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Da können zwei ihre Liebe zu Pilzen nur schwer verbergen: Einfach nur ein Kochbuch sollte es nicht werden, sagen die Autoren, vielmehr eine "Huldigung an die Pilze". Die ist überzeugend gelungen. Alle Feinschmeckersinne werden mühelos wach, und unter dem Pilzhut gibt es viel Mythisches und Magisches zu entdecken.
Wer hätte das gedacht: Zwischen Morchelsuppe, Reissalat mit Austernpilzen und -- ausgesprochen lecker! -- Seezunge mit Périgord-Trüffeln stecken eine ganze Menge Pilz-Philosophie und Historisches. Dabei dürfte die Tatsache, dass der Fliegenpilz den Lauf der Geschichte wie auch der Religionen beeinflusst hat, noch die bekannteste These sein!
Eine ausgefallene und rundum gelungene Idee: nicht nur außergewöhnliche und gut aufbereitete Rezepte nachkochen, nicht nur schlemmend den kulinarischen Erfolg verspeisen, sondern mit attraktivem, intellektuellem Nachtisch auch noch den Bildungshunger stillen. Eine schöne Kombination, die zudem sehr liebevoll präsentiert wird. Wer weiß schließlich schon, dass es halluzinogene Pilze gibt, aus Pilzen Alkohol gewonnen wurde, Pilze im Dunkeln leuchten können oder für eine bestimmte Holzmaserung verantwortlich sind? Bekannter dürften da schon die angeblich aphrodisischen Eigenschaften der Pilze sein. Absolut amüsant der Ausflug ins Viktorianische England: Dort wurde versucht, die Stinkmorchel, diesen "exhibitionistischen Pilzlümmel", aufgrund ihrer schamlosen Gestalt auszurotten.
160 Seiten voller schöner Bilder dieser ganz besonderen, immer noch nicht gänzlich erforschten Gewächse, die sowohl heilen als auch töten können. 70 Rezepte mit erstklassigen Speisepilzen und internationalen Rezepten, die man garantiert nicht jeden Tag findet. Wie sagen die Autoren: "Pilze bilden eine Art Gegenpol zu unserer überschaubaren und regulierten Welt" -- und damit guten Appetit! --Barbara Wegmann