Das Recht der Freiheit und über 1 Million weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle . Erfahren Sie mehr


oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 11,45 eintauschen?
Das Recht der Freiheit: Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit
 
 
Beginnen Sie mit dem Lesen von Das Recht der Freiheit auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Das Recht der Freiheit: Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit [Gebundene Ausgabe]

Axel Honneth
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 34,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 10 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition EUR 29,99  
Gebundene Ausgabe EUR 34,90  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Das Recht der Freiheit: Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 11,45 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Hinweise und Aktionen

  • Christa Wolf: Stadt der Engel
    Suhrkamp-Insel-Shop:
    Hier finden Sie Neuheiten des Verlags, Taschenbuch-Highlights, Bücher im Großdruck, Schullektüren und mehr. Zum Suhrkamp-Insel-Shop

Wird oft zusammen gekauft

Das Recht der Freiheit: Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit + Das Ich im Wir: Studien zur Anerkennungstheorie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Kampf um Anerkennung: Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Preis für alle drei: EUR 61,90

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 628 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (20. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518585622
  • ISBN-13: 978-3518585627
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 50.496 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Axel Honneth
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Axel Honneth auf Amazon

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Honneths Buch ist ein imposantes Werk, das versucht durchzubuchstabieren, was Freiheit in den einzelnen gesellschaftlichen Bereichen bedeutet hat und darauf fußend heute bedeuten sollte. ... Die Differenzierung der drei Freiheitsarten bietet jedenfalls einen hochinteressanten Schlüssel zur normativen Rekonstruktion der modernen Freiheitsgeschichte.«

(Christoph Fleischmann Deutschlandradio Kultur )

»Honneths Gesellschaftsanalyse ist überaus erhellend, in Teilen aber wirkt sie holzschnittartig: etwa seine Ausführungen zur Familie, deren Wandlungsprozesse er mitunter nachgerade romantisch verklärt. Eine Gerechtigkeitstheorie nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch auf eine Gesellschaftsanalyse zu gründen, bleibt somit eine ebenso lohnenswerte wie dringliche Herausforderung. Den Grundstein hierfür hat Axel Honneth mit seinem Werk gelegt.«

(Svenja Flaßpöhler Deutschlandradio Kultur )

»In seinem neuen Buch Das Recht der Freiheit ist das gesamte systematische Gerüst an Hegel angelehnt.  … In einer eindrucksvoll dichten Rekonstruktion der gesamten Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts will Honneth demonstrieren, dass die Fortschritte und Rückschritte in der Verwirklichung dieser Formen der Freiheit klar identifizierbar sind. …  Das Kunststück, dem angeblich preußischen Staatsphilosophen [Hegel] Grundlagen moderner Gesellschaftskritik zu entnehmen, ist Honneth jedenfalls überzeugend gelungen.«

(Ludwig Siep Die Zeit )

»[Dieses Buch zielt] darauf, die heutige soziale Ordnung der westlichen Demokratien und ihre selbstverständlichen und gleichsam unausgesprochenen gewährten Freiheitsräume durch die Interpretation soziologischer, historischer und literarischer Texte bewusst zu machen, zu verstehen und schließlich auf ihre unausgeschöpften Gerechtigkeitspotenziale hin zu befragen. Die Frucht dieses ambitionierten Unterfangens ist indes nicht nur für Philosophen von besonderem Interesse, sondern für alle Menschen, die nach den Regeln, Normen und Idealen unseres Zusammenlebens fragen.«

(Stefan Militzer pw-portal.de )

»Honneths großes Verdienst besteht allerdings nicht allein darin, das politisch Vernünftige noch einmal zu vergegenwärtigen. Vielmehr erinnert sein Buch an eine Bedeutung der Freiheit, die uns beinahe schon abhanden gekommen ist.«

(Christian Schlüter Frankfurter Rundschau )

»[Axel Honneths] Gesellschaftskritik begnügt sich nicht mit dem Hinweis darauf, dass die Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten. Sie will nicht bloß Empörung schüren, sondern schlauer machen: zeigen, was falsch läuft und warum. Im Lichte solcher Diagnosen kann man dann hoffentlich etwas genauer sehen, was man machen kann.«

(Hans Bernhard Schmid Neue Zürcher Zeitung )

