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Das Pippilotta-Prinzip. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt
 
 
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Das Pippilotta-Prinzip. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt [Broschiert]

Christine Weiner , Carola Kupfer
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer wäre nicht gerne mutig, voller Ideen, offenherzig und unverwechselbar? Pippi Langstrumpf hat ein wunderbares Leben, sie hat es sich genau so eingerichtet, wie sie will. Sie ist ein Paradiesvogel, zu dem man sich einfach hingezogen fühlen muss. Kurz, Astrid Lindgrens berühmte Figur ist ein wunderbares Vorbild für Frauen, die an ihrem grauen Alltag und/oder ihrem eigenen geringen Selbstwertgefühl leiden.

“Pippisein macht einfach Spaß – auch wenn wir es über die Jahre des Erwachsenwerdens vergessen haben”, ermutigen Christine Weiner und Carola Kupfer in ihrem sympathisch-lockeren Ratgeber. “Was spricht dagegen, ein paar Seiten von Pippilotta in unseren Alltag zu integrieren?” In einem umfassenden Trainingsprogramm möbeln die Autorinnen die Frechheit ihrer Leserinnen auf. Aber nicht nur die. Pippi kann zum Beispiel auch gut allein sein, sie unterhält sich selbst. Ein guter Anlass für ein paar Übungen, wie man sich selbst genug ist und seinen inneren Schatz findet. Ein Blick zurück in die Kindheit, auf erste Erfolgserlebnisse, hilft dabei.

Pippi geht ungehemmt ihren Wünschen und Neigungen nach und kasteit sich nicht, Beschränkungen ignoriert sie. Klingt gut - deshalb erklären Weiner und Kupfer, wie man bei sich selbst Bedenkenträger erkennt und sie so lange mit penetranten “Warums?” bzw. “Warum eigentlich nicht?” nervt, bis sie Ruhe geben. Bleibt nur zu hoffen, dass der anschließende Kaufrausch das Konto nicht in allzu rote Zahlen befördert.

Natürlich gehört wie in jedem Ratgeber dieser Art dazu, negative Glaubenssätze in sich selbst aufzuspüren und durch positive zu ersetzen. Das Wissen um das, was man kann, und das, was man erreichen will, macht einen stark. Dann kann man es sich auch leisten, ab und zu genüsslich anders, vielleicht sogar merkwürdig zu sein und es zu genießen. So wie Pippi eben. In der drögen Wirklichkeit sind dann aber doch eher Klone der braven Annika verbreitet: “Sehr häufig halten Frauen mit ihren Wünschen und der eigenen Meinung hinterm Berg, weil sie befürchten unangenehm aufzufallen”, ist die Diagnose der Autorinnen. Ihr Rat: schräge Verhaltensweisen, die man bewundert, ruhig mal ausprobieren!

Ein gängiges Problem ist auch, dass manche Frauen vor lauter Suchen das Finden vergessen, nach einer Weile einen Tunnelblick entwickeln. Gemeint ist natürlich vor allem die aufreibende Jagd nach Mr. Perfect. Auch hier kann man erstaunlicherweise von Pippi lernen. Sie will finden und findet. Sie will glücklich sein und ist es. Also: runterschalten und genussvoll suchen. Und nebenbei von Lindgrens Heldin lernen, wie man unvollkommen und locker zugleich sein kann. -- Sylvia Englert

Pressestimmen

15.02.2006 / Freundin: Lebe lieber ungewöhnlich "Mehr Spaß, mehr Freiheit, mehr Fantasie: Mit den überraschenden 'Pippilotta-Strategien' ist das ganz leicht!"

12.04.2006 / Hamburger Morgenpost: Das Pippilotta-Prinzip "Eine spannende Lektüre für alle, die noch Träume haben."

Kurzbeschreibung

Was spricht dagegen, diese Träume 20 Jahre später zu träumen – und diesmal wahr zu machen? Die beiden Autorinnen wecken nicht nur wunderbare Erinnerungen an die Villa Kunterbunt, an den Limonadenbaum oder an Herrn Nilsson, sondern zeigen auch, • was für ein herrliches Vorbild die beherzte, aufmüpfige Pippi für mehr Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit sein kann, • warum ihre unangepasste Art einen Ausweg aus dem Alltagstrott zeigt oder • wie wunderbar und witzig das Leben sein kann, wenn man es gelegentlich mit etwas weniger Respekt betrachtet!

