Der Autor Stefan Burkhart hat es in seinem Werk "Das Pitbull-Syndrom" wirklich geschafft, diese Angstentwicklung in unserer Gesellschaft sehr sachlich und fundiert zu beschreiben.
Außerdem verweist er auf die Gefahr hin, dass wir Menschen uns selbst vieler Freiheiten berauben, indem wir immer wieder nach "Sündenböcken" schreien und dabei außer Acht lassen, dass wir auf diese Art und Weise Reglementierungen jedweder Art den Weg ebenen. Wieso lassen wir es zu, dass unser gesamtes Leben durch Gesetze eingeengt wird, wir als erwachsene Menschen nicht aus Respekt vor anderen Personen nicht rauchen, wenn diese gerade am Essen sind, nicht durch Straßen mit unseren Autos donnern, wenn Kinder darin spielen, etc., sondern dies alles reglementiert werden muss, da die Politik und wir selbst uns zu einem solch vorbildlichen Verhalten nicht fähig halten?
Ich selbst habe mehrere American Staffordshire Terriers aus diversen Tierheimen nach dieser Kampfhundehysterie zu mir geholt, da es für mich keine Rasse gibt, die per se böse ist und ich ihnen eine Chance auf ein würdevolles Leben gewähren möchte.
Stefan Burkharts Werk hat mich in dem Sinne sehr beeindruckt, dass er auf der einen Seite aufzeigt, dass es keinen statistischen Grund gibt, diese Rasse derart zu verteufeln, er dies aber auch nicht auf Kosten anderer Rassen belegt.
Mich erschrecken zutiefst immer wieder solche Leserbriefe, die versuchen, andere Hunderassen als viel gefährlicher darzustellen als die eigenen. Aber mit einem solchen Vorgehen schneiden wir uns lediglich ins eigene Fleisch, da dies ein Hilferuf nach weiteren Gesetzen ist, was in meinen Augen völlig unsinnig ist.
Des Weiteren finde ich es sehr positiv, dass der Autor nicht Zahlen von Hunden nennt, die auf Grund dieser Hysterie ins Tierheim abgeschoben, eingezogen oder gar euthanasiert wurden.
So ist es ihm wirklich gelungen Fakten auf den Tisch zu legen und vorbehaltlos zu argumentieren, was einen sachlichen Diskurs zwischen "Kampfhunde-Halter" und -Gegner erst ermöglicht.
Das Buch könnte aber auch andere Leser ansprechen, die es einfach interessiert, wie Hetzjagden gegen bestimmte Minderheiten zustande kommen, da Burkhart viele aktuelle und treffende Beispiele aus Politik und Gesellschaft heranzieht, die nach dem gleichen Sündenbockverfahren aufgebauscht wurden.