Wie der Name schon sagt: Das Pop aus Gent geizen auf ihrem neuen Album nicht mit Ohrwürmern - und bleiben dabei leider auch etwas blass um die Nase. Das fies-bunte 80er-Jahre Collagen-Design des Artworks lässt zunächst Schlimmes erahnen. Von schmierigen Synthetik-Sounds haben sich Das Pop jedoch dankenswerterweise im Jahr 2009 überwiegend verabschiedet. Nicht ganz freiwillig, wie es heißt. Angeblich haben die produzierenden Dewaele-Brüder (alias Soulwax und Too Many DJs) den Sequenzern und Synthies der Musikerkumpels Studioverbot erteilt. Gut so. Was bleibt, ist ein Schwung unkomplizierter, auf den Punkt arrangierter Gitarrenpop-Nummern mit einem Schuss funky Disco-Feeling. "You Don't Wanna Know", "Never Get Enough" oder auch "Fool For Love" sind Tanzflächen- und Radiohits in spe. In "Saturday Night Part 2" röhren kurzzeitig die E-Gitarren auf. Zwischendurch laden Stücke wie "The Last Thing" und "September" mit Akustikgitarre und Pianobegleitung zum gepflegten Schwof. Ein Album voller "Feelgood Factors" also, um mal den Titel des Bonustracks zu bemühen. Letzterer entfesselt ganz am Ende noch einen kurzen, lärmigen Prog-Rock-Exkurs, fast als wolle das Quartett dem Hörer abschließend zuraunen: "Wir können übrigens auch anders." In der Tat hätten Das Pop ihrem experimentellen Impuls ruhig häufiger nachgeben dürfen. Zu harmlos und poliert bleibt der Gesamteindruck. Daran ändert auch die lässig verstreute Schlüpfrigkeit von Sänger Bent Van Looys lyrischen Ergüssen nichts. Etwas mehr neben der Spur wäre dann doch spannender gewesen.
Kurzbeschreibung
Drei Jahre hat es gedauert dieses Album fertig zu stellen. Aufgenommen und abgemischt von Soulwax in verschiedenen Studios in ganz Europa, eilt der Platte ihr Ruf, der die ungeheure Wertschätzung der Gruppe in Künstlerkreisen einmal mehr untermauert, bereits vor Veröffentlichung voraus. Beginnend beim Album-Opener „Underground“ entfaltet sich die akustische Bandbreite über sämtliche dreizehn Tracks, die beim Zuhörer keinerlei Zweifel daran aufkommen lassen, dass es sich bei dieser Platte um das roheste, direkteste und ehrlichste Album handelt, dass Niek Meul, Reinhard Vanbergen, Bent Van Looy und Neuzugang Matt Eccles je aufgenommen haben. Eine musikalische Verneigung vor Joe Meek, den Eagles und Michael (und Joe) Jackson. Verschwunden sind die Synthesizer ihrer vorherigen Werke. Verklungen die Sequenzer, die den Sound der Vorgängeralben bestimmt haben. Geblieben ist lediglich die Spielfreude, Kreativität und Versiertheit von vier Musikern, die zusammen schlicht und ergreifend Das Pop ergeben. „Pop-Musik kann dein Leben verändern“, befindet Das Pop Frontmann Bent Van Looy mit leuchtenden Augen. „Sie lässt dich einerseits neue Ebenen erreichen, ermöglicht dir jedoch andererseits, bestimmte Bereiche hinter dir zu lassen. Kein musikalisches Genre hat eine ähnliche Kraft wie Pop-Musik.“ Dabei denkt er an Leute wie Michael Jackson, Daft Punk, Hüsker Dü, Neneh Cherry, The Spice Girls, Fleetwood Mac und andere, deren Refrains so wahnsinnig eingängig sind, dass man sie dreißig mal in Folge hören möchte und dann noch dreißig mal mehr. „Eigentlich sind es nur drei Minuten, aber sie können Unglaubliches in dir auslösen“, erklärt er. „Und als Band versuchen wir nach wie vor, die beste Pop-Musik zu machen, die man sich nur vorstellen kann.“ Neben den absolvierten Live-Shows auf der ganzen Welt, ob beim Glastonbury oder dem Montreux Jazz Festival, ob mit Justice oder The Kills – hatte Das Pop sogar noch Zeit, um eine eigene Klamotten-Linie zu entwerfen. Zu-sammen mit dem klassischen französischen Mode-Label Mont St Michel, hat Das Pop eine kleine Palette an poppigen Strickwaren designed, die noch in diesem Herbst in die Läden kommen wird.