Klappentext

"Mehr Spaß, mehr Freiheit, mehr Fantasie: Mit den überraschenden 'Pippilotta-Strategien' ist das ganz leicht."
Freundin

"Mit allerlei Tipps und ein bisschen Augenzwinkern öffnet der etwas andere Frauenratgeber die Augen für Ungewohntes und Schönes."
Nürnberger Nachrichten

"Sich ausprobieren macht Spaß!"
Psychologie heute -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Christine Weiner (rechts) ist Journalistin und hat bereits mehrere erfolgreiche Ratgeber für Frauen verfasst. Carola Kupfer arbeitet als Journalistin und Hörbuchredakteurin. Beide beraten seit Jahren Frauen zu Themen des Self-Developments, auch in Seminaren. Die Idee für das Pippilotta-Prinzip entwickelten die beiden Autorinnen während eines Schweden-Urlaubs, unter blauem Himmel und zwischen kleinen roten Häuschen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war einmal in einer schwedischen Kleinstadt … Pippi Langstrumpf? Stimmt. Da war doch was in unserer Kindheit. Etwas ganz Besonderes, etwas, das uns gut tat zwischen all den ernsten Erwachsenen um uns herum. Eine Geschichte, die uns jahrelang begleitete, die uns erzählt und vorgelesen wurde, die wir im Kino oder Fernsehen sahen. Eine Geschichte mit einer kleinen Heldin, die keine Waffen trug, aber bärenstark war. Die uns zum Lachen brachte, ohne dass es jemals hämisch wurde. Ein Mädchen, das keine Schule besucht hatte, aber lebensklug war, und das die Gabe hatte, Herzen für sich zu öffnen. Schöne Geschichten waren das. Wir konnten uns als Kinder darüber amüsieren und tauchten tief in Pippis Welt ein. Pippi Langstrumpf erklärte uns unsere Welt, indem sie uns mit in ihre nahm. Wir lernten unsere Ängste und heimlichen Sehnsüchte zu begreifen, auch wenn wir nie in der kleinen Stadt waren, in der Pippi Langstrumpfs Geschichten spielten. Und trotzdem sehen wir sofort alles wieder vor uns: die Villa Kunterbunt, die Apfelbäume, die Nachbarskinder Thomas und Annika, Herrn Nilsson, den Affen, und das Pferd, Kleiner Onkel, auf der Veranda. Spätestens jetzt müssen wir vielleicht sogar ein wenig lächeln. Und wir alle haben ganz sicher das Bild von diesem frechen und sympathischen Mädchen im Kopf, das höchstwahrscheinlich irgendwann in jeder Mädchenvergangenheit eine Zeit lang ein geliebtes Vorbild war. War? Vielleicht ist sie es noch. Denn vergessen haben wir sie nicht. Im Gegenteil, wir begegnen Pippi immer wieder, in neuen Buchauflagen, als Zeichentrickfigur oder Stickmotiv auf Kinderkleidung. Auch Mütter kommen irgendwann mit der Heldin ihrer eigenen Kindertage wieder neu in Berührung. Sie schenken das Buch ihren eigenen Kindern und lesen abends daraus vor. Seite für Seite blättert sich dabei auch die eigene Kindheit wieder auf. Und die anderen? Die, die noch keine Kinder haben oder niemals welche bekommen werden? Die verschenken das Buch an Nichten und Neffen oder an sich selbst. Und dann gibt es noch die Fans, die an Fasching sogar in die Pippi-Langstrumpf-Rolle schlüpfen. Sind sie Ihnen auch schon aufgefallen, die vielen Frauen zwischen 20 und 35 Jahren, die in den Faschingstagen mit Ringelstrümpfen, künstlichen Sommersprossen und einer knallroten Zopfperücke durch die Straßen springen? Was bewegt diese Frauen dazu, nach so langer Zeit immer wieder zu dieser Kostümierung zu greifen? Diese Frauen könnten sich auch als Pinguine oder als Biene Maja verkleiden. Tun sie aber nicht. Sie wollen Pippi Langstrumpf sein. Das muss doch einen Grund haben! Klar, den gibt es auch. Pippi-Sein macht einfach Spaß. Das war schon immer so. Auch wenn wir es über die Jahre des Erwachsenwerdens vergessen haben. Oder uns nur gelegentlich daran erinnern. Dann zum Beispiel, wenn wir kostümiert sind und ohnehin alles erlaubt ist. Und wie sie dann feiern können, die vielen Pippilottas! Kaum zu bremsen sind sie, mit dem Charme des ungezogenen Mädchens und dem Sexappeal der jung gebliebenen Erwachsenen. Anscheinend genügen ein paar aufgemalte Sommersprossen, um für ein paar Tage eine andere Frau zu werden. Denn es ist offensichtlich: Pippilottas sind anders. Irgendwie selbstbewusster und stärker. Das Phänomen Karneval zeigt, dass es immer noch reizvoll ist, sich als Pippi verkleidet etwas von seinem geregelten Alltag zu lösen und die eigene Person und das eigene Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es sind ganz andere Frauen, die wir plötzlich sehen. Sie sind facettenreich, witzig und interessant - und leider ist der Zauber viel