»Was Axel Honneth in das formal-dialektische Schema an konkretem Material einbringt, um die realgeschichtliche Dynamik einer zukunftsoffenen, auf mehr Freiheit und stärkere Rechte setzenden gesellschaftlichen Entwicklung freizulegen, macht das Buch zu einem Ereignis in der Theoriegeschichte der Bundesrepublik. Hier kommt die Kritik nicht aus dem intellektuellen Off, hier wird nicht versucht, den Verhältnissen die Leviten zu lesen, sondern hier wird beschrieben, welche Entwicklung die Dinge im Gang der letzten beiden Jahrhunderte aus der Sicht der Soziologie genommen haben. So soll sich zeigen, was sie zur Geschichte der Freiheit beitragen...In der Nähe zu den Phänomenen, in der Einbeziehung literarischer Zeugnisse und in der gleichwohl gewahrten kritischen Reserve gegenüber dem noch bevorstehenden geschichtlichen Ertrag ist das Buch ein historischer Gewinn.«

(Volker Gerhardt Die Welt )

»Will man Honneths enormer Leistung gerecht werden, muss man sie vergleichen mit einer schwierigen Klettertour quer durch die Alpen. Gleich zu Beginn verabschiedet Honneth alle bewährten Bergführer von Kant über Rawls bis zu Habermas und wählt seine eigene Route – mit Hegels Rechtsphilosophie als Notration im Rucksack.«

(Rudolf Walther tageszeitung )

»Es gibt nicht allzu viele Bücher in Soziologie und Philosophie, bei denen man schon nach dem Lesen weniger Sätze sicher ist, dass sie tatsächlich Spuren hinterlassen und auch noch in Jahrzehnten zumindest in den universitären Seminaren Argumente liefern wie auch Fragen aufwerfen werden. Bei Axel Honneths Buch „Das Recht der Freiheit“, 630 immens gelehrten Seiten, darf man sich da sicher sein. Dies liegt zum einen freilich an der akademisch beeindruckenden Biografie Axel Honneths. Zum anderen ist es die ehrgeizige Idee, von der Honneth sich leiten lässt und die dabei in ideengeschichtlicher Perspektive kaum eine Kernfrage von Soziologie und Sozialphilosophie auslässt«

(Nicklas Baschek literaturkritik.de )

Kurzbeschreibung

Die Theorie der Gerechtigkeit gehört zu den am intensivsten bestellten Feldern der zeitgenössischen Philosophie. Allerdings haben die meisten Gerechtigkeitstheorien ihr hohes Begründungsniveau nur um den Preis eines schweren Defizits erreicht, denn mit ihrer Fixierung auf rein normative, abstrakte Prinzipien geraten sie in beträchtliche Distanz zu jener Sphäre, die ihr »Anwendungsbereich« ist: der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Axel Honneth schlägt einen anderen Weg ein und gewinnt die heute maßgeblichen Kriterien sozialer Gerechtigkeit direkt aus jenen normativen Ansprüchen, die sich innerhalb der westlichen, liberaldemokratischen Gesellschaften herausgebildet haben. Zusammen machen sie das aus, was er »demokratische Sittlichkeit« nennt: ein System nicht nur rechtlich verankerter, sondern auch institutionell eingespielter Handlungsnormen, die moralische Legitimität besitzen. Zur Begründung dieses weitreichenden Unterfangens weist Honneth zunächst nach, daß alle wesentlichen Handlungssphären westlicher Gesellschaften ein Merkmal teilen: Sie haben den Anspruch, einen jeweils besonderen Aspekt von individueller Freiheit zu verwirklichen. Im Geiste von Hegels Rechtsphilosophie und unter anerkennungstheoretischen Vorzeichen zeigt das zentrale Kapitel, wie in konkreten gesellschaftlichen Bereichen – in persönlichen Beziehungen, im marktvermittelten Wirtschaftshandeln und in der politischen Öffentlichkeit – die Prinzipien individueller Freiheit generiert werden, die die Richtschnur für Gerechtigkeit bilden. Das Ziel des Buches ist ein höchst anspruchsvolles: die Gerechtigkeitstheorie als Gesellschaftsanalyse neu zu begründen.


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hatte Axel Honneth in seinem bisherigen Hauptwerk "Kampf um Anerkennung" (1992) Sphären der Anerkennung phänomenologisch erschlossen, so verortet er seine bisherige Theorie reziproker Anerkennung nun im Rahmen einer eigenständigen Gerechtigkeitstheorie. Seines Erachtens beschränkt sich die gegenwärtige politische Philosophie noch zu sehr darauf, in abstrakter Weise normative Prinzipien dazulegen, die sie jenseits gegebener Praktiken und Institutionen entwirft, um nachträglich die gesellschaftlichen Gegebenheiten daran zu überprüfen. Im Gegensatz zu vertragstheoretisch angelegten Gerechtigkeitstheorien entwickelt er die Prinzipien sozialer Gerechtigkeit direkt in Form einer Gesellschaftsanalyse. Mit Hegel geht es ihm darum, aus den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen freiheitsverbürgende Institutionen normativ zu rekonstruieren.

