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Das Provisorium
 
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Das Provisorium (Taschenbuch)

von Wolfgang Hilbig (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3 (November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359615099X
  • ISBN-13: 978-3596150991
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,1 x 2,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 24.02.2000
In rückhaltloser Begeisterung, aber ohne die Schwächen des Buchs zu verschweigen, schreibt Ursula März über diesen neuen Roman des "kompletten Außenseiters" der DDR-Literatur. Sie zeichnet den Weg des Schriftsteller C. nach, der 1985 ein Visum für den Westen erhält und im Suff versinkt. Der Westen werde dabei genauso schlecht behandelt wie der Osten. Der Roman, der vorzugsweise in Bahnhofsspelunken zu spielen scheint, schildere das Leben des C. als "alttestamentliches Inferno", bevor er in breiiger Konsistenz buchstäblich untergehe. Perfekt ist der Roman nach März nicht: Manche Handlungsstränge würden schlicht vergessen, andere ohne Sinn wieder aufgenommen. Aber was ist schon der blasse Anspruch literarischer Perfektion gegen "die Vehemenz des Buchs". Ein wenig gestört fühlt sich die Rezensentin nur durch die "Ausgewogenheit" der Ungerechtigkeiten gegen Ost und West. Hilbigs Hass auf die Ex-DDR findet sie authentischer als den auf den Westen, der mit dem üblichen Bildervorrat - von Fußgängerzonen über die Prostitution - möbliert werde.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Provisorium
OA 1999 Form Roman Epoche Moderne
Der autobiografische Roman von Wolfgang Hilbig über die Halt-, Ich- und Bodenlosigkeit des Schriftstellers C. auf seinen Reisen zwischen Ost- und Westdeutschland kann als Wenderoman gelesen werden, obgleich er 1989 spielt.
Inhalt: Der Roman handelt von den Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen des DDR-Schriftstellers C. in der Zeit seines einjährigen Dienstvisums in der BRD, während derer es ihm an keinem Ort – und in keiner Liebesbeziehung – gelingt, Fuß zu fassen. Er lebt in diesem Jahr »provisorisch« in Hanau, Leipzig und Nürnberg, bewegt sich auf Bahnhöfen und in Einkaufszonen. Auf seine Schreibblockade reagiert er mit einem sich zur Tagesbeschäftigung ausweitenden Alkoholkonsum.
In der Grenzerfahrung des ständigen Reisens und der Unmöglichkeit der Rückkehr öffnet sich in ihm ein Provisorium, in welchem sich »neue« Realität und alte Erfahrungen widersprechen. Analog zu den Erfahrungen vieler DDR-Bürger nach 1990 stellt sich eine Anpassung an die »West-Psyche« und das Verständnis eines scheinbar deregulierten Freiheitsbegriffs nur sehr langsam ein. In der Selbstdarstellung seiner Problematik, die ihn weder zwischen den Städten noch zwischen den Frauen zur Ruhe kommen lässt, erscheint C. als ein von Schuld- und Schamgefühlen geprägter Mensch.
Das Jahr ist geprägt von wütenden Beobachtungen der Welt, persönlichen Krisen und Reflexionen über das Schreiben/Nicht-Schreiben-Können. Die Schreibversuche, die C. entgegen seiner Selbsteinschätzung doch fortsetzt, tragen den Titel Das Visum. C.s Zusammenbruch am Ende kann auch als hoffnungsvoller Ausblick verstanden werden, indem der Roman als Auflösung der Schreibkrise und Dokumentation des Erlebten vorliegt.
Struktur: Der Ich-Erzähler und Held in diesem kreisförmig erzählten Roman sieht sich den Banalitäten der kommunistischen wie der kapitalistischen Welt gleichermaßen ausgesetzt. Eine tiefe historische Verunsicherung wird dadurch ausgelöst, dass er weniger einer Logik der Systemkritik als der Einsicht in die Unmöglichkeit des Realitäts-Entzugs folgt. In vielen Selbst-Kommentaren wird das wiederholte Scheitern des Helden sowie die ihn umgebende Realität nicht nur mit einem dunklen Pessimismus, sondern auch in ironisch-distanziertem Ton gezeichnet. Hilbigs Stil, bei dem sich das Erzählen immer als eine Gegenerfahrung zu der als gettoisierend empfundenen Realität versteht, verbindet auf diese Weise auch formal Privat- und Zeitgeschichte, Literatur und Biografie.
Wirkung: Hilbigs Roman wurde wegen seiner plakativen Kapitalismuskritik oft angegriffen oder aber als »unverstellter Ostblick« gelobt. Er reiht sich ein in die sozialkritische Ex-DDR-Literatur des neuen Deutschland, der im Zuge des Literaturstreits 1990/91 – u. a. wegen des hergestellten Zusammenhangs zwischen dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme und einer allgemeinen Krise der Zivilisiation – der Vorwurf der »Ostalgie« gemacht wurde.
