Nach den bisher vier als Taschenbücher erschienenen Romanen von Andrea Cammilleri mit Commissario Salvo Montalbano "Die Form des Wassers" (BLT 92048 - "La forma dell'acqua", 1994), "Der Hund aus Terracotta" (BLT 92065 - "Il cane di Terracotta", 1996), "Der Dieb der süßen Dinge" (BLT 92076 - "Il ladro di merendine", 1996) und "Die Stimme der Violine" (BLT 92087 - "la vove del violino", 1997) liegt mit "Das Paradies der kleinen Sünder" (BLT 92100 - "Un mese con Montalbano", 1998) ein Taschenbuch mit 30 Kurzgeschichten um Commissario Montalbano vor. Diese Kurzgeschichten behandeln nicht immer Bluttaten, oft stehen harmlosere kriminelle Akten im Mittelpunkt und oft nur menschliche Schwächen, nicht alle spielen in der imaginären sizilianischen Stadt Vigata und einige stammen aus der Zeit bevor Salvo Montalbano seinen Dienst in Vigata angetreten hat. Jede der Kurzgeschichten ist ein Genuß an sich: ob es sich um einen anonymen Brief handelt, in dem ein Mord an einer Frau angekündigt wird, ob es sich um vergaste Mäuse handelt, die als Schmuggler dienten, oder ob es um Testamentsstreitigkeiten mit Todesfolge geht. Insgesamt kann festgehalten werden, daß die Kurzgeschichten von Andrea Camilleri mit Commissario Montalbano genauso kurzweilig sind wie seine Kriminalromane mit ihm. Der "Spiegel" hat recht, wenn er Andrea Camilleri für eine Art von sizilianischem Maigret hält.