Auf dem Boden von Hegels "Rechtsphilosophie" und in kritischer Auseinandersetzung mit Rawls bzw. mit Habermas macht Honneth deutlich, dass die Idee der Gerechtigkeit keine unabhängige, sich selbst erklärende und insofern freistehende Größe ist, mit der wir einen neutralen Standpunkt einnehmen können. Dabei geht es ihm nicht nur um die affirmative Freilegung bereits existierender Praktiken. Vielmehr werden im Lichte jeweils verkörperter Werte gegenwärtig existierende Praktiken kritisiert und nicht ausgeschöpfte Entwicklungsmöglichkeiten im Blick auf eine kommende Gerechtigkeit ausgeleuchtet.

In der politischen Philosophie der Moderne, so Honneth, bildet nicht mehr "der Wille der Gemeinschaft, nicht die natürliche Ordnung, sondern die individuelle Freiheit [...] den Grundstein aller Gerechtigkeitsvorstellungen." (38) "Selbst die vermeintlich subjektkritischen Ethiken der ,postmodernen` Generation zeigen heute, dass sie letztlich nur eine tiefergelegte Variante der modernen Freiheitsidee darstellen." (37) Gleichwohl macht man sich allgemein noch Illusionen darüber, worin diese Freiheitsidee besteht.

Entlang ihres zunehmenden Komplexitätsgrades aufgereiht, beschreibt Honneth auf beeindruckende Weise das negative, reflexive und soziale Modell der Freiheit. In den Modellen der "negativen Freiheit" von Hobbes oder Sartre kommt zum Ausdruck, dass der Einzelne das Recht hat, nach Belieben zu handeln, solange er dabei nicht dasselbe Recht seiner Mitbürger verletzt. Sie stoßen auf ihre Grenzen, insoweit die rechtliche Freiheit zu ihrer tatsächlichen Verwirklichung stets auf Ergänzungen durch Kommunikationen angewiesen ist. Rousseaus, Kants oder Herders Idee der "reflexiven Freiheit" zufolge ist dasjenige Individuum frei, dem es gelingt, sich auf sich selbst in der Weise zu beziehen, dass es sich in seinem Handeln nur von einem inneren Sittengesetz bzw. authentischen Absichten leiten lässt. Hier wird die Illusion genährt, die Subjekte könnten sich von den institutionellen Arrangements lösen, durch die sie in ihrem moralischen Urteil geprägt sind.

Für Honneth verhalten sich negative und reflexive Freiheiten in gewisser Weise parasitär gegenüber einer sozialen Lebenspraxis, die ihnen nicht nur immer schon vorausgeht, sondern der sie überhaupt ihr eigenes Existenzrecht verdanken. Individuelle Freiheit, so Honneth, besitzt in den "Sphären des Rechts und der Moral nur den Charakter der bloßen Distanznahme oder reflexiven Überprüfung" (229) Lediglich in institutionellen Anerkennungssphären mit komplementären Rollenverpflichtungen wird sie zu sozial erfahrbarer und gelebter Wirklichkeit.

Honneth knüpft insofern an seine bisherige Theorie der Anerkennung an, als er für eine institutionelle Erweiterung des Freiheitsbegriffs in Richtung "soziale Freiheit" plädiert. Er skizziert den Zusammenhang zwischen einem bestimmten Typus institutionalisierter Handlungssysteme - Sphäre persönlicher Beziehungen (Freundschaften, Intimbeziehungen, Familien), Sphäre marktwirtschaftlichen Handelns (Konsumsphäre, Arbeitsmarkt), Sphäre der demokratischen Willensbildung (Öffentlichkeit, Rechtsstaat) - und der sozialen Freiheit.

Insbesondere Honneths Auseinandersetzung mit einer "Tradition der Sittlichkeit der Marktgesellschaft" (343) ist gegenwärtig von größter Bedeutung. Seines Erachtens lässt sich Markthandeln nicht nur in Begriffen "ökonomischer Effizienz", sondern auch denjenigen "normativer Legitimation" betrachten. In Begriffen der Anerkennung wiedergegeben heißt das, dass die ökonomischen Akteure sich vorweg als Mitglieder einer kooperativen Gemeinschaft anerkannt haben müssen, bevor sie sich wechselseitig das Recht zur individuellen Nutzenmaximierung auf dem Markt einräumen können" (349).

