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Das Prinzip Verantwortung: Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation (suhrkamp taschenbuch)
 
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Das Prinzip Verantwortung: Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation (suhrkamp taschenbuch) [Gebundene Ausgabe]

Hans Jonas
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation
OA 1979 Form Sachbuch Bereich Philosophie
»Dass die Verheißung der modernen Technik in Drohung umgeschlagen ist oder diese sich mit jener unlösbar verbunden hat«, ist Jonas’ These, die seit ihrer Begründung 1979 nichts an Aktualität eingebüßt hat. Im Gegenteil! Der Ruf nach einer Ethik für die technologische Zivilisation ist durch die weiter anwachsenden Möglichkeiten menschlicher Welt- und Selbstbemächtigung in Wissenschaft und Technik noch lauter, das Bedürfnis in den vergangenen Jahren noch spürbarer geworden. Und die vollständige Entzifferung des menschlichen Genoms hat es erneut deutlich werden lassen, dass sich der biologisch immer durchsichtiger und zunehmend manipulierbar werdende Mensch moralisch seltsam fragwürdig wird.
Entstehung: Der Schrift, die Jonas nach Jahrzehnten der Lehre in den USA in seiner Muttersprache verfasst hat, gehen zahlreiche Vorarbeiten voran, die sich in Aufsätzen in amerikanischen Fachzeitschriften niedergeschlagen haben. Vervollständigt wird die philosophische Argumentation durch die nachträglich veröffentlichte Studie Macht und Ohn macht der Subjektivität und ergänzt wird sie um praktische Fragen der Anwendung des Prinzips Verantwortung in Wissenschaft und Medizin (Technik, Medizin, Ethik).
Inhalt: Die ungeheure Ausweitung menschlicher Fähigkeiten und Handlungsspielräume macht es für Jonas notwendig, den Rahmen ethischer Überlegungen weiter zu stecken, als dies bislang in der traditionellen Ethik der Fall gewesen ist. Da die Wirkungen des technisch potenzierten Handelns den ganzen Erdball betreffen und die Folgen des biomedizinischen Erkenntniszuwachses die jetzt lebenden Generationen weithin überdauern werden, muss an die Stelle einer Ethik der Nähe und der Gleichzeitigkeit eine Ethik der Ferne treten. Eine solche Ethik begründet die Forderung, so zu handeln, dass die Wirkungen unserer Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden. Das Prinzip Verantwortung mit seinem weiten zeitlichen Horizont tritt damit in Konkurrenz zum utopischen Denken, dem Prinzip Hoffnung (Ernst Bloch), das als einziges bislang das Konzept einer Zukunftsethik entworfen hat, in der die Idee des gesellschaftlich-technischen Fortschritts jedoch alles Gewesene und Gegenwärtige zu einem bloß peripheren Übergangsphänomen macht. Utopien werden fragwürdig, wo moderne Technologie es ermöglicht, aus den literarischen Spielen der Fantasie den Ernst realisierbarer Weltentwürfe zu machen. Jonas plädiert stattdessen für eine »Heuristik der Furcht«. Im Erschrecken vor den künftigen Gefahren, die den Menschen bedrohen, gewinnen wir erst ein wirkliches Verständnis unserer Selbst und dessen, was es zu schützen gilt. Dem Prinzip der Verantwortung eher als dem der Hoffnung zu folgen, bedeutet ferner, den Unheilsprognosen ein größeres Gewicht als den Heilserwartungen beizumessen. In diesem Sinne ist Jonas’ Denken konservativ, eher bewahrend als wagend. Es geht von der wesentlichen Annahme aus, dass das Gewordensein des Menschen durchaus zulänglich ist. Der Mensch harrt nicht erst einer radikalen Verbesserung und Vervollkommnung in einer neuen Gesellschaftsordnung, wie sie der Marxismus durch revolutionäre Praxis heraufzuführen beabsichtigt.
Wirkung: Das Prinzip Verantwortung machte Jonas weit über die Fachgrenzen der Philosophie hinaus bekannt und löste eine lebhafte Ethik-Diskussion über die Folgen des technischen Fortschritts aus. Seither sieht sich jeder Erkenntniszuwachs in den Naturwissenschaften und der Medizin mit der Forderung konfrontiert, kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen sowie ihre Freiheit und Würde zu bewahren. Dass Menschen sittlich dürfen, was sie technisch können und gut meinen, bedarf der philosophischen Rechtfertigung. Wie wenige philosophische Bücher der Gegenwart hat Jonas’ Werk eine philosophische Besinnung bewirkt, die für das Leben des modernen Menschen grundlegende Bedeutung besitzt. D. L. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Die Ökologie ist zu wichtig, als dass man sie den Gutmenschen überlassen könnte. Und es lohnt sich, das Prinzip Verantwortung wieder zu lesen ... Hans Jonas hat in den siebziger und achtziger Jahren (aus dem amerikanischen Exil heraus) für die Erhaltungsbedürftigkeit und Erhaltungswürdigkeit der Welt geworben. Ohne schon die Erderwärmung im Auge zu haben, stellte er fest, dass die Menschen im Begriff seien, ihren Planeten zu ruinieren - aber auch berufen, ihn zu retten. Um das zu befördern, schrieb er Das Prinzip Verantwortung. Lohnt es sich, diesen Autor jetzt wieder hervorzuholen? Es lohnt sich, wenn Krisenbewussstsein erzeugt werden soll. Mit seinen klaren Gedankengängen, mit seinen geschliffenen, abstrakten, aber gut verständlichen Formulierungen kann Jonas in Kreise, denen es in der Umweltfrage am nötigen Ernst fehlt, Pathos tragen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Kurzbeschreibung

