Zola, eine der bekanntesten und frühesten französischen Naturalisten, hat hier den ersten Kaufhausroman der Weltgeschichte geschrieben.
Hört sich zunächst vielleicht nicht sehr spannend an, es steckt aber viel mehr dahinter, als man zunächst erwarten würde.
Der komplette Aufbau und Ausbau dieses "Paradies der Damen", wie sich das Kaufhaus nennt (->"Bonheur des Dames") und das enorme Risiko, das zu der damaligen Zeit noch eingegangen werden musste, um so etwas zu (er-)schaffen, wird hier glänzend geschildert.
Es muss einem schon an gänzlicher Empathie mangeln, um nicht mitgerissen zu werden von Faszination, Hoffnung und Bangen.
Des Weiteren verbirgt sich hier noch eine unkonventionelle Liebesgeschichte, bei welcher typische Charaktere des Paris im ausgehenden 19. Jahrhundert fabelhaft und wie nebenbei skizziert werden.
Wer also mehr über den pariser Geist, die damaligen kulturellen Verhältnisse, Normen, Zwänge und Nöte erfahren möchte und außerdem Wert auf eine nicht zu langatmige Lektüre legt, dem kann ich hier nur raten, zuzugreifen!
Die ca 500 Seiten mögen zunächst lang erscheinen, doch Zola schafft es, die Zeit/die Seiten zum verfliegen zu bringen...