Entgegen allen kritischen Anmerkungen möchte ich doch das Buch empfehlen. Sicherlich wird der Thriller-Verschlinger, der Verkoster von Serienkiller-Romanen, abwinken. Chattam bedient wie in so vielen vorherigen Romanen dieses Genres fleißig Klischees. Er lässt das Böse in Menschengestalt mit Dante Alighieris Göttlicher Komödie hantieren.
Aber ich muss sagen trotz allem haben mich an der Geschichte, die Charaktere, der Protagonist Joshua Brolin und Juliette Lafayette überzeugt. Kurzum, sie sind mir ans Herz gewachsen.
Umso schlimmer war es für mich, den Ausgang der Geschichte mitzuerleben.
Die Geschichte ist zum Teil sehr spannend. Wie Detektiv Brolin zum Beispiel das Profil des Täters erstellt und der geneigte Leser miterlebt, wie so langsam das Bild des Täters entsteht ist schon lesenswert.
Sicherlich gehören, wie in jedem Roman dieses Genres, auch Schocksequenzen dazu. Aber Chattam übertreibt nicht. Ich hatte zumindest nicht das Gefühl, das er den empfindsamen Leser quälen will. Er spielt mit Horrorelementen und lässt auf ganz unspektakuläre weise Passagen über das Okkulte einfließen.
Ich empfehle jedem dieses Buch, der bei dieser Sommerhitze ein wenig Gänsehaut bekommen möchte und noch Urlaubslektüre sucht.