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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001
Der Autor Andreas Herberg-Rothe hat sich eine große Aufgabe gestellt. Er will dem "Anti-Clausewitz-Affekt", den vor allem Keegan und van Crefeld untermauern, seine unhinterfragte Rechtmäßigkeit entziehen. Für den Rezensenten Jens Bisky ist das ein sichtbar mühsames Unterfangen. Zwar wende der Autor viel Scharfsinn und Unterscheidungsgabe auf und habe "seinen" Clausewitz auch gründlich studiert, doch lasse das nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihm die beiden renommierten Wissenschaftler als Historiker doch deutlich überlegen seien. Letztlich bleibt da doch, so Bisky, die Clausewitzsche Erkenntnis vom Krieg als einem "wahren Chamäleon", dem man in seiner Bestimmung nicht so leicht beikommen kann.
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Parnass, online-Kulturmagazin, 6/2003
Herberg-Rothe hat nicht nur ein Buch unter den vielen Veröffentlichungen zu Clausewitz geschrieben. Er hat ein Standartwerk zum Militärtheoretiker Clausewitz herausgegeben, das nur schwer überboten werden dürfte.
PK
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Der Autor über sein Buch
Der Anschlag auf das WCT, Tschetschenien, Kosovo und die Kriege in Afrika stellen nicht nur die Erwartungen an ein weitgehend friedliches, weil ökonomisch geprägtes 21. Jahrhundert in Frage. Zusätzlich sind sie begleitet von Versuchen, einen fundamentalen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Der Kern der veränderten Sichtweise auf diese "Neuen Kriege" kann als "Anti-Clausewitz" beschrieben werden und basiert auf dem Vorrang von Kampf und Gewalt vor der Politik. Martin van Creveld, einer der entschiedensten Kritiker Clausewitz', hatte betont, seine Position sei "Nietzsche pur".
Clausewitz' weltberühmte Formel vom "Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" beinhaltet keineswegs eine beliebige Rechtfertigung von Kriegen, sondern beruht auf dem Primat der zivilen Gesellschaft vor dem Militärwesen und dem gewaltsamen Kampf. Clausewitz' Theorie ist jedoch nicht auf diese Formel zu reduzieren. Aus seinem "Testament" geht hervor, dass er jeden Krieg aus den widerstreitenden Elementen von Gewalt, Kampf und dem Primat der Politik zusammengesetzt sah.
Durch diese Interpretation gewinnt Clausewitz' politische Theorie des Krieges neue Brisanz und Aktualität - als Theorie der Begrenzung von Krieg und Gewalt im 21. Jahrhundert.
Stellungnahmen:
"Herberg-Rothe gelingt es, tief in den Entwicklungsgang der Clausewitzschen Überlegungen einzudringen und dabei zu zeigen, dass es bis heute keine Theorie des Krieges gibt, die nicht in Auseinandersetzung mit Clausewitz entstanden ist."
Herfried Münkler
"..., fällt wiederum auf, dass es sich um eine über die bisherige Literatur zu Clausewitz hinausweisende Arbeit handelt. Der Autor hat damit nicht nur einen eigenständigen Beitrag zur Geistesgeschichte geleistet, sondern auch wertvolle Anstöße für die politik-theoretische Debatte über das Verhältnis von Krieg und Politik geliefert."
Wilfried von Bredow