Bei 'Antarctic Journal' handelt es sich NICHT um einen Horrorfilm, auch wenn der Trailer und die erste Stunde des Filmes uns dies mit intensiven Bildern und einem tollen Soundtrack von Kenji Kawai glauben machen wollen. Und trotzdem findet der Zuschauer Horror ... nämlich den Horror, in einer menschenfeindlichen Umgebung bei -80°C im ewigen Eis überleben und bei Verstand bleiben zu müssen.
Sechs Männer brechen auf, um zu Fuss zum innersten Punkt der Antarktis vorzustossen. Sie haben nur begrenzt Zeit, denn an diesem wohl unwirtlichsten Ort der Erde wartet nach 6 Monaten Tageslicht eine 6 Monate andauernde, ununterbrochene Nacht. Und die Zeit ist knapp. Während ihrer Reise finden sie das Tagebuch einer Expedition, die sich offenbar vor über 80 Jahren das selbe Ziel gesteckt hat: Den Pol der Unzugänglichkeit.
Von diesem Punkt an mehren sich mysteriöse Geschehnisse, auf die ich aus Gründen der Spannung nicht weiter eingehen will. Auf jeden Fall scheint sich das Schicksal der Expedition, die das Buch zurückgelassen hat, zu wiederholen. Ein Kampf ums nackte Überleben beginnt.
Was den Film für mich einzigartig macht, ist seine unglaublich dichte Atmosphäre, die Bilder des ewigen Eises (gedreht wurde in Neuseeland), die überzeugenden Schauspieler und nicht zuletzt der schon erwähnte Soundtrack, der all diese Elemente verbindet. Trotzdem verleihe ich 'Antarctic Journal' nur 4 Sterne, da er zu Beginn eben doch den Fehler macht, den Zuschauer etwas zu stark auf's inhaltliche Glatteis zu führen.
Somit empfehle ich 'Antarctic Journal' all denen, die Freude an atmosphärisch dichten Filmen mit starken 'Kopf-Elementen' haben. Wer Action sucht, sucht hier vergeblich.