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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Protokoll,
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Protokoll: Roman (Taschenbuch)
Jean-Marie Gustave Le Clézios Debütroman "Das Protokoll" steht stilistisch gesehen noch weit entfernt von den beiden überaus poetischen und originellen Romanen jüngeren Datums (Fisch aus Gold und Der Goldsucher), die ich bis jetzt gelesen habe.
Es ist ein Text, der noch im Fahrwasser von Jean-Paul Sartre oder auch Albert Camus schwimmt, sich aber doch sehr von den Werken der beiden unterscheidet. Ganz glücklich hat mich dieser Roman jedoch nicht gemacht. Einiges (speziell in der ersten Hälfte des Buches) ist zu verkrampft, zu gewollt, versöhnt hat mich aber die zweite Hälfte des Buches. Adam Pollo ist der skurrile und nicht unsympathische Antiheld dieses Romans, der in ein leer stehendes Haus geflüchtet ist und dort wohnt, der eine eher unromantische Beziehung zu Michèle pflegt, der seinen möglichen Kindern erklären will, dass die Erde nicht rund ist, der vielleicht, vielleicht aber auch nicht Deserteur ist. Im Verlauf des Romans sucht er den Kontakt zu allen möglichen Tieren und Menschen. Um diesen herzustellen, wird er zum Abbild des Objekts der Kontaktaufnahme. So folgt er einem Hund, begleitet diesen fast einen ganzen Tag lang, den Blick so tief gerichtet, dass er die Welt aus dem Blickwinkel des Hundes verfolgen kann. Er ist Anwesender beim Herausfischen einer Wasserleiche, was ihn zu einer längeren Auseinandersetzung mit dem Wesen von Wasserleichen verführt. Eine brutale, jedoch beeindruckende existenzialistische Auseinandersetzung mit einer weißen Ratte endet für diese mit dem Tod, während sich Briefe an Michèle wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Höhepunkt ist eine absurde Rede vor einer zufälligen Menschenversammlung, die dazu führt, dass Adam Pollo in eine Nervenklinik verfrachtet wird. "Das Protokoll" ist (dank der zweiten Hälfte) ein starker Text, ein guter Debütroman, das Protokoll des Untergangs eines überdurchschnittlich intelligenten Menschen, der am Unverständnis der Mitmenschen an seiner Andersartigkeit scheitert und zerbricht. Trotzdem bleibt ein zwiespältiger Eindruck, ein wohl wichtiger Text (mit vielen guten Momenten), der jedoch weder die Poesie und Originalität der späteren Romane, noch deren Aussagekraft und Gewicht erreicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2.0 von 5 Sternen
Zäh,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Protokoll (Gebundene Ausgabe)
Der Protagonist gibt sich ausführlich seiner recht kruden Gedankenwelt hin, eine richtige Geschichte entsteht dabei kaum und je weiter man liest, desto merkwürdiger wird der Protagonist, bis er schließlich in die Psychiatrie eingewiesen wird. Und in der Psychiatrie entsteht dann auch das Protokoll, nach dem das Buch benannt ist. Dieses Protokoll nimmt aber kaum die zweite Hälfte des Buches ein. Ich fand das Buch recht zäh zu lesen.
Der Autor hat 2008 den Literatur-Nobelpreis bekommen. "Das Protokoll" war sein erstes Werk und stammt aus den 1960er Jahren. Die Übersetzung ist sprachlich an die DDR angepasst. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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