Kein Buch eines Philosophen hat im 20. Jahrhundert in Deutschland eine derart schnelle und weite Verbreitung erfahren wie dieses. "Das Prinzip Verantwortung", in dem Jonas auf die Versöhnung zwischen Mensch und Natur setzt, ist ein Standardwerk zu den Herausforderungen unserer Zeit.

Über den Autor

1903
Am 10. Mai wird Hans Jonas als Sohn des Textilfabrikanten Gustav Jonas und von Rosa Horowitz, der Tochter des Krefelder Oberrabbiners Jakob Horowitz, in Mönchengladbach geboren.

1916
Tod des jüngeren Bruders Ludwig. Bar-Mizwa.

1918
Novemberrevolution. Zuwendung zum Zionismus und zum Unwillen des Vaters Mitglied eines zionistischen Zirkels in Mönchengladbach.

1921
Abitur. Im Sommersemester Aufnahme des Studiums der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Freiburg bei Edmund Husserl, Martin Heidegger und Jonas Cohn. Begegnung mit Karl Löwith. Mitglied der zionistischen Studentenbewegung IVRIA.

1921
Im Wintersemester Umzug nach Berlin. Bis 1923 Studium der Philosophie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (u.a. bei Eduard Spranger, Ernst Troeltsch, Hugo Gressmann, Ernst Sellin und Eduard Meyer) und der Judaistik an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums (u.a. bei Julius Guttmann, Harry Torczyner und Eduard Baneth). Freundschaft mit Leo Strauss und Günther Stern (Anders). Engagement in der zionistischen Verbindung Makkabäa und im Kartell Jüdischer Verbindungen (KJV).

1923
März bis Oktober landwirtschaftliche Ausbildung (Hachschara) in Wolfenbüttel als Vorbereitung für die Auswanderung nach Palästina. Beschluß der Fortsetzung des Studiums in Deutschland. Studienjahr 1923/24 in Freiburg.

1924
Zum Wintersemester Wechsel an die Universität Marburg. Studium bei Martin Heidegger und Rudolf Bultmann. Beginn der Freundschaft mit Hannah Arendt. Beide bilden gemeinsam u.a. mit Gerhard Nebel, Karl Löwith, Hans-Georg Gadamer, Gerhard Krüger und Günther Stern den Kreis von Philosophiestudenten um Heidegger. Beginn der Beschäftigung mit der Gnosis. Nach der Entscheidung zur Promotion zwischenzeitlich Studien in Heidelberg, Bonn und Frankfurt am Main.

