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Das Paradies ist anderswo: Roman
 
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Das Paradies ist anderswo: Roman [Gebundene Ausgabe]

Mario Vargas Llosa , Elke Wehr
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 494 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (26. Januar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518416006
  • ISBN-13: 978-3518416006
  • Originaltitel: El paraiso en la otra esquina
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 308.764 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mario Vargas Llosa
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Flora Tristan, das uneheliche Kind eines peruanischen Offiziers und einer Französin, im April 1844 um vier Uhr morgens erwacht, da schlägt sie die Augen auf und sagt zu sich, zum ersten Mal: "Heute fängst du an, die Welt zu verändern." Dann bricht sie auf, um in Südfrankreich die entrechteten Arbeiter und Frauen wachzurütteln. Krank ist sie da und 41 Jahre bereits, aber ihr Wille zu Revolution und Utopie ist ungebrochen.

Rund 50 Jahre später verlässt ihr Enkel, der symbolistische Maler Paul Gauguin, Frau und Kinder und macht sich in Richtung Südsee auf, um dort ein neues Leben zu beginnen. Seine Großmutter hat er nie kennen gelernt. Aber ihre Energie scheint er dennoch geerbt zu haben, ebenso wie ihren Hang nach Veränderung. Seinem Charakter nach hat der jähzornige, egoistische und unstete Maler mit der Arbeiter- und Frauenrechtlerin Flora Tristan kaum etwas gemein. Wie diese allerdings sucht er nach einem Paradies, in dem die Menschen glücklich werden können. Nur: Ist die Insel der Glückseligkeit sozial (im gerechten Miteinander) oder exotisch (in der Ferne) zu verorten?

In seinem neuen Buch Das Paradies ist anderswo hat der peruanische Autor Mario Vargas Llosa (Das Fest des Ziegenbocks) diese Fragen gestellt. Er hat die Lebenswege zweier unterschiedlicher Menschen miteinander konfrontiert, Verwandtschaften und Unterschiede aufgespürt -- und beide Erzählstränge wieder einmal zu einem fulminant erzählten Roman verknüpft. Ein großes Buch über die biografische Zerstörung aller Illusionen, die den urmenschlichen Traum nach dem Paradies trotzdem niemals auszulöschen vermag. --Thomas Köster

