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Das Paradies des August Engelhardt: Roman
 
 
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Das Paradies des August Engelhardt: Roman [Gebundene Ausgabe]

Marc Buhl
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: 1 (22. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821861487
  • ISBN-13: 978-3821861487
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 97.465 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Die Geschichte über den Aussteiger Engelhardt verdient es, neu erzählt zu werden. Insbesondere, wenn dies auf eine so poetische Weise gelingt wie Marc Buhl in Das Paradies des August Engelhardt. ... Buhls Sprache ist schlichte Poesie, einfach, klar und bildhaft. Marc Buhl macht aus seinen Stoffen wunderschön-fantastische Bücher, die die Welt neu fabulieren.(Maria-Bernadette Ehrenhuber, titel-magazin.de, 11. April 2011) "Sehnsuchtsvoll, witzig und schön geschrieben!"(annabelle, 04. Mai 2011) "... ein verspielter, fantasievoller, spöttischer Roman ... Ironisch und lakonisch, dann wieder ganz aus der Perspektive Engelhardts heraus, also voller hochfliegender Emphase und so voller Pathos, dass sie manchmal hart am Kitsch vorbeischrammt. Aber das ist insgesamt ein genau kalkuliertes Stilmittel, um Wunsch und Wirklichkeit umso schmerzhafter aufeinanderknallen zu lassen ... Auch der Roman vom Paradies des August Engelhardt ist ein souverän und flüssig geschriebendes Buch über eine faszinierende exotische Vergangenheit, das einen nicht zuletzt durch seinen Witz mitreißt.(Sabine Peters, Deutschlandfunk "Büchermarkt", 06. Mai 2011) "Lakonisch, poetisch und erzählerisch souverän entwirft Buhl das Bildnis eines tragisch gescheiterten Aussteigers ... In Buhls bislang bestem Roman gewinnt der Ritter der Kokosnuss dann doch so etwas wie Unsterblichkeit."(Martin Halter, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juni 2011) "Marc Buhl hat mit wunderbar leichter und leiser Sprache und mit guten Kenntnissen der Südsee und ihrer Kolonilgeschichte ein sehr schönes Buch geschrieben."(Thomas Becker, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25. Juni 2011) "Marc Buhl erzählt von Zerfall der Ideale mit Witz und Sinn für Situationskomik."(Anja Jirsch, WDR 3 "Passagen", 20. Mai 2011) "Marc Buhl hat ... einen glänzenden Roman über diese historische Fußnote geschrieben."(Playboy, Juni 2011) "Feinsinnig, witzig und äußerst unterhaltsam."(Rudolph von Bitter, br-online, 06. Juni 2011) "Ein Buch, das durchaus neben großen literarischen Abenteuerromanen wie Defoes Robinson Crusoe, T.C. Boyles Wassermusik oder Kehlmanns Vermessung der Welt bestehen kann."(Stadtbücherei Würzburg, lovelybooks.de, 09. Juli 2011) "Marc Buhl ... hat sich des Idealisten ... mit dem nötigen Fingerspitzengefühl angenommen; er übersieht weder die Verstiegenheit noch den Wahn der Figur, diskreditiert sie aber auch nicht. Das betont ruhig und angenehm unsensationell erzählte Buch konzentriert sich auf das Porträt eines oft unfreiwillig komischen Außenseiters ..."(Kai U. Jürgens, Kieler Nachrichten, 13. April 2011) "Auf wunderbar poetische Art und mit großer Könnerschaft erzählt der Freiburger Marc Buhl ..."(Steffen Radlmaier, Nürnberger Nachrichten, 16. April 2011) "Marc Buhl hat mit seinem Roman einen langhaarigen Sonderling vor dem Vergessen bewahrt."(bücher, 01. Mai 2011) "ein äußerst lesenswertes Werk."(Morten Planer, Elmshorner Nachrichten, 28. April 2011) "... poetisch, einfühlsam und spannend zugleich ..."(Martina Freier, ekz. bibliotheksservice, 11. April 2011) "Marc Buhl hat August Engelhardt mit diesem wunderbaren Buch ein Denkmal gesetzt"(Bücherverändernleben, 25. März 2011) "Ein einfühlsamer, lehrreicher und amüsanter Roman."(atalantes.de, 07. Juni 2011) " ... stehts spannend, unterhaltsam und teils philosophisch."(yousoundgreat.wordpress.com, 09. Mai 2011) "... ein ungemein unterhaltsames, lebenskluges und dazu noch herrlich gut geschriebenes Buch. Marc Buhl versteht es ausgezeichnet, die Eckdaten eines echten Lebens mit Fantasie, großem Einfühlungsvermögen und schriftstellerischem Talent zu einem glaubhaften Roman zu kombinieren. Gut recherchierte Details lassen die Südseeinsel, das Lebens der Missionare, die Sprache der Einheimischen, das Rauschen der Wellen und den Geschmack von Kokoswasser lebendig werden. So sehr, dass man das Gefühl hat, ganz nah dran zu sein am sympathischen, friedfertigen August Engelhardt und der Palme, auf der er sitzt. ... eindringlich und absolut lesenswert ..."(buecherwurmloch.wordpress.com, 10. April 2011)