1928
Rückkehr nach Marburg. Promotion bei Martin Heidegger mit der Arbeit "Der Begriff der Gnosis". Wintersemester 1928/29 Studium an der Pariser Sorbonne.

1929
Beginn der Liebesbeziehung zu Gertrud Fischer.

1930
Augustin und das paulinische Freiheitsproblem. Ein philosophischer Beitrag zur Genesis der christlich-abendländischen Freiheitsidee. Bis 1933 Privatstudien in Köln, Frankfurt am Main und Heidelberg. Dort Zugehörigkeit zum Kreis um den Soziologen Karl Mannheim. Freundschaft mit Dolf Sternberger. Plan einer Habilitation und Vorbereitung auf die Tätigkeit als Privatdozent.

1933
"Machtergreifung" Hitlers. Angesichts des antijüdischen Boykotts beschließt Jonas, Deutschland zu verlassen. Ende August Emigration nach London und Arbeit an der Publikation seines Gnosis-Werks. Reisen nach Holland, in die Schweiz und nach Paris zu Hannah Arendt und Günther Anders.

1934
Bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen erscheint Gnosis und spätantiker Geist. Erster Teil: Die mythologische Gnosis.

1935
Zu Pessach Ankunft in Palästina. Beginn der Freundschaft mit Gershom Scholem, Hans Lewy, Hans-Jakob Polotsky, George Lichtheim und Shmuel Sambursky. Gründung des Pilegesch-Kreises.

1936
Zu Pessach Besuch der Eltern in Jerusalem. Beginn der arabischen Aufstände gegen das zionistische Siedlungsprogramm. Jonas tritt freiwillig der Selbstverteidigungsorganisation Hagana bei.

1937
Zu Purim erste Begegnung mit Lore Weiner. Vom Herbst an Aufenthalt auf der Insel Rhodos und Arbeit am 2. Teil des Gnosisbuchs.

1938
Im Januar Nachricht vom Tod des Vaters. Rückkehr nach Jerusalem. Nach dem Novemberpogrom überläßt Rosa Jonas ihrem in Dachau inhaftierten Sohn Georg ihr Einwanderungszertifikat für Palästina. Die Verschärfung der Begrenzung jüdischer Einwanderung durch die Briten 1939 verhindert die Ausreise der Mutter aus Deutschland. Lehraufträge an der Hebräischen Universität. Nach dem Tode Edmund Husserls hält Jonas dort die akademische Gedenkrede.

1939
Unmittelbar nach Ausbruch des Krieges am 1. September formuliert Jonas den Kriegsaufruf Unsere Teilnahme an diesem Kriege. Ein Wort an jüdische Männer und meldet sich freiwillig bei der britischen Armee.

1940
Ausbildung im englischen Übungslager Sarafant. Mitglied der First Palestine Anti-Aircraft Battery der britischen Armee. In der Folgezeit Einsätze in Haifa gegen Luftangriffe aus Damaskus und Beirut.

1942
Deportation der Mutter ins Ghetto Lodz, später nach Auschwitz, wo sie ermordet wird.

1943
Heirat mit Lore Weiner in Haifa

1944
Jonas wird Mitglied der neu gebildeten Jewish Brigade Group. Ausbildung u.a. in Alexandria. Von dort aus bis zum Ende des Krieges Einsatz in Süditalien. In dieser Zeit "Lehrbriefe" über seinen philosophischen Neuansatz an seine Frau.

1945
Im Juli zieht Jonas mit seiner Einheit durch Deutschland. Stationierung in Venlo und Wiedersehen mit Mönchengladbach. Erst hier erfährt Jonas von der Ermordung seiner Mutter. Reisen nach Göttingen, Marburg und Heidelberg. Wiederbegegnung mit Karl Jaspers und Rudolf Bultmann. Im November Rückkehr nach Palästina.

1946
Wohnung im arabischen Dorf Issawyje. Dozent an der Hebräischen Universität Jerusalem und Lehraufträge am English Council of Higher Studies.