zu schnell vorbei. Die meisten Pippilottas kehren spätestens am Aschermittwoch in ihr altes Leben zurück. Sie legen ihre heimlichen Träume und unausgelebten Seiten mit dem Kostüm wieder in den Schrank. Wie schade! Dabei ist es doch so reizvoll, nicht jeden Schritt im Leben zu überdenken und jede Handlung auf ihre Konsequenzen hin zu überprüfen. Was spricht dagegen, ein paar Seiten von Pippilotta in unseren Alltag zu integrieren? Vielleicht nicht gerade die Frisur oder das Outfit, aber diese Offenheit und auch der Wagemut, den könnten wir auch an manch anderem Tag gebrauchen. Dann, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, wir uns langweilig, lustlos und von anderen völlig übersehen fühlen. Als Sie ein kleines Mädchen waren, wurden Sie selbst ein wenig Pippi Langstrumpf, wenn Sie die Geschichten von Astrid Lindgren lasen. Pippi hatte Kraft und war durch und durch vertrauensvoll. Lustig war sie und voller bunter Einfälle. Und ... was war es denn noch, was Sie an Pippi Langstrumpf so mochten, dass Sie sie bis heute nicht vergessen haben? Versuchen Sie, sich an Bilder Ihrer Kindheit zu erinnern - und dafür gemeinsam mit uns auf den Speicher Ihres Lebens zu gehen. Dort in einer Ecke neben wackeligen Kleiderschränken, verstaubten Koffern und alten Regenschirmständern steht die Truhe Ihrer Kindheit. Darin eingelagert: Erinnerungen, Sehnsüchte und längst vergessenes Spielzeug. Sie finden Ihr Poesiealbum aus der Grundschule, nie beendete Handarbeiten, einen Brief Ihrer ersten Freundin und ein Stickerheft mit Micky-Maus- und Cinderella-Klebebildern. Am Boden der Truhe ertasten Sie ein paar Münzen, die aus einem demolierten Sparschwein herausgefallen sind, ein Puzzle, dem ganz sicher ein paar Teile fehlen, und Ihren goldenen Haarreif, mit dem Sie sich immer wie eine Prinzessin fühlten. Womit Sie auch immer in Ihrer Kindheit spielten, ob es eher Barbiepuppen oder Plüschbären waren, lieber ein Springseil statt einem Malkasten - Bücher finden sich ganz sicher. Kindergeschichten, die Sie erzählt bekamen oder von verkratzten Platten abspielten. Es waren Tiergeschichten, Internatsdramen, Freundinnenromane oder Ferienerlebnisse. Und es gab die Geschichte von Pippi Langstrumpf, genauer Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf. Vielleicht hatten Sie sogar die kleine Originalausgabe in drei Bänden: Blau-gelb der Einband - und innen die spannende Reise in die Kindheit. Nehmen Sie mit uns das Buch heraus und pusten Sie den Staub von den Seiten. Es genügt, ein paar Kapitel aufzuschlagen und den Inhalt zu überfliegen - und schon fällt Ihnen wieder ein, wie unbändig, mutig und offenherzig Pippi war. Ein paar Polizisten hätten wir doch auch gerne durch die Luft gewirbelt, oder? Pippi ermöglichte Fantasien und Träume, die uns aus der manchmal engen Welt unserer Kindertage (ent)führten. In der Villa Kunterbunt gab es keine Verbote und nichts war unmöglich. Fehler waren erlaubt und 120-prozentige Genauigkeit das Langweiligste, was es gibt. Merkwürdig zu sein war spannend und noch kein K.-o.-Kriterium. Eigentlich waren wir damals, wenn wir ein wenig Pippi waren, selbstbewusster, als wir es heute sind. Wir scherten uns einen Kehricht um Schuhhöhen, Rocklängen und hippe Bars. Pippi war im besten Sinne egozentrisch. Sie machte, was sie wollte - und das hatte nicht nur mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit durch ihre Truhe voll Gold zu tun. Doch im Gegensatz zu ihr, die in ihrer Geschichte genau so weiterleben darf, wie sie einst erschaffen wurde, haben wir uns im Laufe der Jahre verändert. Eben noch waren wir das kleine, manchmal wilde Mädchen - und nun kämpfen wir uns als zuverlässige Liebhaberinnen und Arbeitsbienen durch unser Leben. Wir wollen gut sein, unsere Aufgaben erfüllen und an unserer Karriere und Familie basteln. Für Träume und nette Kindheitserinnerungen bleibt da nicht viel Zeit, denn unser schnelles Leben ist anstrengend und kostet eine Menge Kraft. Wir haben wenig Freiräume, um zu spielen oder etwas auszuprobieren - die Zeiträume, in denen wir etwas beweisen müssen, werden in den Unternehmen immer kürzer: oKeine Zeit für Fehler. oKein Platz für Umwege. oKeine Versuche. Wir schauen nach Nutzwerten, teilen uns ein, verplanen unsere Tage und zwängen uns in straffe Businesskostüme, die uns weder stehen noch passen. Wir lassen uns vom Alltag ständig antreiben: hier in den Feinkostladen, dort ein wenig joggen, noch einmal ab...