Kurzbeschreibung

... erzählt zwei Lebensgeschichten: die von Flora Tristan, der bahnbrechenden Frauen- und Arbeiterrechtlerin, und die ihres Enkels Paul Gauguin.
Ein Doppelporträt zweier faszinierender eigensinniger Persönlichkeiten, die beide - zu verschiedenen Zeiten - auf der Suche nach dem Paradies waren.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Vargas Llosa hat einen unglaublich facettenreichen Roman verfasst, über zwei außerordentliche Menschen, die im vorletzten Jahrhundert - jeder auf seine Weise - das Paradies auf Erden suchten, bzw. gestalten wollten.
Erzählt werden die Lebensgeschichten zweier unangepasster Personen : zum einen die Vita der Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Flora Tristan, zum anderen das Leben ihres Enkelsohnes Paul Gauguin, dessen impressionistische Gemälde erst nach seinem Tode weltweite Anerkennung fanden.
Nach schwerer Kindheit in überaus ärmlichen Verhältnissen und einer fürchterlichen Ehe mit einem gewalttätigen, ihr gewissermaßen aufgezwungenen Mann, flieht Flora Tristan zunächst nach Peru, in das Land ihrer väterlichen, sehr begüterten Herkunftsfamilie. Doch sie findet dort keine wirkliche Ruhe und ist empört, ob der dort vorherrschenden sozialen Mißstände. Flora kehrt zurück nach Frankreich, engagiert sich in der Arbeiterbewegung und kämpft zeitgleich für die Emanzipation der Frau. Sie reist nach London, hält flammende Reden gegen die inhumanen Auswüchse der Früh -Industralisierung , so unter anderem in Paris, Lyon sowie Bordeaux und veröffentlicht 1835 " Weite Reisen einer Paria ", 1840 " Spaziergänge in London", 1843 " Arbeiterkampf ". Sie rebelliert gegen die Gesellschaft und nimmt die Ideen von Karl Marx vorweg. Als sie im Alter von einundvierzig Jahren an Erschöpfung stirbt, hat diese, sich keineswegs schonende Idealistin das Paradies auf Erden leider nicht gefunden...!
Ihr Enkelsohn Paul Gauguin arbeitet zunächst als Börsenmakler und ist in seinem bürgerlichen Beruf sehr erfolgreich. Er heiratet die Dänin Mette S. Gad. Aus dieser Ehe gehen fünf Kinder hervor. Durch Claude Emile Schuffenberger wird er an die Kunst herangeführt und beginnt zu malen. Sein Leben nimmt nun einen anderen Verlauf. Er trennt sich von Mette, erleidet, nachdem er seinen Brotberuf aufgegeben hat, finanzielle Not, lässt sich aber von seiner Leidenschaft nicht abbringen. Beeinflusst vom Maler Camille Pissarro versucht er Gesetzmäßigkeiten der Farbe analog der Musik aufzustellen. Er zieht sich in die bretonische Landschaft zurück und gelangt dort zu eigenständigen Ausdruckswerten. 1887 reist er mit seinem Freund Laval nach Panama und beginnt auf Martinique breitflächig zu malen. Er kehrt zurück nach Frankreich, trifft in Arles auf van Gogh. Die beiden Maler arbeiten zusammen, schätzen sich und doch kommt es zu Auseinandersetzungen, die dazu führen, dass Gauguin fluchtartig in die Bretagne zurückreist. 1891 geht der Künstler, der jetzt in Paris als Haupt der symbolistischen Schule gefeiert wird, für zwei Jahre nach Tahiti. Dort malt er die Eingeborenen, mit denen er zusammenlebt. Eine Affinität zu sehr jungen Mädchen wird deutlich. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten kehrt er nach Frankreich zurück und stellt seine Gemälde in Paris aus. Er errichtet ein Atelier in der Rue Vercingetorix, lebt mit einer Farbigen zusammen, die sich alsbald von ihm trennt, sein Atelier ausräumt und Gauguin mittellos zurücklässt. Nach der Notversteigerung vieler seiner Gemälde verlässt der Maler seine Heimat für immer. In Punaaia an der Westküste Tahitis nimmt er das Leben wieder auf und schafft Bilder voller Poesie, obwohl es ihm gesundheitlich und finanziell schlecht geht. Wiederholt äußert Gauguin Selbstmordgedanken. Schwierigkeiten mit der Kolonialverwaltung führen dazu, dass er auf die Insel Atuona ausweicht, wo er zwei Jahre später verstirbt. Seine Vorstellung vom Paradies zeigt sich vor allem im Bild " Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?". Die fortschreitende französische Kolonisation Polynesiens verändert allerdings schon zu Lebzeiten Gauguins die Authentizität der Eingeborenen. Das Paradies, das der Maler sucht, ist auch in Polynesien nicht zu finden. " Das Paradies " , so stellt Gauguin resigniert fest, " ist anderswo!"
Ein hervorragend geschriebener, unendlich farbenprächtiger, spannender Roman, von großem Tiefgang!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Autor stellt mit seinem beeindruckenden Einfühlungsvermögen und einem Maß an Reflexion, das mich an Octavio Paz erinnert, die Geschichte der zwei miteinander verwandten Protagonisten teilweise in Form eines Zwiegesprächs dar. Er zeigt dir nicht nur, welche Erfahrungen Flora Tristan a.k.a Madame-la-Colère (1803-44) und Paul Gauguin a.k.a Koke (1848-1903) machen, sondern lässt die beiden auch jeweils zu sich selbst sprechen bzw. er spricht mit ihnen in Dialogform, um ihre Beweggründe, ihre Gefühle, Wünsche und (mangelnde) Reue zu zeigen. Er vermittelt dir als Leser den Eindruck, dass er sich wirklich in die Personen hinein versetzt hat, um deren tiefsten Seelenregungen auf die Spur zu kommen. Ein echtes Erlebnis!

Worum geht es? Gauguins Großmutter kämpft wie eine Löwin für Gerechtigkeit, Bildung, Frauenrechte, Solidarität, Freiheit und den Zusammenschluss von Arbeitern und Frauen im Kampf gegen Ausbeutung, Habgier und Unrecht, bis ihr Körper vor Erschöpfung schließlich zusammenbricht. Ihre persönlichen Erfahrungen drängen sie dazu durch Frankreich zu reisen und Arbeiterorganisationen zu formieren, um die Gesellschaft als Ganze zu reformieren. Sie vergrämt dabei alle, die nicht für sie sind, insbesondere Politiker und Kirchenangehörige. Wir erfahren dabei viel über die Pläne und Persönlichkeit von Saint-Simon und Fourier, von Cabet, Owen, Proudhon und Marx. So viel wir über sie erfahren, wir verstehen durch die Art der Beschreibung auch immer etwas besser den Charakter von Madame-la-Colère.

