedlicher Ort.
Israel ist auf Tel Aviv zusammengeschrumpft. Ein Stadtstaat, hermetisch abgeriegelt. Nur noch wenige Menschen leben dort. Die Alten und Armen. Alle anderen sind einer schöneren Zukunft an friedlicheren Orten entgegen gereist.
Auch Bram hatte Israel schon verlassen.
Doch sein Leben sechzehn Jahre zuvor eine dramatische Wendung.

2004 war Tel Aviv eine glamouröse und kulturell lebendige Stadt, in der der junge Wissenschaftler Bram und seine schöne Frau sich wohlfühlten. Doch das Angebot an der Princeton University zu unterrichten, ist zu verlockend.
So verlässt das Paar mit seinem Säugling Israel und schlägt in Amerika Wurzeln.
Bennie, das Kind der beiden ist ein eigensinniges Wesen, eines, das sich in eine hermetisch abgeriegelte innere Welt zurückzieht.
Und eines Tages ist Bennie verschwunden.
Bram fühlt sich allein dafür verantwortlich, peinigt sich mit Selbstvorwürfen und bastelt sich irrwitzige Theorien zurecht, die ihn auf die Fährte seines Sohnes führen sollen.
Sein Leben gerät aus allen Fugen, seine Ehe zerbricht und dann nimmt er ein Leben, weil ihm mehr als eines genommen wurde -- er steht mit leeren Händen vor einer Zukunft, die keine mehr ist.

Bram kehrt zurück nach Israel, sein Vater, ebenfalls Wissenschaftler und Holocaust-Überlebender, nimmt sich seiner an. Allmählich tastet er sich ins Leben zurück.
Gemeinsam mit einem Freund gründet er eine Agentur, in der er nach vermissten Kindern sucht.
Seine Existenz erinnert an das geschundene Land, in dem er lebt, mit dem er sich untrennbar verbunden fühlt. Ein Land, in dem der Grundsatz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" stärker denn je Gültigkeit hat.
Und dann wird er mit der Nase auf Verbindungen gestoßen, die das Verschwinden seines Kindes in einem gänzlich anderen Licht erscheinen lassen...

Leon de Winter spielt in diesem Buch erneut mit seinem literarischen Leitmotiv.
Jüdische Identität und allmächtige Väter spielen auch in diesem Buch eine wichtige Rolle. Doch "Das Recht auf Rückkehr" ist viel mehr.
Es ist ein Buch über ein fragiles Land, dessen Existenzberechtigung immer wieder und auf brutalste Art und Weise in Zweifel gezogen wird.
Das dort alle Friedensbemühungen scheitern, eher gutgemeint denn gut sind, ist nicht schön, aber eine von Leon de Winter klar vertretene Wahrheit.
Das kann man richtig oder falsch finden, doch was Leon de Winter daraus literarisch macht, ist über jeden Zweifel erhaben.

Und dann ist da noch eine Zärtlichkeit zu erwähnen, die Leon de Winter immer wieder in seine dynamische, temporeiche und manchmal drastische Erzählung einfließen lässt.
Wenn er den Vater Bram Mannheim schildert, den Moment, in dem ihm bewusst wird, das er seinen Sohn sehr früh verlieren wird.
Als der verzweifelte Bram die Straßen Santa Monicas auf der Suche nach einer Antwort systematisch durchkämmt. Als er mit Eva so etwas wie eine neue Liebe erlebt...

"Das Recht auf Rückkehr" ist ein zorniges aber ungemein berührendes und leidenschaftliches Buch!
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Die neuesten Kundenrezensionen
tolles buch!
Ein tolles buch fuer alle, die leon de winters schreibstil moegen und sich fuer die juedische kultur interessieren. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von M. K. Klammer veröffentlicht
Naher Osten ganz nah
Leon de Winter ist für mich einer der ganz Großen. In diesem Buch übertrifft er sich allerdings selbst. Lesen Sie weiter...
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Super!
Leon de Winter zeigt bei diesem Roman eindrücklich was er kann. Ein ausgeklügelte Geschichte, die sich über verschiedenen Zeitpunkte hinzieht, die miteinander... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Florian Hammerle veröffentlicht
Verstörend, tief berührend, Kontroversen entfachend
Das Recht auf Rückkehr
Leon de Winter ist einfach ein Zauberer. Das seit sechzig Jahren (oder seit Ewigkeiten? Lesen Sie weiter...
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Wenn das eigene Kind spurlos verschwindet, verschwindet auch das...
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Am Ende eher unzufrieden
Im Jahr 2024 ist von Israel nur noch Tel Aviv übriggeblieben, dazu ein weitgehend entvölkertes Areal drumherum. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Januar 2010 von Thomas Liehr
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