Auszug aus Das Pippilotta-Prinzip. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt von Christine Weiner, Carola Kupfer. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war einmal in einer schwedischen
Kleinstadt …

Pippi Langstrumpf?
Stimmt. Da war doch was in unserer Kindheit. Etwas ganz Besonderes, etwas, das uns gut tat zwischen all den ernsten Erwachsenen um uns herum. Eine Geschichte, die uns jahrelang begleitete, die uns erzählt und vorgelesen wurde, die wir im Kino oder Fernsehen sahen. Eine Geschichte mit einer kleinen Heldin, die keine Waffen trug, aber bärenstark war. Die uns zum Lachen brachte, ohne dass es jemals hämisch wurde. Ein Mädchen, das keine Schule besucht hatte, aber lebensklug war, und das die Gabe hatte, Herzen für sich zu öffnen.
Schöne Geschichten waren das. Wir konnten uns als Kinder darüber amüsieren und tauchten tief in Pippis Welt ein.
Pippi Langstrumpf erklärte uns unsere Welt, indem sie uns mit in ihre nahm. Wir lernten unsere Ängste und heimlichen Sehnsüchte zu begreifen, auch wenn wir nie in der kleinen Stadt waren, in der Pippi Langstrumpfs Geschichten spielten. Und trotzdem sehen wir sofort alles wieder vor uns: die Villa Kunterbunt, die Apfelbäume, die Nachbarskinder Thomas und Annika, Herrn Nilsson, den Affen, und das Pferd, Kleiner Onkel, auf der Veranda.
Spätestens jetzt müssen wir vielleicht sogar ein wenig lächeln. Und wir alle haben ganz sicher das Bild von diesem frechen und sympathischen Mädchen im Kopf, das höchstwahrscheinlich irgendwann in jeder Mädchenvergangenheit eine Zeit lang ein geliebtes Vorbild war.
War? Vielleicht ist sie es noch. Denn vergessen haben wir sie nicht. Im Gegenteil, wir begegnen Pippi immer wieder, in neuen Buchauflagen, als Zeichentrickfigur oder Stickmotiv auf Kinderkleidung. Auch Mütter kommen irgendwann mit der Heldin ihrer eigenen Kindertage wieder neu in Berührung. Sie schenken das Buch ihren eigenen Kindern und lesen abends daraus vor. Seite für Seite blättert sich dabei auch die eigene Kindheit wieder auf.
Und die anderen? Die, die noch keine Kinder haben oder niemals welche bekommen werden? Die verschenken das Buch an Nichten und Neffen oder an sich selbst. Und dann gibt es noch die Fans, die an Fasching sogar in die Pippi-Langstrumpf-Rolle schlüpfen. Sind sie Ihnen auch schon aufgefallen, die vielen Frauen zwischen 20 und 35 Jahren, die in den Faschingstagen mit Ringelstrümpfen, künstlichen Sommersprossen und einer knallroten Zopfperücke durch die Straßen springen? Was bewegt diese Frauen dazu, nach so langer Zeit immer wieder zu dieser Kostümierung zu greifen? Diese Frauen könnten sich auch als Pinguine oder als Biene Maja verkleiden. Tun sie aber nicht. Sie wollen Pippi Langstrumpf sein. Das muss doch einen Grund haben!
Klar, den gibt es auch. Pippi-Sein macht einfach Spaß. Das war schon immer so. Auch wenn wir es über die Jahre des Erwachsenwerdens vergessen haben. Oder uns nur gelegentlich daran erinnern. Dann zum Beispiel, wenn wir kostümiert sind und ohnehin alles erlaubt ist. Und wie sie dann feiern können, die vielen Pippilottas! Kaum zu bremsen sind sie, mit dem Charme des ungezogenen Mädchens und dem Sexappeal der jung gebliebenen Erwachsenen. Anscheinend genügen ein paar aufgemalte Sommersprossen, um für ein paar Tage eine andere Frau zu werden. Denn es ist offensichtlich: Pippilottas sind anders. Irgendwie selbstbewusster und stärker.
Das Phänomen Karneval zeigt, dass es immer noch reizvoll ist, sich als Pippi verkleidet etwas von seinem geregelten Alltag zu lösen und die eigene Person und das eigene Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es sind ganz andere Frauen, die wir plötzlich sehen. Sie sind facettenreich, witzig und interessant - und leider ist der Zauber viel zu schnell vorbei.