Zugleich wird im Buch die Scheinheiligkeit und Amoralität der Zivilisation durch Paul Gauguins Lebensstil als Ausreißer, Wilder, Primitiver unter den Einwohnern Tahitis geschildert und wir erfahren viel von Van Gogh, Manet, Degas usw. In seinen ausdrucksstarken Bildern stellt Gauguin der trüben (europäischen) Zivilisation die lustbetonte, freie und ursprüngliche Lebensweise in Polynesien entgegen. Dabei stets im Zweifel, ob es das unberührte Paradies überhaupt noch gibt, dann wieder ganz sicher, dass es in seiner Nähe noch Orte gibt, wo Menschenfleisch gegessen wird. Immer auf der Suche, genau wie Flora Tristan. Anders zwar, aber auch gleich. Same same, but different... beide kommen niemals an, erst zum Zeitpunkt ihres Todes, und vielleicht nicht mal dann. Denn beide sind auf ihre eigene Weise immer noch ziemlich hungrig. Der Körper spielt halt nicht mehr mit.

Wir bekommen einen guten Einblick in die Ära des 19. Jahrhunderts, in die Denkart der Bohemiens und der Arbeiter. Beide kämpfen gegen etablierte Institutionen an: Priester, Staat, Kirche, die den Status Quo und damit ihre Machtbefugnisse erhalten wollen. In jedem Fall: Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen: So muss Geschichte sein! Nachvollziehbar, lebensnah, einprägsam, anschaulich. Ein Stern weniger jedoch, weil es m.E. durchaus auch seine Längen hat, vor allem bei den Kapiteln über Frau Tristan.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helmut Cremers VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Mario Vargas Llosa zeichnet hier kraftvoll und ausdrucksstark das Leben zweier Persönlichkeiten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können; das Leben Paul Gouguins und das seiner Großmutter Flora Tristan. Mögen beide Charaktere noch so verschieden gewesen sein,gemeinsam ist ihnen der leidenschaftliche Kampf für ihren Lebenstraum.

Sie, die durch Südfrankreich reiste, das Elend der Arbeiter in den Fabriken sah. Sie, die zu einem Kreuzzug aufbrach, um die Welt mit Verstand und Liebe zu ändern. Sie, die ihre Pflicht darin sah, die Ausgebeuteten zu erlösen, die Arbeiter zu vereinen und die Gleichheit der Frauen zu erlangen. Ja, sie, Flora, verzichtete auf die egoistische Liebe. Das einzige Gefühl, das ihr Leben zuließ, war die Liebe zur Menschheit.

Er,der Künstler, der brotlose Maler, der aus Paris, dem Gefängnis aus Zement, Asphalt und Vorurteilen geflohen ist.Er, der dem goldenen Kalb der verdorbenen Zivilisation den Rücken kehrte.Ja, er, Paul, war Richtung Südsee gezogen, wo er die reine, ursprüngliche Welt suchte, eine Welt ohne Geschäftigkeit, den Garten Eden, in dem er nur die Hand auszustrecken brauchte, um seine Nahrung von den fruchtbaren Bäumen zu pflücken.

Wie viele Tränen solche Lebensträume kosten, das erzählt Llosa so leidenschaftlich wie seine Menschen leidenschaftlich sind deren Portraits er zeichnet.In gekonnt inszenierten Rückblendungen erfahren wir, wie solche Träume entstehen und warum sie es wert sind, bis zum bitteren Ende für sie zu kämpfen; vielleicht, weil es oft, trotz aller Hoffnungslosigkeit immer noch einen Funken Hoffnung gibt.

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das buch erfordert sehr viel durchhaltevermögen!
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Veröffentlicht am 29. Oktober 2008 von esc
Für Gauguin Fans ein Muss!
Auch ich habe das Buch gelesen, da es darin um Paul Gauguin geht. Man erfährt wunderbar viel und genau über sein Leben auf Tahiti und vor allem über die Gründe,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2007 von Stefanie Huber
Lesen!
Ich kaufte das Buch in der Hoffnung, mehr über das Leben Paul Gauguins auf Tahiti zu erfahren und wurde nicht enttäuscht. Dem Autor ist sogar noch etwas gelungen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Mai 2006 von Andrea
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