<Vorausgeschickt: Ich hatte keine archäologischen Vorkenntnisse>
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich gründlicher mit dem antiken und frühmittelalterlichen Köln beschäftigen möchte. Das ca. 300seitige Buch im praktischen Jackentaschenformat ist einem überall eine große Hilfe, die es auch Laien erlaubt, aus der Erkundung der in Köln reichlich vorhandenen Zeugnisse aus römischer (und fränkischer) Zeit wirklich etwas zu lernen.
Als ich mir im letzten Sommer das Römisch-Germanische Museum an meinem Studienort Köln anschauen wollte, musste ich feststellen, dass die dortigen Vitrinen nur recht spärlich mit erläuternden Hinweisen versehen waren. Es war mir kaum möglich, Besonderheiten an den einzelnen Exponaten zu erkennen und etwas über Herstellung, Bedeutung und Einordnung zu erfahren. Das hat sich geändert, seitdem ich mir im dortigen Shop den vorliegenden Führer gekauft habe.
Er liefert ausführliche Erklärungen zu den wichtigsten Stücken in den Vitrinen und Inseln, gibt Hinweise auf Herkunft, Herstellungstechnik und Gebrauchszweck der Stücke und ordnet sie ggf. geschichtlich ein. Er macht Erläuterungen zu Zusammenhängen mit der griechischen Mythologie. Dem archäologisch noch nicht allzu versierten werden auch die römische Geschichte Kölns oder etwa die verschiedenen Säulenformen. Oft muss man diese Artikel aber auch suchen.
Das RGM nimmt jedoch nur knapp die Hälfte des Buches ein. Der Rest führt durch die ganze Kölner Innenstadt: zu den versteckten Resten der römischen Stadtmauer, zum Praetorium unter dem Rathaus oder durch viele Kölner Kirchen. Auch für die Domschatzkammer braucht man keinen eigenen Führer mehr. Die ganz Harten können sich auch einmal den Ausgrabungsstätten außerhalb der Römerstadt zuwenden. Alles in allem reicht das für Wochen.