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Das Rätsel der Donauzivilisation: Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas
 
 
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Das Rätsel der Donauzivilisation: Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas [Gebundene Ausgabe]

Harald Haarmann
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein faszinierendes Buch über das verfallende römische Straßensystem (...)" Steffen Richter --Tagesspiegel, 24. Dezember 2011

Kurzbeschreibung

In den letzten Jahren haben Archäologen immer mehr Belege dafür gefunden, dass es zwischen dem 6. und dem 3. Jahrtausend v. Chr. auf dem Balkan eine Hochkultur gab, die bereits vor den Mesopotamiern die Schrift kannte. Harald Haarmann führt in seinem Buch erstmals umfassend in diese bisher unbekannte, in vielem noch rätselhafte alteuropäische Kultur ein. Er beschreibt Handelswege und Siedlungen, Kunst und Handwerk, Mythologie und Schrift der Donauzivilisation, geht ihren Ursprüngen am Schwarzen Meer nach und zeigt, welchen Einfluss sie auf die Kultur der griechischen Antike und des Vorderen Orients hatte.

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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In der langen Reihe seiner Veröffentlichungen hatte sich der renommierte Sprachforschers Dr. phil. habil. Harald Haarmann bereits zweimal schwerpunktmäßig mit der alt-europäischen Donauzivilisation befasst: "Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen und "Einführung in die Donauschrift. Nunmehr legt Haarmann das vollständiges Puzzle einer 7 Jahrtausende alten Zivilisation vor...

Gleich zu Beginn des Buches überrascht der Autor seine Leser mit einer Dokumentation des Kulturniveaus der Alteuropäer, das neben manchen Überraschungen auch etliche Rekorde im weltweiten Vergleich zu bieten hat. So entstanden die ältesten Großsiedlungen von Stadtgröße nicht in Mesopotamien, sondern in Alteuropa. Larissa und Varna sind mit ihren Siedlungsspuren als kontinuierlich bewohnte Orte doppelt so alt wie Athen oder Rom. Neben Einfamilienhäusern mit mehr als 100 qm Grundfläche erbauten die Alteuropäer die ersten zweigeschossigen Reihenhäuser der Welt . Das Töpferrad als Vorläufer der Töpferscheibe wurde in Alteuropa entwickelt und tritt erst später als technische Erneuerung in Mesopotamien auf. Neben den ersten verwendeten Rollsiegeln, wurden auch die ersten Brennöfen zur Herstellung hochwertiger Keramikprodukte zuerst in Alteuropa in Betrieb genommen. Im ausgehenden 6. Jahrtausend v. Chr. wurde die Technologie des Metallgusses erstmals in Alteuropa angewandt. Hier wurden auch die frühesten Systeme zur Notation von Zahlen und ein Schriftsystem entwickelt. Bereits Jahrtausende vor den Griechen der Antike wurde kelterten die Alteuropäer Wein und aßen Kirschen, Erbsen und Petersilie.

Beginnend bei den frühen Ackerbauern in Südosteuropa mit denen der Übergang zum Neolithikum einsetzte, beschreibt Haarmann die Entwicklung, Aufstieg, Errungenschaften, Niedergang und kulturelle Nachwirkungen der Donauzivilisation in elf Kapiteln. Durch Kontakte über die einstige Landbrücke am Bosporus, die durch "die Sintflut" um 6700 v. Chr. eingerissen werden sollte, begann die formative Periode Alteuropas, die schließlich einige Regionalkulturen entstehen ließ. (Eine Synopse zeigt die Kulturchronologie Südosteuropas im Neolithikum und Chalkolithikum). Im zweiten Kapitel begibt sich Haarmann auf die Spuren der (vor-indoeuropäischen) Alteuropäer, die diese im genetischen Fußabdruck und späteren Sprachen hinterlassen haben. Der Wirtschafts- und Lebensraum mit seinen Handelsgütern und -routen, Architektur und Siedlungen, sowie Kultstätten und Gräber ist das Thema von Kapitel der. Während sich Kapitel vier ausführlich mit Handel und Kunst beschäftigt, setzt sich das fünfte Kapitel mit Fragen zum Matriarchat oder Matrilinearität , Familien und Sippen in einem Modell einer egalitären Gesellschaft auseinander. Religion und Mythologie mit dem Weltbild von Wildbeutern und Ackerbauern, weiblichen Gottheiten, Stierkult und andere Ritualen sind Gegenstand des sechsten Kapitels. Nachdem im siebten und achten Kapitel das Zählen, Messen und Registrieren sowie die Erfindung der Schrift thematisiert werden, bietet das letzte einen Einblick in die politischen und kulturellen Umbrüche ab ca. 4500 v. Chr., die zum Niedergang der Donauzivilisation führen sollten. Durch den balkanisch-altägischen Kulturdrift konnte jedoch ein Netz von kulturellen Traditionen und Technologien in den ägäischen Raum gelangen. Neben handwerklichen Technologien, der Architektur und der Anlage von Siedlungen, Sprache,Kommunikation und Schriftsystemen ist hierbei vor allem an die große Göttin und ihre Töchter, aber auch das Geheimnis der minoischen Doppelaxt zu denken.

