Liebe Leut', Brüder im wirren Geiste und Bro-Fans! Diese Rezension, weil mir in den anderen doch so einiges zu kurz kommt und wohl irgendwie nicht richtig verstanden wurde. Wenn ihr's kurz und bündig mögt, lest einfach den letzten Absatz, den ich "Meine Zusammenfassung" getauft habe.
Einfach hat Mann es ja nicht, wenn er liest, was Stinson und Kuhn über ihn zu schreiben haben. Er muss sich von den beiden Frauenprofis schon im Dankeswort zu Kauf des Buchs so einiges bieten lassen! Vom "Jammerlappen" bis hin zum stinkenden "Versagertypen wird er so einiges genannt. Schämen soll er sich also, dieser widerliche Mann ohne innere oder äußere Qualitäten, denn: ER ist ein Niemand und Nichts(nutz). Und trotzdem, ja gerade deshalb hat er sich diese gebundenen Seiten gekauft. Weil er durch das "Playbook" das Spiel mit sich, den Frauen, der Welt kennenlernen soll ...
Ein ausgebuffter Held der Anmache soll er also werden. Wie? Indem er blufft, überzeugt, lügt, flirtet wie der Teufel. Er soll Strategien und Methoden auffahren, er soll Maschen anwenden, in denen sich die Mädels reihenweise verfangen.
Genau in dem von mir bisher angeschlagenen Ton beschreiben die Autoren, was zu machen ist, wenn die heimischen Laken und das kleine arme Männerherz gerade ziemlich kalt sind, weil keine Herzensdame sich selbst und ihr loderndes Leidenschaftsfeuer hineinwirft. Gerade die ständige unterschwellige, oft satt aufgetragene Ironie des Ganzen, dieser gewisse Ton zwischen tiefer Überzeugungslosigkeit, völligem sexistischem Nonsense und knallhartem ständigem Augenzwinkern durchzieht das gesamte Playbook. Beim Lesen hat es mich in einen merkwürdigen Sog gezogen, der sich nur schwer beschreiben lässt. Nicht etwa, weil dieses Buch etwa im Mindesten reflektierte tiefste Wahrheiten offenlegt oder besonders anwendungstauglich ist, sondern, ja warum eigentlich? Weil es bewusst einen Machoton anschlägt, der den Mann abstößt gleichzeitig aber auch irgend etwas in ihm zum Klingen bringt - und wenn es manchmal nur die Lachmuskeln sind. Wie absolut wild gewordene Harlekine lösen die Autoren nach meinem Eindruck gerade durch die Lächerlichkeit mancher Aussagen gute Gefühle aus, die letztlich vielleicht sogar Mut machen, tatsächlich auf Frauen zuzugehen; vielleicht auch nur, um alles genau anders zu machen, als in diesem Buch.
Wie ich außerdem finde, werden der Leser und alle möglichen Männer dieser Welt und vergangener bis vergangenster Tage sehr kreativ auf den Arm genommen. Tutenchamun genauso wie der große Alexander, Mahatma Gandhi genauso wie Napoleon oder George Clooney. Die in den Kapiteln vorgestellten "Maschen" und "Erfolgsrezepte" werden - natürlich superrealistisch! - jeweils am Anfang auf ihre zu erwartende Wirksamkeit, die jeweilige Zielgruppe, Voraussetzungen, Vorbereitungszeit und Schwachpunkte hin durchleuchtet. Anfänger und Fortgeschrittene werden im Playbook natürlich genauso beraten wie - man halte sich fest! - auch Frauen! Zugegeben, Beratung kann man dies wohl kaum nennen, wohl eher ... nun, man lese dieses Kapitel wirklich selbst ... genauso wie die Ausführungen zum "Prinzen aus Zamunda" oder zum "Alien" oder usw., sie alle stecken ja irgendwie in uns ... in diesen stinkenden, erfolglosen Versagertypen und Jammerlappen.
Was soll man nun aus alledem machen? Wie soll man es einordnen? Was soll es bedeuten?
Meine Zusammenfassung: Meiner bescheidenen Meinung nach eignet sich das Playbook als lustiges Geschenk für Jungs! Es ist ein hyperamüsanter Beitrag zum schonungslosen Blick auf Männer auf Frauensuche. Provokanter Ton trifft stets auf eine Männer auf den Arm nehmende Schippe. Zusammen produzieren die Autoren genau jene Wahrheiten, die man nicht besser ausdrücken könnte. Ein Glücksfall für Männer, die mit der richtigen Portion Humor sich selbst und die attraktivsten Frauen von den eigenen Qualitäten überzeugen möchten. Oder eben auch nicht. Zumindest kann über sich und andere lachen zu können ein guter Anfang sein.