Der historische Roman der us-amerikanischen Journalistin Geraldine Brooks greift als fiktive Story auf tatsächliche Ereignisse aus den Jahren 1665/1666 im Dorfe Eyan in Derbyshire zurück.
Die Pest wurde in die Gemeinschaft des Dorfes eingeschleppt, die sich darauf hin eine weitgehend eingehaltene Kontaktsperre zur Außenwelt auferlegte.
Geraldine Brooks verknüpfte zahlreiche tatsächlich geschehene Begebenheiten, die im heutigen Dorfmuseum von Eyan dokumentiert sind, mit ihren eigenen Überlegungen zur Frage nach den psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Seuche zu einem fesselnden so-könnte-es-gewesen-sein-Roman.
Heldin der Geschichte ist die Magd Anna Frith, eine junge Witwe und Mutter zweier Kinder.
Anna erhält durch ihre Arbeit im Pfarrhaus die Möglichkeit, das Lesen und Schreiben zu erlernen. Mit der Pfarrersfrau Elinor verbindet sie ein freundschaftliches Verhältnis. Die beiden erleben den Untergang des alten Wissens um die Heilkunst im Dorf und sie versuchen das zu bewahren, was noch zu retten ist. Bald müssen die beiden allerdings auch nach neuen Wegen suchen.
Der Leser erlebt mit, wie im Dorf die Gemeinschaft polarisiert wird in Gesunde und Kranke, Opfer und Täter, solche die versuchen, zu helfen, und denen, die sich bereichern. Hauptmotiv der Geschichte bleibt neben der Darstellung des Schwarzen Todes jedoch die Möglichkeit eines inneren sowie sich nach außen hin wirkenden menschlichen Wachstums, von Uneigennutz und Freundschaft.
Trotz moderner Sprache erscheint uns die Icherzählerin Anna recht glaubwürdig als eine Frau einer vergangenen Epoche, die jedoch im Begriff steht, sich von alten Denkmustern zu lösen.