timediver® konnte sich bereits bei einem Besuch des Archäologischen Museums in Varna/Bulgarien (2006) - wo der älteste Goldschatz der Menschheit ausgestellt wird - und bei Besuchen der Archäologischen Museen von Iraklio/Kreta (1989/2002), Athen (1995) und Nicosia/Zypern (1992, 1994, 2011) vom "Hintergrundleuchten Alteuropas" (so Haarmann in seinem Epilog) überzeugen.

Der mit einem 15seitigen Literaturverzeichnis abschließende, reich illustrierte Band ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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21 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unterirdisch 5. Februar 2012
Von Tanzmaus
Format:Gebundene Ausgabe
Wieder einmal geht es um ein Umschreiben der Geschichte und um die Entdeckung einer "Hochkultur" - und diesmal sogar einer Europäischen! Ex oriente lux - von wegen!
Nach der großen Flut erreichten die "Alteuropäer" zwischen 5000 und 3500 v. Chr. eine ungeahnte Kulturhöhe - die sog. Donauzivilisation - vom Autor als früheste Hochkultur Europas bezeichnet. Von dieser Hochkultur profitierten (via balkanisch-altägäischer Kulturdrift) noch rund 2000 Jahre später die Minoer und Mykener. Die Hochkultur der Donauzivilisation, u. a. belegt durch die Existenz von Großsiedlungen, Häuser mit mehr als 100 qm Grundfläche, zweigeschossige Reihenhäuser, Metallurgie, Töpferrad, Siegel und schließlich der Schrift. All dies lange vor Mesopotamien!