Ein Verdienst des Buchs ist es sicher, die Abwicklungslogik gerade auch der »Wiedervereinigung« den vielen persönlichen »Provisorien« gegenüberzustellen und zu zeigen, dass sich auch in der Bundesrepublik psychische Stabilität nicht von selbst einstellt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Fall C., 30. Juli 2007
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Das Provisorium" ist ein fesselndes, klaustrophobisch-neurotisches Buch, das die psychische Verlorenheit des Schriftstellers C. verfolgt, begleitet und führt.
Der (ostdeutsche) Schriftsteller C. zerbricht am System und zugleich am plötzlichen Fehlen des Systems, seiner dadurch resultierenden Schreibhemmung, seiner scheinbaren Unfähigkeit zu lieben und vor allem, an seiner albtraumhaften Lösungsvariante: Alkohol.
Wolfgang Hilbig schreibt eine wunderbare, leuchtend kraftvolle Prosa, die in Kombination mit seinem perfekten Formempfinden in der deutschsprachigen Literatur ihresgleichen sucht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das Provisorium  gesamtdeutscher Liebesroman?, 29. Oktober 2004
Diese Rezension stammt von: Das Provisorium (Gebundene Ausgabe)
Wolfgang Hilbigs Stil hat sich verändert, ist einfacher, weniger verschlüsselt geworden. Der Inhalt seines dritten Romans ist aber umso schockierender und berichtet zum ersten Mal in Er-Erzählform von dem Höllengang einer labilen Identität. Die Rahmenkonstruktion - am Anfang Glanz der Konsumgesellschaft, am Ende die Welt der außergesellschaftlichen Elemente, der Penner und abgerutschter Alkoholiker - hebt die Diskrepanz des Westens hervor. Das Erstere für Individuen geschaffen, das Letztere für Kollektiven, der einsame C., der sogar seine Vorbestimmtheit aus einer anderen Welt mitbringt, beneidet die Geborgenheit der sich aneinanderschmiegenden Obdachlosen. Schauplatz zum größten Teil die BRD, wo sich der Protagonist, der, wie sein Autor selbst, mit einem Visum die DDR verlassen und nach Westdeutschland übersiedeln darf, nicht zurechtfinden kann.
Weder Ost noch West. Das spiegelt sich auch in seinen Partnerbeziehungen wider: die Leipziger Freundin kann er nicht verlassen, die westdeutsche, in die er sehr verliebt ist, kann er nicht halten.
Für den Schwebezustand in jedem Sinne findet er nur einen einzigen Ausweg, der zu Alkoholexzesse und notwenigerweise in den Abgrund führt.
Der Ost-West-Vergleich fällt also nicht weg, aber der Roman ist mehr als die Schilderung der schwierigen Eingliederung der Ostdeutschen, da die wirklichen Gründe für das Scheitern im Protagonisten selbst liegen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das deutsche Gegenwartsbuch - schockierend und erhellend, 20. Juni 2000
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Das Provisorium (Gebundene Ausgabe)
Hilbig legt mit "Das Provisorium" ein ebenso schockierendes wie erhellendes Dokument vor. An seiner eigenen Biographie der letzten eineinhalb Jahrzehnte entlang erzählend, behandelt er das Problem der Ankunft der (ost)deutschen Intelligenz im (west)deutschen Alltag.Sein Held - W., ein Schriftsteller - führt eine unbehauste Existenz zwischen zwei Ländern, von denen ihm keines heimisch werden will. Aus dem Osten kommend, wo seine kritisch-dissidentischen Texte kaum eine Veröffentlichungschance haben, erlebt er die westelbische Gesellschaft als Konglomerat von gescheiterten Lebensentwürfen, was ihn von Anfang an abstößt und nachhaltige Schübe ostalgischer Erinnerungswut auslöst. Der Leser begleitet Hilbigs Protagonisten auf seinem Weg durch ein Land, welches nicht zusammenwachsen will. Auf diesem Höllentrip durch Entzugsanstalten, Konsumtempel und jene Orte, wo sich die halbgebildete, dafür aber doppelt arrogante BRD-Kulturwelt zum Schwätzen trifft, begreift er bald, daß er sich keinem Happy End entgegenliest.
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3.0 von 5 Sternen Der Wind wehte ihm aus dem Westen entgegen
Der autobiografische Roman von Wolfgang Hilbig, über die abgrundtiefe, ohne moralischen Halt, ständigen Schwankungen unterworfene Verlorenheit des Schriftstellers C. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Juni 2007 von Carl-heinrich Bock

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