Schon der letzte von mir gelesene Hohlbein "Das Avalon-Projekt" hat mich stutzen lassen - war ich doch bislang eher Hohlbein-Fan; aber so wie er neuerdings schreibt, war ich das die längste Zeit:
Der "Held", ein absoluter Normalo, trifft (in beiden Büchern!) zunächst einen dunkelhaarigen Engel (sofort verliebt!), der ihm später in großer Not helfen wird. Die Not besteht aus Killern, denen er stark mitgenommen ohne Schlaf stets aufs Neue entkommt. Körperlich gesehen, wäre dieser Held längst hinüber, aber immer nochmal und nochmal rettet er sich mit letzter Not, kurz vorm finalen Schuss, doch noch mit List und Zufall. Das ist beim ersten und zweiten Mal nett, dann aber nervig und langweilig. Ringsrum die Protagonisten sterben ganz realistisch unter den Attacken (immer noch beide Bücher!) Der restliche Inhalt ist da fast schon egal - mögen die technischen Details unzureichend recherchiert sein oder nicht, Wolfgang Hohlbein füllt den immer gleichen Plot mit neuen Inhalten. Die Grundidee ist gut, der Rest Schlamperei. Bis hin zur Seitenschinderei mit nebensächlichen Details, die das Umfeld plastisch erscheinen lassen sollen, aber letztlich wahllos eingesetzt werden: einmal ist die Ankunftshalle vom Flughafen Tel Aviv schwülwarm stickig, eineinhalb Seiten später aber eiskalt von der Klimaanlage. Was jetzt!? Textbausteine verwechselt???
Fazit: Nicht kaufen, nicht lesen, besseres suchen - das Leben ist zu kurz!