Moderne Sportler trainieren ja schon lange nicht nur körperlich, sie trainieren auch mental. Und auch moderne Musiker üben nicht nur die Fingersätze, sondern sie haben gelernt, sich mental auf Auftritte vorzubereiten, um sich besser konzentrieren zu können und mehr "Flow" in ihrem Spiel zu haben. In Andreas Mamerows Buch geht es um Reiten als Kopfsache- und weil ich Jean Savoies "Positiv denken" bereits rauf und runter beten kann, war ich gespannt auf ein neues Buch über mentales Reittraining.
Witzige Farben, ein ausgefallenes Format, ansprechende Fotos und ein modernes, pfiffiges Layout haben mir schon mal sehr gut gefallen. Beim Lesen dann erste Enttäuschung "Wenn du willst, dass dir dein Pferd vertraut, musst du in jeder Situation zeigen, dass du ein kompetenter, zuverlässiger und fairer Anführer bist." ( S. 32 )Ein wenig zu sehr reitet Mamerow mir auf den folgenden Seiten auf der Cheftheorie herum.
Allerdings hilft das mentale Trainig, das er im Folgenden toll beschreibt, strukturiert und mit vielen Praxisübungen auch erlebbar macht sicher dabei, klar und fokusiert zu sein- und damit vielleicht auch mehr der "Bestimmertyp". Tipps, auch für Trainer, und viele Übungsvorschläge und Infos machen zusammen mit dem flotten Stil und dem erfrischenden Layout des Buchs Lust, gleich mit dem mentalen Trainieren zu beginnen- vor allem, wenn man dabei so nette Sachen macht, wie optimal schlafen, in die Sauna gehen und Yoga machen. Es gibt aber auch alltagstaugliche Ideen, wie man den inneren Schweinehund überwinden kann, wie man effektive B- Pläne aus dem Ärmel schüttelt, wenn die A-Pläne nicht funktioniert haben und vieles mehr.
Ein hilfreiches, modernes Buch, und auch wenn ich nach wie vor ein großer Fan der persönlicheren Schreibe von Jean Savoie bin, eine alles in allem empfehlenswerte Lektüre.