Das Problem ist schnell genannt: Es besteht in der Beantwortung der beiden Fragen: "Was ist Wissen?" und "Können wir (überhaupt) etwas wissen?"
Gerhard Ernst legt dazu einen eigenen Entwurf vor. Um diesen Entwurf verständlich zu machen und gegen verschiedene skeptische Einwände zu verteidigen, stellt der Autor die gesamte Problematik grundlegend dar. Insofern ist dies auch ein Einführungsbuch in die Theorie des Wissens.
Überraschend locker, ja oft spannend, liest sich der vermutete spröde und abstrakte Stoff. Das hat zwei Hauptgründe.
Erstens reichert der Autor den gesamten Text mit vielen Beispielen an; Beispiele veranschaulichen und wecken die Aufmerksamkeit. Dem Autor gelingt die schwierige Gratwanderung die Beispiele so zu wählen, daß sie passen um Widerlegungen zu widerlegen und doch nicht zu gekünstelt wirken.
Zweitens beschreibt Gerhard Ernst den von ihm eingeschlagenen Weg präzise, so daß der Leser immer weiß, wohin die Fahrt geht. Alle Argumentationen entwickeln sich harmonisch, sie steigern das Verständnis und die Lesefreude.
Für Spannung sorgt auch die Ankündigung des Autors, für ein altes Problem (siehe die erste der eingangs genannten Fragen) eine innovative Lösung anzubieten. Inwiefern diese Lösung das Problem wirklich erledigt muß ausdiskutiert werden.
Im letzten Teil des Buches geht der Autor auch gegen die skeptischen Generalangriffe auf das Wissen vor und beantwortet die Frage, ob wir überhaupt etwas wissen können (Traumargument, böser Dämon, brains-in-a-vat-Argument).
Gerhard Ernst ist Dozent für Erkenntnistheorie (u.a.) an der LMU München.
Wer sich für die philosophischen Grundlagen zum Thema Wissen interessiert, sollte Gerhard Ernst: Das Problem des Wissens unbedingt lesen.