Durch Zufall stieß ich auf dieses Buch, dessen Titel mich spontan angesprochen hat. Und es ist lange her, dass mich ein Roman so in seinen Bann gezogen hat. Es geht um die bittere Aufarbeitung der Vergangenheit, ins Rollen gekommen durch einen Zufall, ein altes Photo, das aus einer Mappe fällt.
Die Hauptperson, die wunderschöne, feenhafte, immer fröhliche - und doch so unnahbare Kath ist tot. Aber sie lebt in der Erinnerung ihres Ehemannes, ihrer Familie und ihrer Freunde weiter. Kapitelweise wird das Leben dieser Personen aus deren jeweiliger Sichtweise beschrieben, das Jetzt und das Damals. Der Fund des Photos zwingt sie, sich nach all den Jahren wieder zu treffen und über Vergessenes und Verdrängtes nachzudenken und zu sprechen.
Kath selbst tritt nicht in Erscheinung. Aber durch die raffinierte Erzählweise, die ständig wechselnde Perspektive, wird sie als Persönlichkeit plastisch und lebendig.
Das Buch ist in seiner Grundstimmung eher nachdenklich. Beneidete Menschen, denen das Glück der Welt in die Wiege gelegt zu sein scheint, sind manchmal im Grunde doch einsam und verzweifelt.