Die unterschiedlichen Erzählperspektiven sind raffiniert, aber nicht immer auf Anhieb verständlich. Die Tatsache, dass Ranja bereits vor ihrer Geburt dem wohlhabenden Nimrod versprochen ist, erschreckt zunächst, scheint dann aber vielleicht doch nicht so schlimm, da Nimrod, soweit das seine Eifersucht zulässt, sympathisch und verständnisvoll ist. Zum Glück spielt der Roman in christlichem Umfeld, für einmal gibt es keinen Grund, die Stellung der Frau im Islam zu kritisieren! Mit andern Worten: kann die Armut auch Christen dazu bringen, ihre Tochter zu verkaufen? Man gönnt der Protagonistin die kurze Flucht in die Freiheit, aber so, wie sie aufgewachsen ist, ist sie wahrscheinlich gar nicht fähig, die Freiheit zu leben.