Sicherlich ist es schwierig, eine Darstellung des orthodoxen Christentums auf nur 100 Seiten zu begrenzen. Aber dann sollte man vielleicht auf den Luxus verzichten, auch noch die Entwicklung der Orthodoxie in Zimbabwe, Kamerun und China abzuhandeln. Überhaupt setzt der Autor einen Schwerpunkt auf geschichtliche Entwicklung und geographische Verbreitung. Das Kapitel über die Lehre der orthodoxen Kirche beginnt zehn Seiten vor Schluss - und hier, ganz am Ende bekommt man eine leichte Vorstellung von dem, was orthodox glauben vielleicht bedeutet. Naheliegende Fragen nach dem Unterschied zwischen griechisch-orthodoxer und russisch-orthodoxer Kirche und der theologischen Grenzziehung zum Katholizismus (und was daran so unüberwindbar ist) werden nicht beantwortet. Wesentlich schlauer ist man nach der Lektüre nicht. Und schade: man hat nicht den Eindruck, dass der Autor den Leser von seinem Thema begeistern will.