Endlich mal wieder ein Buch, das nicht unfreiwillig das Klischee des total behämmerten Wacken-Metallers, dem die Bierflasche schon an die Hand gewachsen ist, bedient und so aufgrund seiner gequälten Prosa oder einer aufgesetzten und zu allem Überfluss auch noch geistfreien Komik (Till Burgwächter!) solchen Fans, die neben tausenden Metalscheiben auch noch zwei Bücher jenseits des Fantasy-Genres im Schrank stehen haben (ja, davon gibt es tatsächlich einige ' siehe das Kapitel 'Wer hört Heavy Metal'), umgehend die Schamesröte ins Gesicht treibt. Lückers Studie (hervorgegangen aus einer Diplomarbeit im Fach Soziologie) schafft geschmeidig den Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Unterhaltung, bietet neben dem trockenen Brot des Forschers, den empirisch ermittelten Fakten, zahlreiche saftige und interessante Einblicke in Ursprünge und Gepflogenheiten einer Szene, die dem Autor, ganz offensichtlich auch 'Fan', ans Herz gewachsen ist. Dabei verliert Lücker nie die nötige Distanz zum untersuchten Gegenstand, auch wenn er eines seiner Anliegen, die Unreflektiertheit allzu offensichtlicher Verunglimpfungen der Metal-Szene zu korrigieren, gleich zu Beginn ohne Umschweife ausgibt. Jedenfalls dürfte es nicht nur für Eingeweihte interessant sein, fundierte Einblick in Zusammensetzung, Ästhetik und Organisation einer oft missverstandenen und inzwischen dennoch in der Mitte der Gesellschaft angekommenen Szene zu erhalten. In diesem Sinne: UP THE IRONS!