Kurzbeschreibung

Der Hippie aus dem Kaiserreich Marc Buhl erzählt lakonisch und mit großem Gespür für die unfreiwillige Komik aller Menschheitsbeglücker die Geschichte eines frühen Aussteigers, der auf einer deutschen Kolonialinsel in der Südsee einen Sonnenorden gründet. Nein, so einen kann man nicht töten, sagen die Eingeborenen, als sie den seltsamen Bleichling die Palmenstämme herunterrutschen sehen. Der nackte Mann nährt seinen zerschundenen Körper ausschließlich von Kokosnüssen und hat sich am Strand eine schiefe Hütte aus Büchern gebaut. Niemand kann den ausgemergelten Glückssucher vertreiben, nicht der Pfarrer der kleinen Kolonie auf Deutsch-Neuguinea, nicht der Monsunregen, nicht die Myriaden Moskitos und nicht die Pfeile der Insulaner - denn August Engelhardt aus dem kalt-nebligen Nürnberg hat in der Südsee den Sinn des Lebens gefunden und seinen heiligen Gral und Jungbrunnen: die Kokosnuss. Marc Buhl erzählt die Geschichte des deutschen Sektengründers Engelhardt mit aller notwendigen erzählerischen Freiheit, um dem Wahn, der Größe, der begeisternden Verstiegenheit des aus der Zeit Gefallenen nachzuspüren. Er erkennt in dem wilhelminischen Frühhippie einen typisch deutschen Romantiker und macht zugleich erkennbar, warum die Zivilisationsmüdigkeit nicht erst seit der Flower-Power-Ära zum festen und immerzu faszinierenden Bestandteil der Geschichte des Westens gehört.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von NJustice
Anfang des 20. Jahrhunderts gelangt August Engelhardt auf die Insel Kabakon in Deutsch-Neuguinea. Als Aussteiger aus dem Wilhelminischen Deutschland sucht er in der Südsee seine Erfüllung. Die junge deutsche Kolonie Deutsch-Neuguinea, in die es bislang nur wenige Europäer verschlagen hat, verspricht ihm diese Freiheiten. Der Gouverneur in der Kolonialhauptstadt Herbertshöhe, der Missionar und die wenigen Beamten vor Ort trauen ihm nicht zu, lange Zeit in dem unwirtlichen Klima unter den Eingeborenen zu überleben.

Engelhardt versucht, auf Kabakon seine Utopie eines Lebens ohne Kleidung zu verwirklichen und seinem Schwur, keine Lebewesen zu töten, gerecht zu werden. Tatsächlich findet er Respekt und Anerkennung sowohl der Eingeborenen als auch der auf den Nachbarinseln lebenden Deutschen. Er schafft es sogar, Pater Joseph, den Missionar, zum Nacktbaden in der Südsee zu verführen.

Solange August der einzige Deutscher auf der Insel bleibt, scheint seine Utopie zu funktionieren. Doch die Berichte in Deutschland über sein Aussteigerleben ziehen immer mehr Jünger nach Kabakon. Diesen muss Engelhardt etwas bieten. Er entwirft die Idee des Kokovorismus, eines Lebens basierend auf einer reinen Kokosnussdiät. Doch damit überfordert er die anderen Deutschen auf der Insel.