1948
Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel und Ausbruch des Krieges. Umzug nach Jerusalem in die Alfasi-Straße. Jonas wird als Artillerieoffizier der israelischen Armee zum Dienst herangezogen. Tod von Lores Bruder Franz bei Dschenin. Geburt der Tochter Ayalah.

1949
Beurlaubung von der Armee. Übersiedlung nach Kanada als Fellow der Lady-Davis-Foundation an der McGill University Montreal. Philosophische Lehrtätigkeit am dortigen Dawson College.

1950/51
Zunächst Gastprofessor, später Associate Professor für Philosophie am Carleton College in Ottawa. Geburt des Sohnes Jonathan. Freundschaft mit Ludwig von Bertallanfy. In dieser Zeit Reisen nach New York, Chicago und Cincinnati. Wiederbegegnung mit Hannah Arendt, Günther Anders und Karl Löwith.

1952
Ablehnung der Berufung als Philosophieprofessor an die Hebräische Universität Jerusalem. Auseinandersetzung mit Gershom Scholem über seinen "Verrat am Zionismus". Erste Europareise zum Internationalen Kongreß für Philosophie in Brüssel. Abstecher nach München und Wiederbegegnung mit Gertrud Fischer. Ablehnung eines Rufes an die Universität Kiel.

1954
Gnosis und spätantiker Geist. Teil II, 1: Von der Mythologie zur mystischen Philosophie.

1955
Geburt der Tochter Gabrielle. Berufung als Professor an die New School for Social Research in New York (wo Jonas bis 1976 lehrt; in diese Zeit fallen Gastprofessuren u.a. an der Princeton University, der Columbia University und der University of Chicago). Niederlassung in New Rochelle, Freundschaft mit Kurt und Nelly Friedrichs und mit Wilhelm und Trude Magnus. In New York Zugehörigkeit zum Freundeskreis um Hannah Arendt und Heinrich Blücher, u.a. mit Adolph Lowe, Aron Gurwitsch und Paul Tillich.

1958
The Gnostic Religion: The Message of the Alien God and the Beginnings of Christianity. Akademischer Festvortrag an der New School über "The Practical Uses of Theory". Beginn der Auseinandersetzung mit der modernen Technik.

1959/60
Jonas verbringt sein Sabbatical in München. Vortragsreisen in Deutschland.

1961
Ingersoll Lecture an der School of Divinity der Harvard University über "Immortality and the Modern Temper".

1963
Zerwürfnis mit Hannah Arendt wegen ihres Buches über den Eichmann-Prozeß in Jerusalem - bis zur Versöhnung vergehen beinahe zwei Jahre.

1964
Jonas' Vortrag über "Heidegger and Theology" an der Drew University in New Jersey macht Furore. Vortragsreise nach Deutschland. Erst 1969 kommt es zu einer kurzen persönlichen Begegnung mit Heidegger in Zürich.

1966
The Phenomenon of Life. Toward a Philosophical Biology.

1967
"Philosophische Reflexionen über Experimente mit menschlichen Subjekten" vor der American Academy of Arts and Sciences in Boston. Übergang zu konkreten bio- und medizinethischen Themen wie Hirntod und Organtransplantation.

1969
Founding Fellow am interdisziplinären Hastings Center-on-Hudson.

1973
Organismus und Freiheit. Ansätze zu einer philosophischen Biologie.

1974
Philosophical Essays. From Ancient Creed to Technical Man.

1976
Rede auf der Gedenkfeier für Rudolf Bultmann in Marburg. Emeritierung.

1978
On Faith, Reason and Responsibility: Six Essays.

1979
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation wird zu einem überwältigenden Erfolg in Deutschland.

1982/83
Eric-Voegelin-Gastprofessur an der Ludwig-Maximilans-Universität München

1984
Verleihung des Leopold-Lukas-Preises der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Preisrede über Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jüdische Stimme.

1985
Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung.

1987
Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Rede über "Technik, Freiheit und Pflicht". Empfang des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenbürgerwürde der Stadt Mönchengladbach.

1988
Materie, Geist und Schöpfung. Kosmologischer Befund und kosmogonische Ve...

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