Die von Marx in seiner Kapitalismuskritik skizzierten Missstände werden von Honneth in einen von Hegel und Durkheim eröffneten Denkhorizont übersetzt. Honneth lässt keinen Zweifel daran, dass im Augenblick praktikable Alternativen zum ökonomischen Steuerungsmedium des Marktes nicht erkennbar sind" (356) Seine normative Rekonstruktion besteht entsprechend darin, "in der historischen Entwicklung des kapitalistischen Marktes idealisierend den Pfad freizulegen [...], der unter dem Druck sozialer Bewegungen, moralischer Proteste und politischer Reformen zu einer schrittweisen Realisierung der ihm zugrundeliegenden, seine Legitimation sichernden Prinzipien sozialer Freiheit geführt hat" (358).

Insgesamt kommt Honneth zu dem ernüchternden Fazit, dass sowohl die Sphäre des Marktes als auch die der politischen Willensbildung in den letzten Jahrzehnten weit hinter dem zurückbleiben, was sie an Möglichkeiten demokratischer Sittlichkeit zulassen: "Je deutlicher sich auch weiterhin die politische Integration der europäischen Gemeinschaft nur unter Beibehaltung einer jeweils nationalstaatlich verfassten Willensbildung vollziehen wird, desto eher wird sich hier die Transnationalisierung der Bürgerrechte auf eine Sicherung von ausschließlich liberalen Freiheitsrechten beschränken, wodurch wiederum kollektiven Bestrebungen einer sozialstaatlichen Rückeinbettung des Marktes der Boden entzogen sein dürfte." (611)

Am Ende seines Buches sieht sich Honneth mit der Frage konfrontiert, "woher die moralischen Ressourcen stammen sollen, die es einer demokratischen Bürgerschaft in Solidarität ermöglichen könnten, sich all den von uns zwischenzeitlich diagnostizierten Fehlentwicklungen entgegenzustemmen." (612) Habermas` Idee des "Verfassungspatriotismus" bleibt für ihn abstrakt dem Medium des Rechts verhaftet. Was bleibt, ist die Erinnerung der auf dem Boden der Moderne ausgetragenen Anerkennungskämpfe und der darin verkörperten historisch unabgegoltenen normativen Ansprüche. Mit anderen Worten, "die Hoffnung dass sich auf dem Boden eines derartigen Geschichtsbewusstseins eine europäische Kultur geteilter Aufmerksamkeiten und erweiterter Solidaritäten entwickeln könnte" (624).

Axel Honneth hat sich mit diesem großartigen Werk endgültig als einer der bedeutenden gegenwärtigen Denker der politischen Philosophie profiliert.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Schon in seinem Werk "Kampf um Anerkennung" hatte Axel Honneth mit der hehren Idee der "Anerkennung des ganzen Menschen" als das Jenseitige der nur rechtlichen Anerkennung kokettiert. In seinem neuen Buch "Das Recht der Freiheit" will er die "Prinzipien sozialer Gerechtigkeit direkt in Form einer Gesellschaftsanalyse" (9) entwickeln. Dabei ist diese vormalige Anerkennungsdichotomie zu der Gewissheit ausgestaltet, dass einerseits die "subjektiven Rechte" - und insbesondere dasjenige auf Eigentum - schon als "Basis all unserer Freiheiten"(129) gelten können; andererseits trete aber die wahre soziale Freiheit erst mit kompensatorischen moralischen und politischen Bemühungen ein - kompensatorisch auch nach Honneth w e g e n dieser seiner Grundlage.

Einer marxistischen Sichtweise, nach der "die liberalen Grundrechte (..) nichts anderers (seien) als eine Handvoll ideologischer Instrumente, mit denen die herrschende Klasse die ökonomischen Eigentumsverhältnisse festschreiben und eine beschleunigte Ausbeutung der Lohnarbeiter rechtfertigen wollte"(133) wird so nur für eine ferne, noch rohe Vergangenheit "Faktizität" (595) zugestanden. Insgesamt und systematisch wird diese Position von Honneth jedoch verworfen. Diese Ablehnung begründet sich bei Honneth nicht dadurch, dass Marx und seine Nachfolger die soziale Form des Rechts nicht als Folge der Verwertung von Wert erwiesen haben; sondern weil in der historischen oder etwa nur möglichen, wenn auch eher schmerzlich vermissten Gegenbewegung sozialer Wirklichkeit "die subjektiven Rechte auch die Chance einer ganz anderen Verwendung bereithalten"(133).