Unreflektierte, dümmliche "Belege"...
Da die "Alteuropäer" die Landwirtschaft ja nicht erfunden, sondern aus dem Vorderen Orient übernommen haben (S. 12), wittert Haarmann in der Anpassung dieser Wirtschaftsform an europäische Verhältnisse eine besondere Kulturleistung. Anpassungsfähigkeit ist für eine Spezies, die von Afrika ausgehend den ganzen Planeten mit seinen unterschiedlichsten Lebensräumen bevölkert hat, sicher eine charakteristische Eigenschaft, zeichnet die "Alteuropäer" aber nicht gegenüber Bewohnern anderer Weltgegenden oder Zeitabschnitten aus.
In diesem Stil geht es munter weiter. So sind z. B. Großsiedlungen gar kein bis dahin unbekanntes Phänomen (man denke nur an jene des akeramischen Neolithikums) und in der zeitlichen Auflösung dürften die oft zitierten Tripolye Siedlungen (bei Haarmann neuukrainisch Trypillya) auch etwas kleiner werden. 100 qm Grundfläche überschreiten übrigens auch schon die ersten Bauernhäuser Mitteleuropas (2. Hälfte 6. Jt. v. Chr.) locker. Rez. hätte gerne mehr über die Korrelation von Hausgröße und Kulturhöhe erfahren. In die Irre führt Haarmann den Leser z. B. auch, wenn er das Töpferrad zu einem Alleinstellungsmerkmal "Alteuropäischer Kultur" stilisiert. Denn die sog. langsam drehende Töpferscheibe (Tournette), ist im Vorderen Orient ebenfalls schon im 6/5. Jt. v. Chr. nachgewiesen. Überdies mag man sich auch darüber streiten ob das Töpferrad denn tatsächlich als Vorläufer der schnell drehenden Töpferscheibe zu werten ist. Ersteres diente als drehbare Arbeitsfläche, um bspw. Gefäßbemalung anbringen zu können. Die sich ab dem ausgehenden 4. Jt. im Vorderen Orient ausbreitende, schnell rotierende Töpferscheibe ist hingegen ein Gerät zur effektiven Fertigung zahlreicher, gleichförmiger Gefäße durch spezialisierte Handwerker - letztlich ein Instrument zur Massenproduktion - und damit etwas völlig anderes. Deren Einzug in "Alteuropa" fand erst zwei Jahrtausende später statt.
Als Ente entpuppen sich auch die vermeintlich von den Alteuropäern erfundenen "Rollsiegel" und die frühe Verwendung von "Stempelsiegeln". Die Verwendung der sog. Pintaderen hat mit der administrativen Zwecken dienenden Siegelung im Vorderen Orient nichts zu tun und die Begrifflichkeit Stempel oder Stempelsiegel sagt nichts über eine entsprechende Verwendung aus. Übrigens sind die südosteuropäischen Tonstempel ebenfalls (nur) eine Übernahme aus Anatolien....
Über 1000 Jahre bevor die die Schrift in Mesopotamien entstand, soll sich in Südosteuropa ein "rudimentäres Schriftsystem" entwickelt haben (S. 199 spricht gar von "Inschriften"). Tatsächlich sind über 200 verschiedene Zeichen bekannt, allerdings im gesamten Raum und über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten. Zeichenkombinationen sind eher selten. Zeichen stehen meist allein. Es handelt sich also keinesfalls um eine Buchstaben-, Silben- oder Wortschrift. Die Vermutung, dass mit den einzelnen Zeichen und Symbolen Inhalte fixiert oder transportiert wurden, ist kaum zu bestreiten. Allerdings haben wir es hier allenfalls mit der Vorform einer Schrift zu tun.

Eigenartige, unpräzise Sprache
Haarmann jongliert mit Begriffen, deren tatsächliche Bedeutungen ihm offenbar selbst nicht so ganz klar sind. Der deutsche Begriff Zivilisation meint etwas anderes als der engl. Begriff civilization, den man in diesem Zusammenhang mit "Kultur" übersetzt. Die "Danube civilization" sollte man also mit Donaukultur oder donauländischer Kultur übersetzen, übrigens keine Begrifflichkeit die Haarmann erfunden hat, wie er den Leser glauben machen will, sondern eine Bezeichnung, die V.G. Childe bereits in den 1920er Jahren geprägt hat. Weshalb man dem (von Gimbutas geprägten) Begriff Alteuropa auch noch die englische Variante "Old Europe" beistellen muss, bleibt Rez. schleierhaft.
Insgesamt wimmelt es nur so von sprachlichen Missgriffen. Bildunterschriften wie z. B. S. 83 Abb. 27: "Aus Spondylus gefertigte Armreifen" (es handelt sich doch wohl um Schmuck und damit um einen Armreif, Plural Armreife (!) und nicht um Reifen) entbehren nicht einer gewissen Komik. Mega-Settlements (z. B. S. 150) oder auch mal megasettlements (z. B. S.11) geschrieben, ist nicht nur ein unnötiger Begriff sondern dokumentiert einmal mehr redaktionelle Schlamperei. Ausdrücke wie "Goldschatz von Varna"(S. 11) (dabei handelt e sich doch wohl um Beigaben und Ausstattungsgegenstände aus Gräbern); "Regionalkulturen der Donauzivilisation" oder "Der genetische Fußabdruck" wirken verstörend auf Leser, die sich mit der Materie auskennen. Die Aufzählung ließe sich noch problemlos fortsetzen. Es mutet seltsam an, wenn solche Unzulänglichkeiten ausgerechnet aus der Feder eines Sprachwissenschaftlers stammen und von einem renommierten Verlag akzeptiert werden.