Basierend auf historischen Personen entwirft Marc Buhl ein fesselndes und sympathisches Bild des Aussteigers August Engelhardt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Genauso grandios wie diese zwei Einstiegssätze erhoffen lassen, geht es in Marc Buhls "Das Paradies des August Engelhardt" 236 Seiten lang weiter. Allerdings ist es ein fragwürdiges Paradies, welches sich der deutsche Nudist und Vegetarier August Engelhardt da im hintersten Winkel der kaiserlich-deutschen Südsee als persönliches Refugium ausgewählt hat: Seine einheimischen Inselnachbarn wundern sich doch sehr über den nackten Weißen, der sich da auf ihrer Insel niedergelassen und lediglich kistenweise Bücher mitgebracht hat. Da unklar ist, mit welchen geheimen Kräften der Neuankömmling in Verbindung steht, sehen sie ersteinmal davon ab, ihn bei erster Gelegenheit zu verspeisen. Wobei Weiße sowieso nicht ganz oben auf ihrem Speisezettel stehen, ist deren Fleisch doch zumeist recht salzig. So hat Engelhardt bis auf weiteres nur mit Regenzeit, Tropenfieber und der selbstgewählten Kokosnuss-Diät zu kämpfen und muss sich lediglich gelegentlicher Besuche der Bewohner des nahegelegenen deutschen Gouverneurssitz erwehren. Aber bald schon haben sich Berichte über sein Nudisten-Paradies bis in die Heimat verbreitet und vorbei ist es mit Engelhardts Einsiedler-Dasein.

In geschickten Rückblenden setzt Buhl den Lebensweg seiner skurrilen (allerdings historisch verbürgten) Romanfigur zusammen, die auch im Zentrum von Christian Krachts aktuellem Roman "Imperium" steht. Im Unterschied zum unvergleichlich lauteren Krawall, den Christian Krachts Roman im Blätterwald des deutschen Feuilletons ausgelöst hat, ist Marc Buhls Buch praktisch ohne öffentliche Kenntnisnahme bereits vor 12 Monaten erschienen. So bietet sich dem Leser das fast einmalige Schauspiel, dass zwei sehr unterschiedliche Autoren sich in engem zeitlichen Zusammenhang dem selben Romanthema gewidmet haben. Bemerkenswerterweise sind dabei zwei grundverschiedene, aber beide auf ihre Art gelungene Romane entstanden.

Während Kracht sich der Figur August Engelhardt mit dem Stilmittel der Sartire widmet und so aus sicherer, teilweise fast überheblicher Distanz dessen Irrungen schildert, arbeitet Buhl sich an den tragischen Aspekten von Engelhardts Lebensweg ab. Buhl läßt sich dabei auf die Ideen Engelhardts ein, kommt seinem Romanprotagonisten dadurch viel näher als es Kracht gelingen kann. Es resultiert ein ausgeprägterer Spannungsbogen, während Kracht es bei gleichförmig routiniertem (allerdings ebenso unterhaltsamem) Erzählhandwerk beläßt. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Buhl sich am Ende so sehr auf August Engelhardt eingelassen hat, dass ihm sein Romanprotagonist geradezu ans Herz gewachsen ist. So gönnt er ihm - trotz des von Seite 1 an feststehenden Scheiterns seiner Utopien, wenigstens ein kleines Happy-End am Strand der Insel Kabakon.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der Schriftsteller Marc Buhl hat sich in seinem neuen Roman eine historische Hauptfigur gewählt. August Engelhardt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gerade einmal 27 Jahre alt, nach Kabakon, einer kleinen Insel nördlich von Australien auswandert, hat es wirklich gegeben. Man kann ihn als ersten Hippie des wilhelminischen Kaiserreichs bezeichnen, der vom Nudismus und vom Vegetarismus beeinflusst, der Zivilisation den Rücken kehrt und in der Wildnis nach und nach aus seinen Ideen eine ganze Religion etabliert. August Engelhardt entwickelt in seinem Paradies den "Kokovorismus", der auf der einzigen Idee fusst, dass es allein die Sonne ist, die die Menschen mit Kraft, Energie und Lebensgeist versorgt. Sein Gott heißt Helios, sein Manna sind die Kokosnüsse, die es in dem Inselparadies in Hülle und Fülle gibt.

Schon bald findet sich in dem Musiker Max Lützow ein erster Anhänger, der dem Brief Engelhardts folgt und auf die Insel kommt. Genauso wie im weiteren Verlauf noch mehr als zwei Dutzend weitere Anhänger des "Sonnenordens". Mit folgendem Satz werden sie initiiert:

"Ich taufe dich und ernenne dich zum Apostel der Kokosnuss. Mit dieser Taufe legst du deine Nationalität ab, deine Herkunft, deine Rasse, deinen Beruf, deinen Glauben, deine Ängste, deine Vorurteile und wirst ein reines Kind der Sonne." Doch der Orden bleibt vor inneren Problemen nicht verschont...

Mit Respekt und großem Sinn für die unfreiwillige Komik aller Menschheitsbeglücker erzählt Marc Buhl die Geschichte des Romantiker und Aussteigers August Engelhardt.
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