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Es ist zugegebenermaßen ein hochgestecktes Ziel, die Welt der Düfte mit jener der Sprache, Bilder und Klänge beschreiben zu wollen. Zumindest Autor Patrick Süskind gelang diese Kunststück einst mit Bravour, womit er den Ehrgeiz renommierter Regisseure anstachelte. Steven Spielberg, Martin Scorsese und sogar Stanley Kubrick interessierten sich seinerzeit für die Rechte. Zu den Auserwählten dürfen sich nun Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Tom Tykwer zählen, die sich mit ihrem Film künftig aber auch an der literarischen Vorlage messen lassen müssen. Das gilt ebenfalls für den zugehörigen Soundtrack Das Parfum, den kein Geringerer eingespielt hat, als Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker. Das Resultat ist so hervorragend, wie verblüffend: Sind etwa Filmmusik-Legenden wie Bernhard Herrmann oder Max Steiner musikalisch wiederauferstanden ? Fast könnte man es bei dem Prolog The Highest Point meinen. Doch bei der Suche nach dem Namen des Komponisten verweist das Kleingedruckte überraschenderweise auf die Namen dreier Herren, die sich von früher kennen: Reinhold Heil war Mitglied der Nina Hagen Band, ebenso wie Johnny Klimek, der später, 1998, am Soundtrack zu Tom Tykwers Film Lola rennt mitarbeitete. Der Kreis schloss sich, als Letzterer nicht nur Regie führen sondern auch am Soundtrack mitschreiben wollte.
Der Versuchung, Düfte musikalisch zu interpretieren hat das Triumvirat von Vornherein klugerweise nicht nachgegeben und stattdessen auf die Kraft markanter Leitmotive gesetzt. Ob hypnotisch-glitzernd, wie die bezwingenden Anfangstakte im Stile Bernhard Herrmanns in seiner Hitchcock-Ära (The Method Works) oder eher düster-romantisch, wie der Sopran von Chen Reiss, der sich aus dem Chor grauer Bedrücktheit eines Krzystof Kieslowski Films zu einem Moment der reinen Erhabenheit emporschwingt (Meeting Laura), zuweilen auch kriegerisch-pompös mit Star Wars-Anleihen von John Williams (Grasse in Panic) -stets entfalten sich in beeindruckender Weise musikalische Psychogramme, die sowohl mit also auch ohne Film hervorragend funktionieren. Musikalische Kleinode in der nuancenreichen Orchestrierung legendärer Klassiker nehmen den Zuhörer mit auf eine Reise, quer durch die Geschichte der Filmmusik, seit dem Film Noir bis in die Gegenwart. Andreas Schultz
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