Eine gemeinsame Nacht hat gereicht, und die Studentin Ashley Freeman wird den Gelegenheitsarbeiter Michael O'Connell nicht mehr los. Er ist total auf sie fixiert, verfolgt sie, wird zum Stalker. Als Ashley ihn abweist, muß nicht nur sie das bitter bereuen, sondern auch ihre geschiedenen Eltern, Sally und Scott, sowie Hope, die Geliebte ihrer Mutter. Zunächst startet O'Connell Diffamierungskampagnen, wobei er sich bevorzugt des Internets bedient, aber auch vor Gewalt steckt er nicht zurück.
Ashley und ihre Angehörigen, zu denen auch noch Hopes Mutter stößt, sind zunächst schockiert und paralysiert, beschließen aber dann, daß sie zurückschlagen müssen, bevor sie alle - und besonders Ashley - ins Verderben gestoßen werden.
Grundsätzlich ist die Geschichte spannend, was so ziemlich auf alle Romane von John Katzenbach zutrifft. Voll überzeugen konnte er mich aber nicht. Die Geschichte ist zu lang und nicht gerade logisch aufgebaut. Schon früh habe ich mich gefragt, warum die Freemans nicht zur Polizei gehen. Besonders, als O'Connell bei Sally und Hope einbricht und eine Blutspur hinterläßt, wobei alle genau wissen, daß diese von O'Connell stammen muß, hatten sie einen Beweiß für eine Straftat (Stichwort: DNS). Nebenbei: Sally ist Anwältin!
Aber auch sonst hat Katzenbach nicht immer glücklich agiert. Daß O'Connell mit ein paar Computerkursen zu dem Hacker wird, als der er beschrieben wird, ist einfach unglaubwürdig.
Zudem schreibt Katzenbach immer wieder recht klischeehaft. Eindeutig überstrapaziert hat er in diesem Zusammenhang das Wort "kalt". Kaum eine Seite (nach meinem Gefühl), auf der es nicht mal einen kalten Blick oder eine kalte Antwort gab.
Interessant fand ich dafür die wechselnde Erzählperspektive; einerseits der Plot um Ashley und O'Connell, andererseits die Erzählung eines unbekannten Schriftstellers in der Ich-Form.
Fazit: Muß nicht als Pflichtlektüre für Thrillerfans betrachtet werden!