Mit Rückgriff auf Hegel bietet er statt dessen einen "Daseinsgrund der rechtlichen Freiheit" (132) auf, der ganz im Willen der Menschen angesiedelt sei. Dabei will Honneth sich so gar nicht über den hegelsche Befund eines Willens wundern, der gar nichts Bestimmtes mehr will, sondern von allem(!) abstrahiert hat, und angeblich deshalb (?) beim Eigentum als ausdrücklich seiner Materialisierung landet. Er hält trotz oder sogar wegen seiner Leere diese Sorte Willen der Person mit Hegel für eine Ausgeburt des Willens schlechthin, und für eine reine Errungenschaft der Menschheit, und gewinnt ihm gerade "im Problemhorizont alltäglicher Konflikte" sogar "ethischer Bedeutung" (136) ab. Dem Eigentumsverhältnis unterstellt er so nicht nur die "Aufgabe" für den individuellen Eigentümer, "seinen 'wirklichen Willen', das 'Eigene' ... in Erfahrung zu bringen" (137). So bebildert er diese Vorstellung von Eigentum mit dem Freiraum einer materiellen Privatsphäre, etwa eines eigenen Zimmers. Er vergisst darüber, dass Hegel das Eigentum eher illusionslos so ganz anders denn als Mittel für materielle Bedürfnisse gefasst hat, nämlich "wahrhaft" als "wesentlicher Zweck für sich" (Rechtsphilosophie §45). Dem eigentumsvermittelten Wirtschaften lauscht Honneth im weiteren einigermaßen angestrengt das Versprechen sozialer Wohlfahrt ab, von dem es sich doch mit dem Eigentum als privater Verfügung gerade grundlegend emanzipiert hat - wie er auch ausführlich zu berichten weiß.

Dass so eine kastrierte, isolierte und eindimensionale Sorte Willen wie der der Rechtsperson, die dann nur aufs abstrakte Verfügen verfallen kann, vielleicht schon v o n v o r n h e r e i n eine Notwendigkeit enthalten könnte, also eine Verpflichtung auf einen Inhalt jenseits seiner selbstzweckhaften Sphäre wie seines dürftigen Gehalts, kommt ihm gar nicht in den Sinn. Noch irritiert ihn der Tatbestand, dass eine gesellschaftlich übermächtige Gestalt wie der Staat, getrennt vom subjektiven Willen, die Anerkennung dieses Rechtswillens zu gewährleisten hat.
So ein rechtlicher Wille als eben auf abstraktem Bezug zu sich und auf die Welt beruhend, enthält aber in der Tat nicht nur gar kein Bewusstseinselement mehr von gesellschaftlichen Inhalten, vielmehr ist mit der Anerkennung in seiner Freiheit als Person alle Rücksichtslosigkeit gegen Gesellschaft bekräftigt, die Honneth dann doch, aber erst an der nichtbegrifflichen Wirklichkeit der personalen Freiheit, in den wirtschaftlichen Aktivitäten erkennen will.

Mit seiner Entwicklung des Sollens aus dem schlecht begriffenen Sein dieser Gesellschaft formuliert Honneth zwar ein hoffnungsfrohes wie trotziges Dennoch von "Gesellschaft u n d Freiheit", bringt damit aber nur zielgerichtet ein moralisches Anliegen dieser Gesellschaft auf einen praktischen Begriff.

Man könnte so Honneths absichtsvoll eliminierter "Trennung von Sein und Sollen" einfach mit der FAZ (23.8.2011) entwarnend bis gelangweilt, und leicht süffisant eine Affirmation des "Sozialen" bescheinigen. Man kann aber auch ernst nehmen, wie unbefriedigend, nicht hinreichend oder schief die E r k l ä r u n g des Rechts und seiner Wirklichkeit bei Honneths "normativer Rekonstruktion" sich darstellt. Zudem mag einem schon die Sorte Freiheit nicht behagen, die Honneth sowohl im Recht angelegt sieht als auch als erstrebenswerte Durchführung desselben uns anempfiehlt.

Vielleicht wird dann diese Anregung begrüßt werden, wie das Recht in seiner beunruhigenden - allerdings vor-rechtlichen - Notwendigkeit dann doch verstanden werden kann:

Harald Haslbauer:
"Eigentum und Person -
Begriff, Notwendigkeit und Folgen bürgerlicher Subjektivierung"

Verlag Monsenstein&Vannerdat Münster 2010 Eigentum und Person: Begriff, Notwendigkeit und Folgen bürgerlicher Subjektivierung
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Konzentrationsschwäche/7.Kl... Buchempfehlung ? 15 Vor 13 Tagen
Mit 8 Sofies welt? 54 Vor 17 Tagen
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:











Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de