Der Film selbst nimmt unter den zahlreichen Agentenfilmen, die im geteilten Berlin des kalten Krieges spielen, tatsächlich eine seltsame Stellung ein. Agent Quiller muß sich nicht mit Kommunisten, sondern mit Nazis herumschlagen, die aber derart unpolitisch herüberkommen, daß man den starken Eindruck gewinnt, daß man einfach das in den Tagen des kalten Krieges schon überstrapazierte Klischee der roten Agenten nicht noch ein weiteres mal benutzen wollte. In der deutschen Fassung wurden Quillers Gegenspieler dann jeglicher politischer Identität beraubt und sind nun einfach nurmehr "die andere Seite". Das wirft ein interessantes Licht auf die Vergangenheitsbewältigung in den 60er Jahren, daß es funktioniert, deckt aber auch gewisse dramaturgische Schwächen der Geschichte auf. Im Kern ging es Harold Pinter aber ohnehin eher um ein psychologisches Katz und Maus Spiel, und das kommt gar nicht so schlecht rüber, dank der schauspielerischen Qualitäten von George Segal und Max von Sydow. Die grösste Stärke des Films ist aber die Stimmung, die er in manchen Szenen verbreitet (z. B. wenn Quiller in den sehr frühen Morgenstunden in ein mieses Vorstadthotel einkehrt und John Barrys "Wednesdays Child" aus einem krächzenden Radio ertönt.)
Die DVD zeigt den Film im richtigen Breitwandformat, also ca 1:2,35, allerdings ist sie 4:3 kodiert, und dementsprechend schlecht ist die Bildqualität, speziell wenn man auf 16:9 Bildschirmen schaut. Ausserdem scheint die zugrundeliegende Kopie farblich nicht mehr ganz taufrisch gewesen zu sein. Es sieht so aus, als würde irgendwann eine neue DVD-Auflage dieses Films erscheinen, anzunehmendermassen 16:9 kodiert, hoffentlich von einer farblich besser erhaltenen Kopie - das sollte man auf jeden Fall abwarten...