Sachkenntnis? Fehlanzeige!
Abbildung auf S. 89 zeigt zwei Tonmodelle: Entgegen der Bildunterschrift ("Tonmodelle von Booten aus Alteuropa, 5. Jt. v. Chr.") handelt es sich bei dem einen Stück um ein Bootsmodell, allerdings aus dem 2. Jt. v. Chr., Herkunft Zypern. Das zweite Stück, (Zypern, spätes 3. Jt.) ist gar kein Bootsmodell, sondern eine Darstellung waschender Frauen. Von einem Kenner der "alteuropäischen Kultur" wäre zu erwarten gewesen, dass er merkt, dass hier etwas nicht stimmt. Übrigens liefert die Lektüre von Haarmanns Bildquelle Informationen über die tatsächliche Herkunft der Stücke. Aber das hat Haarmann wohl übersehen. Der peinliche Lapsus ist symptomatisch für den Umgang mit der Materie: Was in das Weltbild passt, wird kritiklos und unhinterfragt übernommen, Gegenargumente werden - sofern man sie überhaupt kennt - ausgeblendet. Plausible und nachvollziehbare Ergebnisse sind bei dieser Arbeitsweise natürlich nicht zu erwarten. So kommt es, dass das Buch völlig nutzlos ist, weil es nichts belegt und nur Ausweis der Überzeugungen seines Autors ist.

Rez. könnte noch viel anmerken, legt das Druckwerk aber entnervt zur Seite.
Bezeichnete der Autor sein Buch als Desiderat, so hegt Rez. am Ende der Lektüre den Wunsch, Harald Haarmann möge künftig nur noch über Dinge schreiben, von denen er tatsächlich etwas versteht. Dem Verlag C.H. Beck und seinen Lektoren wünscht Rez., dass sie sich bei der Auswahl ihrer Autoren künftig von Sachkenntnis leiten lassen, damit solche peinlichen Missgriffe unterbleiben, schaden sie doch dem Ansehen eines Verlages und dessen Reihen enorm.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jaun Hans-peter TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das reich illustrierte Werk von Harald Haarmann, bekannter Kenner alter Schriften, präsentiert eine fraglos aufschlussreiche Arbeit über die sogenannte Donaukultur, die erste europäische Hochkultur, welche im 6.-4. Jahrtausend vor Chr. Südosteuropa bevölkert hat. Für die Leserschaft erweist sich die breite thematische Sicht (Wirtschaft, Kultur, Religion, Mythologie, Handwerk und Schrift) als Vorteil, um den Stellenwert dieser Zeitspanne als Kulturbringer für das antike Griechenland abschätzen zu können. Als sehr informativ und nützlich erweisen sich seine Ausführungen über das Zählen, Messen, Registrieren und das erste Schriftsystem, ein Themenkreis, in dem sich der Autor zuhause fühlt.

Die Bedeutung dieser Arbeit liegt darin, dass erstmals einem breiteren Publikum die Existenz einer Kultur nahe gebracht wird, welche längere Zeit nur einem kleinen Kreis von Fachleuten bekannt war. Als Schwachpunkt kann die Fixierung auf einen Kulturkreis bezeichnet werden, dessen Ursprung und dessen Einfluss nicht vollends ausgeleuchtet werden. Interessant wären klärende Fragen auf die Auswirkungen auf Mitteleuropa oder auf das frühe, nahe gelegene Italien! Hier bleibt er seiner Leserschaft viele Fragen schuldig. Dies gilt auch für die möglichen Folgen auf den Ursprung der Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten.

Nicht die Mängel und offenen Fragen gilt es zu würdigen, sondern die Folgen dieses Panoramas auf weitere Arbeiten, welche sich mit dem frühen Europa und dem historischen Stellenwert des Balkans in Verbindung zum noch älteren Göbekli Tepe befassen werden. Vor diesem Hintergrund darf diese Arbeit keineswegs unterschätzt werden. Im Gegenteil, wir stehen vor einer Revolution des Geschichtsbildes des prähistorischen Europas!
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