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Pippisein macht einfach Spaß auch wenn wir es über die Jahre des Erwachsenwerdens vergessen haben, ermutigen Christine Weiner und Carola Kupfer in ihrem sympathisch-lockeren Ratgeber. Was spricht dagegen, ein paar Seiten von Pippilotta in unseren Alltag zu integrieren? In einem umfassenden Trainingsprogramm möbeln die Autorinnen die Frechheit ihrer Leserinnen auf. Aber nicht nur die. Pippi kann zum Beispiel auch gut allein sein, sie unterhält sich selbst. Ein guter Anlass für ein paar Übungen, wie man sich selbst genug ist und seinen inneren Schatz findet. Ein Blick zurück in die Kindheit, auf erste Erfolgserlebnisse, hilft dabei.
Pippi geht ungehemmt ihren Wünschen und Neigungen nach und kasteit sich nicht, Beschränkungen ignoriert sie. Klingt gut - deshalb erklären Weiner und Kupfer, wie man bei sich selbst Bedenkenträger erkennt und sie so lange mit penetranten Warums? bzw. Warum eigentlich nicht? nervt, bis sie Ruhe geben. Bleibt nur zu hoffen, dass der anschließende Kaufrausch das Konto nicht in allzu rote Zahlen befördert.
Natürlich gehört wie in jedem Ratgeber dieser Art dazu, negative Glaubenssätze in sich selbst aufzuspüren und durch positive zu ersetzen. Das Wissen um das, was man kann, und das, was man erreichen will, macht einen stark. Dann kann man es sich auch leisten, ab und zu genüsslich anders, vielleicht sogar merkwürdig zu sein und es zu genießen. So wie Pippi eben. In der drögen Wirklichkeit sind dann aber doch eher Klone der braven Annika verbreitet: Sehr häufig halten Frauen mit ihren Wünschen und der eigenen Meinung hinterm Berg, weil sie befürchten unangenehm aufzufallen, ist die Diagnose der Autorinnen. Ihr Rat: schräge Verhaltensweisen, die man bewundert, ruhig mal ausprobieren!
Ein gängiges Problem ist auch, dass manche Frauen vor lauter Suchen das Finden vergessen, nach einer Weile einen Tunnelblick entwickeln. Gemeint ist natürlich vor allem die aufreibende Jagd nach Mr. Perfect. Auch hier kann man erstaunlicherweise von Pippi lernen. Sie will finden und findet. Sie will glücklich sein und ist es. Also: runterschalten und genussvoll suchen. Und nebenbei von Lindgrens Heldin lernen, wie man unvollkommen und locker zugleich sein kann. -- Sylvia Englert
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