Ein spannender, zugleich aber sehr tiefgründiger, nachdenklich machender und anregender Roman, der auch nach einem halben Jahrhundert nichts an Aktualität verloren hat. Das Thema, das schon im Titel angeschnitten wird, behandelt die Frage, inwieweit ein einzelner Mensch - gerade unabsichtlich, unbewußt - am Unglück eines anderen die Schuld und damit eine Verantwortung tragen kann, und welche Verwicklungen sich ergeben, wenn das vermeintliche Opfer nach Sühne, nach Wiedergutmachung schreit. Das alte dostojewskische Dilemma, das hier sehr ambivalent und in wunderschönen, ein sommerliches New York in den späten 40er Jahren illustrierenden, Szenen behandelt wird. Für Fans der späteren, eher personal erfahrbaren und ironisch gefärbten Bücher wie "Herzog" oder "Mr. Sammlers Planet" sei gesagt daß dieses Werk des frühen Saul Bellow stärker an die klassische, europäische Tradition des Romans anknüpft, ohne jedoch die virtuosen erzählerischen Qualitäten des Nobelpreisträgers vermissen zu lassen. Lesevergnügen pur und 5 Sterne für einen unbedingten Kauf.