Ich bin selbst Elektroingenieur und als interessierter Leser habe ich dieses Buch zu lesen begonnen...
Am Anfang war noch alles recht schlüssig und ich dachte mir, es sei ein interessanter Ansatz. Als dann aber zum ersten Mal geschlussfolgert wurde, dass es wohl kein Zufall sei, dass das Kreuz auf der Erde ja eine gewisse Bedeutung habe und das magnetisches und elektrisches Feld einer polarisierten Welle sich auf zwei kreuzenden Ebenen bewegen. Tja, da las ich vorsichtiger weiter und wurde nicht enttäuscht.
Denn danach wird die Wissenschaft, allem voran die Physik, in immer kürzeren Abständen als totaler Unsinn abgestempelt, während eine aberwitzige Theorie unter Beweisnahme genau dieser Wissenschaft und aus dem Zusammenhang gerissener "zwangloser" Beobachtungen bewiesen wird. Am Ende bleibt von der Realwissenschaft nichts mehr übrig und Einstein wird mit einem Clown verglichen.
Doch dabei begeht der Autor einen Kapitalfehler, der ihn endgültig zum Publizisten degradiert. Er verleugnet die Wissenschaftliche Methode und sieht seine "zwanglos" (sein Lieblingswort) hergeleitete Theorie als bewiesen an, während er Einstein vorwirft nie bewiesen worden zu sein. Dabei weiß doch jeder Erstsemester, dass eine Theorie niemals bewiesen werden kann. Die wissenschaftliche Methode arbeitet anders.
Der Witz ist, dass es so wenigen auffällt. Natürlich hat die reale Wissenschaft keinen endgültigen Beweis (da es so etwas nicht geben kann) und auch keine Antworten auf alle Fragen, was auch kein Wissenschaftler behauptet. - Aber sie beobachtet, korrigiert und beobachtet wieder, um eine möglichst praktikable und befriedigende Beschreibung der Natur zu erhalten, die ständig neu überdacht/getestet wird.
=> Der Autor dieses Buches legt in den ersten Kapitel den Grundstein seiner Beobachtungen jedoch unterhalb des Planck-Einheitensystems. Also absolut außerhalb jedes jemals zur Verfügung stehenden Beobachtungsbereiches. - Nicht einmal CERN hoch 10 würde etwas nützen. - Danach stellt er eine Allumfassende Theorie auf, deren einziger Verwendungszweck der Verkauf des Buchs ist. Die Theorie klingt interessant, ist aber nutzlos(da keinerlei Modelbildung stattfindet) und unhaltbar, da im Ansatz unwiderlegbar (wie Beispielsweise ein Gott).
+ Der Philosophie-Abschnitt des Buches ist allerdings gut! Beim philosohieren um Themen, wie den Daseinszweck und die Existens der Seele darf und muss man argumentieren. Wo die Wissenschaft gar nichts mit dieser Art zu argumentieren zu tun hat ist es in Bereichen der Philosophie alles. Hier im zweiten Teil des Buches kann der Autor überzeugen. Darum vergebe ich auch 2 Sterne. In diesem Abschnitt hat das Lesen Spaß gemacht, wenn man auch nicht immer ganz einer Meinung sein muss und einige "Fakten", wie das bewiesene Leben auf dem Mars, lieber mal nachschlägt bevor man sie am Stammtisch anbringt.
Grüße,
M. Raab