Das Profil von Dennis Rader wird in diesem Buch deutlich beschrieben.
(-) Allerdings: Das Buch ist persönlich sehr stark gefärbt. Douglas mag ein guter Profiler gewesen sein, jedoch glaubt er anscheinend DIE moralische Instanz zu sein. Wenn er Rader beschreibt - versucht seine Persönlichkeit zu erklären - kommt er selten ohne Schimpfwörter wie "H*rensohn" aus. Das Buch ist insgesamt nicht sehr objektiv geschrieben. Teil 1 hätte man weiters getrost weglassen können.
Was mich weiters gestört hat, war, dass Douglas zum Zeitpunkt des Interviews und der Ergreifung Raders schon vom FBI ausgeschieden war. Er war also kein Kriminalpsychologe mehr. Bestenfalls Hobbydetektiv. Und so benimmt er sich manchmal auch. Es hat auch keine Fallanalysen erstellt, die dann zur Ergreifung geführt haben. Das ist einerseits entschuldbar, da sich die Taten im Zeitraum 1974 bis 1991 abgespielt haben und das "Profiling" damals einfach nicht so ausgereift war. Andererseits wäre ein Buch über BTK sicher interessanter, wenn es von Landwehr geschrieben worden wäre. Also von jemandem, der näher an den Ermittlungen dran war, und nicht nur, wie Douglas, ab und zu hinzugezogen wurde. Auch interessant zu BTK ist das Buch von Robert Beattie.
(+) Positiv aufgefallen ist das Buch in jener Hinsicht, dass es einen wirklich authentischen Einblick in Raders Psyche gibt, und die Taten genau beschrieben werden - selbst wenn Douglas versucht das Buch wie einen Roman erscheinen zu lassen.
Wer etwas über BTK erfahren möchte ist mit diesem Buch gut beraten.
Wer etwas über das "Profiling" bzw. die Operative Fallanalyse erfahren will, der ist mit Thomas Müller besser beraten.
Wer etwas über die Psyche von Serienmördern erfahren möchte, dem kann ich Reinhard Haller und besonders Stephan Harbort emprehlen.