Als Urlaub für Herz und Seele,bezeichnete die Cheflektorin des Goldmann Verlages dieses Debüt der Autorin Lucinda Riley 'Das Orchideenhaus' und ich kann ihr da nur beipflichten. Dieses Buch übt eine Faszination auf den Leser aus, der er sich nicht entziehen kann und man wird während des Lesens in eine andere Welt katapultiert aus der es schwer ist wieder in den Alltag zurückzufinden
Auf zwei Zeitebenen wird dieser Roman erzählt, der in England und Thailand spielt. In der Gegenwart lernen wir Julia Forrester kennen,eine begabte Pianistin, die nach einem schweren Schicksalsschlag nach Wharton Park heimkehrt, einem alten Herrenhaus in Norfolk, in dessen Orchideenhaus sie als Kind glückliche Stunden verbrachte. Das Herrenhaus ist in einem desolaten Zustand und der Erbe Kit Crawford hat nicht die finanziellen Mittel, um Wharton Park zu renovieren. Also wird es zum Verkauf angeboten und Kit renoviert das altes Gärtnerhaus, um dort zu leben. Bei den Renovierungsarbeiten fällt ihm ein altes Tagebuch in die Hände, das er Julia Forrester schenkt, da es anscheinend ihrem Großvater gehört hat, der früher in diesem Haus wohnte.Als Julia ihrer Großmutter dieses Buch vorlegt, erfährt sie Stück für Stück ein lange gehegtes Familiengeheimnis, das ihr Leben von Grund auf verändert.
Diese Geschichte, die ihren Anfang 1939 nimmt,und von Julias Großmutter erzählt wird, bestimmt den zweiten Erzählstrang und hat mir noch besser gefallen, als die Gegenwartsgeschichte, was viel heißt, denn auch diese Geschichte ist spannend und sehr emotional geschrieben.Der zweite Erzählstrang entführt den Leser teilweise nach Thailand, wo er an einer bewegenden Geschichte teilhaben darf, die bis in die Gegenwart eine große Bedeutung hat.
Schnell drängt sich bei der Thematik der Vergleich mit Kate Mortons Buch 'Der verborgene Garten'auf und das nicht zu Unrecht, allerdings muss ich sagen, dass mir dieses Buch noch ein klein wenig besser gefallen hat.
Der Erzählstil dieser unwiderstehlichen Unterhaltungslektüre ist lebhaft, fantasievoll und zu Herzen gehend. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und die Schilderungen über Bankok lassen beim Leser Fernweh entstehen.Ein klein wenig konstruiert und vorhersehbar wirkt das Ende dieses tollen Schmökers,was dem Gesamteindruck dieses Buches aber keinen Abbruch tut.Ich habe mich schwer getan den Buchdeckel dieses Buches zu schließen und bin sicher, dass ich diesen Roman noch oft verschenken werde.
Lassen sie sich ansteckenden von der Faszination, die dieses Buch auf den Leser ausübt und gönnen sie ihrem Herzen und ihrer Seele ein wenig Erholungsurlaub.