"Das Patent" ist ein klassischer Vertreter der Airport-Bookstore Gattung, sprich: ein relativ anspruchsloser Techno-Thriller, mit dem man ein paar Stunden totschlagen kann, den man danach aber auch ohne Skrupel wegschmeissen kann. In diesem Milieu tummeln sich hunderte Autoren, von denen eigentlich nur Michael Chrichton gelegentlich den Ausbruch aus der Trivialliteratur schafft. Lincoln Child versucht dies gar nicht erst, sondern liefert ein solides Buch ab, das die obigen Ansprüche einlöst. (Wer dies jedoch als "Spannnung pur" beschreibt, muss ein selten ödes Leben führen...)
Bemerkenswert ist dieses Buch nur wegen der grotesk schlechten Übersetzung ins Deutsche, was immer der Herr Toprezensent meint. Der Schuldige, R.Hahn, hat offenbar sein Vokabular seit 20 Jahren nicht mehr erweitert und konsequent alle Begriffe wörtlich ins deutsche übertragen. Folglich tragen die Achterbahnen eines US-Themeparks plötzlich Namen wie "Kreischer" und "Ereignishorizont" (das war wohl im Original Event Horizon).
Die Band, deren Sänger ein gewisser Axl Rose war, wird als "Slash" tituliert statt Guns n Roses.
Dann reden die Bösen ständig von ihren "Knarren" oder sogar "Schießeisen". Wieso nicht gleich Schießgewehr? Oder Donnerbüchse?
Vor allem aber will Hahn anscheinend ein lebendiges Flair schaffen, indem wörtliche Rede auch wörtlich wiedergegeben wird, d.h. es finden sich ständig Perlen wie "Was hastn da?", "Tus doch!" "Has ne Idee?" usw.
Ob das wirklich so wichtig ist? Natürlich nicht, aber es ist so bezeichnend für die Schlampigkeit, mit der die Arbeit ausgeführt wurde. Alles Kleinigkeiten, sicher. Aber von einer Person, dessen Werkzeug die Sprache ist, sollte man doch ein Minimum an Stilgefühl erwarten dürfen. So drücke ich mich vielleicht in einer SMS aus, aber in einem Buch? Und gleichzeitig fordern die Übersetzer höhere Umsatzbeteiligungen für ihre Arbeit. Da erweist Herr Hahn seinen Kollegen einen echten Bärendienst.
Ich weiß, dass negative Meinungen hier stets schlechter bewertet werden als positive. Also verreisst mich. Oder, besser noch, kauft das Buch, lest es und wundert euch über Jubelorgien wie die von baerwurz hier. Ein Schelm, wer böses dabei denkt...