Die meisten Pippilottas kehren spätestens am Aschermittwoch in ihr altes Leben zurück. Sie legen ihre heimlichen Träume und unausgelebten Seiten mit dem Kostüm wieder in den Schrank. Wie schade! Dabei ist es doch so reizvoll, nicht jeden Schritt im Leben zu überdenken und jede Handlung auf ihre Konsequenzen hin zu überprüfen.
Was spricht dagegen, ein paar Seiten von Pippilotta in unseren Alltag zu integrieren? Vielleicht nicht gerade die Frisur oder das Outfit, aber diese Offenheit und auch der Wagemut, den könnten wir auch an manch anderem Tag gebrauchen. Dann, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, wir uns langweilig, lustlos und von anderen völlig übersehen fühlen.
Als Sie ein kleines Mädchen waren, wurden Sie selbst ein wenig Pippi Langstrumpf, wenn Sie die Geschichten von Astrid Lindgren lasen. Pippi hatte Kraft und war durch und durch vertrauensvoll. Lustig war sie und voller bunter Einfälle. Und ... was war es denn noch, was Sie an Pippi Langstrumpf so mochten, dass Sie sie bis heute nicht vergessen haben?
Versuchen Sie, sich an Bilder Ihrer Kindheit zu erinnern - und dafür gemeinsam mit uns auf den Speicher Ihres Lebens zu gehen. Dort in einer Ecke neben wackeligen Kleiderschränken, verstaubten Koffern und alten Regenschirmständern steht die Truhe Ihrer Kindheit. Darin eingelagert: Erinnerungen, Sehnsüchte und längst vergessenes Spielzeug. Sie finden Ihr Poesiealbum aus der Grundschule, nie beendete Handarbeiten, einen Brief Ihrer ersten Freundin und ein Stickerheft mit Micky-Maus- und Cinderella-Klebebildern. Am Boden der Truhe ertasten Sie ein paar Münzen, die aus einem demolierten Sparschwein herausgefallen sind, ein Puzzle, dem ganz sicher ein paar Teile fehlen, und Ihren goldenen Haarreif, mit dem Sie sich immer wie eine Prinzessin fühlten.
Womit Sie auch immer in Ihrer Kindheit spielten, ob es eher Barbiepuppen oder Plüschbären waren, lieber ein Springseil statt einem Malkasten - Bücher finden sich ganz sicher. Kindergeschichten, die Sie erzählt bekamen oder von verkratzten Platten abspielten. Es waren Tiergeschichten, Internatsdramen, Freundinnenromane oder Ferienerlebnisse.
Und es gab die Geschichte von Pippi Langstrumpf, genauer Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf. Vielleicht hatten Sie sogar die kleine Originalausgabe in drei Bänden: Blau-gelb der Einband - und innen die spannende Reise in die Kindheit.
Nehmen Sie mit uns das Buch heraus und pusten Sie den Staub von den Seiten. Es genügt, ein paar Kapitel aufzuschlagen und den Inhalt zu überfliegen - und schon fällt Ihnen wieder ein, wie unbändig, mutig und offenherzig Pippi war. Ein paar Polizisten hätten wir doch auch gerne durch die Luft gewirbelt, oder? Pippi ermöglichte Fantasien und Träume, die uns aus der manchmal engen Welt unserer Kindertage (ent)führten. In der Villa Kunterbunt gab es keine Verbote und nichts war unmöglich. Fehler waren erlaubt und 120-prozentige Genauigkeit das Langweiligste, was es gibt. Merkwürdig zu sein war spannend und noch kein K.-o.-Kriterium. Eigentlich waren wir damals, wenn wir ein wenig Pippi waren, selbstbewusster, als wir es heute sind. Wir scherten uns einen Kehricht um Schuhhöhen, Rocklängen und hippe Bars. Pippi war im besten Sinne egozentrisch. Sie machte, was sie wollte - und das hatte nicht nur mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit durch ihre Truhe voll Gold zu tun.
Doch im Gegensatz zu ihr, die in ihrer Geschichte genau so weiterleben darf, wie sie einst erschaffen wurde, haben wir uns im Laufe der Jahre verändert. Eben noch waren wir das kleine, manchmal wilde Mädchen - und nun kämpfen wir uns als zuverlässige Liebhaberinnen und Arbeitsbienen durch unser Leben. Wir wollen gut sein, unsere Aufgaben erfüllen und an unserer Karriere und Familie basteln. Für Träume und nette Kindheitserinnerungen bleibt da nicht viel Zeit, denn unser schnelles Leben ist anstrengend und kostet eine Menge Kraft. Wir haben wenig Freiräume, um zu spielen oder etwas auszuprobieren - die Zeiträume, in denen wir etwas beweisen müssen, werden in den Unternehmen immer kürzer:

