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Das Buch habe ihm sehr gefallen, sagt Korte in einem Interview, deshalb habe er es auch gerne gelesen. Das kommt über, man nimmt es dem 1929 geborenen Vollblutschauspieler, der auch studierter Musiker und Dirigent ist, ab. Immerhin, es ist eine lange Strecke, fast zehn Stunden, eine unglaubliche Herausforderung! Und dann ist es ja auch nicht irgendein Buch: weltweit über 15 Millionen verkaufte Exemplare, übersetzt in 20 Sprachen, jetzt verfilmt. Mit dem Leben jenes geruchlosen, aber mit einem genialen Geruchssinn ausgestatteten Ungeheuers, dieser vom Teufel Besessenen abscheulichen Gestalt, die im bestialischen Gestank der Pariser Armenviertel des 18. Jahrhunderts groß wird, hatte Süskind den richtigen Riecher. Und nun ist ein ganz anderer Sinn gefragt: das Zuhören macht Spaß, auch, wenn man das Buch bereits gelesen hat- und wer hat das nicht? Schnell erliegt man der großväterlich ruhig erzählenden Stimme, die einen leise in das dramatische Geschehen wiegt. In Kortes Sprechweise spiegelt sich angenehm Lebenserfahrung, Reife und Alter. Mit seiner Art, nicht zu hetzen, manchmal aufbrausend, dann wieder nachsichtig zu sein, Dialoge gut im Griff zu haben, Pausen zu gönnen und Bilder stehen zu lassen und auch mit dem Sprechtempo auf seine eigene Art zu interpretieren, wird aus Süskinds genialem Roman ein akustischer Genuss, der Grenouilles mörderische Welt gruselig belebt. Eine Meisterleistung.
Musikalisch zu sein, habe ihm sicher bei den Aufnahmen geholfen, gesteht Korte. Aber da war auch die Faszination über den Stoff und die Bewunderung des Süskind Talents: Eine völlig irreale Handlung ganz überzeugend so darstellen zu können, als wäre sie Realität, das ist verblüffend. Das macht die Geschichte noch geheimnisvoller. Für das Hörbuch trägt Hans Korte dazu seinen Teil nun auch bei. --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
Mit grossem Geschick ruft Süskind die damalige Welt vor den Augen des Lesers ins Leben und erzählt die Geschichte des Jean-Baptiste Grenouille, der aufgrund seines fehlenden Eigengeruchs von seinen Mitmenschen, die ihn sprichwörtlich „nicht riechen können", gemieden und verstossen wird. Da der Aussenseiter gleichzeitig über einen Absoluten Geruchssinn verfügt, macht er es sich zur Lebensaufgabe, der grösste Parfumeur aller Zeiten zu werden und ein Parfum zu erschaffen, das die Menschen manipulieren und die ganze Welt dazu zwingen würde, ihn zu lieben; „Denn wer die Gerüche beherrschte, der beherrschte die Herzen der Menschen.". Für diese Herstelllung dieses Parfums tötet er junge Frauen und raubt ihnen ihren Duft. Als der Mörder festgenommen und zum Tode verurteilt wird, bringt er am Tag seiner Hinrichtung sein erschaffenes Parfum zu ersten Mal zum Einsatz...
Die Idee des von seiner Umwelt isolierten Genies ist nicht ganz neu (man denke an Robert Schneiders Schlafes Bruder). Süskind verleiht dem Thema aber psychologische Tiefe und macht es so interessant. Obwohl er Grenouille einerseits als eine abscheuliche und böse Gestalt bezeichnet, legt er andererseits die Beweggründe für das Handeln seines Helden plausibel dar und zeigt, in welcher Weise er von seiner Umwelt zu dem gemacht wird, was er ist. Als Leser schwankt man deshalb permament zwischen Sympathie und Abscheu für diesen faszinierenden Menschen.
Insgesamt ist die Erzählung eine Mischung aus Historischem Roman und Kriminalgeschichte, die neben einer fesselnden Handlung noch einiges an Hintergrundwissen über die damalige Zeit und sogar über die Parfumherstellung bietet und ausserdem deutlichmacht, wie sehr Menschen unbewusst von Gerüchen gesteuert werden. Und nicht zuletzt bringt Süskind durch seine humorvolle Darstellung der damaligen Welt und seiner Bevölkerung den Leser immer wieder zum Schmunzeln. So kommeniert er zum Beispiel ironisch die Mitmenschen Grenouielles und zeigt ihre absurden Träume und Wünsche oder ihre abwegigen Theorien über die Welt und das Leben.
Es ist verständlich, dass dieses Buch ein Bestseller und ein fester Bestandteil der Weltliteratur geworden ist.
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