o Keine Zeit für Fehler.
o Kein Platz für Umwege.
o Keine Versuche.

Wir schauen nach Nutzwerten, teilen uns ein, verplanen unsere Tage und zwängen uns in straffe Businesskostüme, die uns weder stehen noch passen. Wir lassen uns vom Alltag ständig antreiben: hier in den Feinkostladen, dort ein wenig joggen, noch einmal ab ins Büro, weil noch ein Eilauftrag eingegangen ist, und abends sollen wir uns lustvoll auf einen Quickie freuen, während die Kinder das Sandmännchen im Fernseher verfolgen.
An guten Tagen glauben wir sogar daran, dass wir alles schaffen können - immer und zugleich. Wir nennen das dann Planung und Organisation. Nur die Lebendigkeit bleibt dabei manchmal auf der Strecke und die Träume leider auch. Wie schade. Und in schlechten Nächten fällt uns diese Lücke in unserem Leben auf. Wir wissen dann, dass wir etwas verändern, uns irgendwie neu erschaffen müssen und sehr oft greifen wir dann auch zu einem Buch. Lassen Sie es diesmal ein bestimmtes sein.
Herzlich willkommen in Ihrer Kindheit und in Ihrem jetzigen Leben! Es ist höchste Zeit für Pippilotta!

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