Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Dreieinhalb Sterne , 10. Juni 2007
Ich habe das Buch im englischen Original gelesen und kann deshalb nicht beurteilen, wie gut der Übersetzer ins Deutsche war:
Mein Fazit: Sicherlich ein guter Thriller - aber bei weitem nicht das beste von Katzenbach.
Leider dümpelt die Geschichte - gerade anfangs - sehr beschaulich vor sich hin, man muß sich fast zwingen, weiter zu lesen. Und leider sorgen auch die Einschübe - der Reporter und seine Interviewpartnerin - immer wieder für Unterbrechungen des Erzählflusses, was der Geschichte absolut ncht zuträglich ist.
Viele Handlungspunkte, die leider unrealistisch wirken: z.B. wird der Stalker vom Detektiv Murphy zusammengeschlagen - der Stalker verfolgt ihn aber direkt nach diesem Angriff und bekommt heraus, wo er wohnt bzw. arbeitet -trotz der Verletzungen, und der Detektiv merkt nichts. Außerdem verfügt der Stalker, trotz mangelhafter Bildung, über herausragende PC/Internetkenntnisse - und verändert eine Doktorarbeit so hervorragend gut und logisch, daß sogar ein Stardozent nichts davon merkt. Es sind viele solche Kleinigkeit, die einfach unglaubhaft wirken.
Aber, wie gesagt, ein guter Thriller und absolut empfehlenswert. Unbedingt die anderen Bücher von Katzenbach lesen !
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42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wenn Liebe zur Besessenheit wird, 3. August 2007
Nach der Thematik Depressionen und Selbstmord in "der Patient" und das Leben in einer Irrenanstalt in "die Anstalt" hat sich John Katzenbach nun mit Stalking und den Auswirkungen obsessiver Liebe beschäftigt.
Dabei beginnt alles mit einem einfachen jugendlichen Fehltritt, denn nach einem One Night Stand mit Michael O'Conell hat sie dieser zu seiner Traumfrau auserkoren. Während die Studentin Ashley Freeman noch versucht ihm klarzumachen, dass der One Night Stand eine einmalige Angelegenheit war und sie deshalb noch lange keine Beziehung eingegangen sind, nimmt die obsessive Liebe bei Michael allmählich eine weit größere und beängstigendere Dimension an. Er verfolgt sie unerbittlich und sein Terror nimmt auch nicht vor ihren Freunden halt, einen ihrer Kommilitonen verprügelt er sogar, sodass dieser ein Leben lang an einen Rollstuhl gefesselt bleibt.
Als Ashley ihre Familie um Hilfe bittet, beginnt Michael auch deren Leben zu zerstören. Die Lage droht zu eskalieren als durch anonyme Anschuldigungen die Karrieren von Ashleys Vater Scott, dessen Ex-Frau Sally und ihrer Lebensgefährtin Hope gefährdet werden. Weder die Bemühungen um ein klärendes Gespräch, noch ein eindrucksvoller Betrag an Bargeld kann Michael davon abbringen Ashley zu "lieben". Die Lage ist denkbar hoffnungslos, denn Michael O'Conell ist kein blasser Computerfreak sondern auch ein sehr kräftiger und aggressiver Zeitgenosse, also entschließt man sich einen Privatdetektiv einzuschalten, der Michael zunächst ausspionieren und später einschüchtern soll. Doch etwas geht katastrophal schief und Michael stellt sich einmal mehr als unberechenbar heraus...
In gewohnter Manier hat John Katzenbach auch mit "das Opfer" einen faszinierenden Psychothriller geschaffen, der sich vor allem durch die besondere tiefe seiner Charaktere und die überzeugende Handlung auszeichnet. Natürlich hat diese Intensität auch ihren Preis und so braucht Katzenbach vergleichsweise viele Seiten (diesmal knapp 650), um seinen Plot aufzubauen. Dessen ungeachtet weist der Spannungsbogen vor allem in der Mitte des Buchs einige schmerzhafte Lücken auf, was einem das Gefühl vermittelt dass es leichter ist einfach ein paar Seiten zu überspringen, da sich ohnehin nichts regt.
Besonders die Darstellung des Stalkers Michael O'Conell ist sehr interessant, denn von der in Inhaltsangaben und Klappentext gebräuchlichen Bezeichnung "Computerfreak und Hacker" geht man eher von einem klugen, doch relativ schwächlichen Jungen aus, nicht von dem doch einigermaßen muskulösen jungen Sportlertypen. Anfangs mag das vielleicht etwas widersprüchlich klingen, doch schon bald erfährt man mehr über diesen Michael O'Conell, der ein karges Leben fristen muss, doch sehr gezielt seine Fertigkeiten entwickelt hat und über eine ausgeprägte dunkle Seite verfügt.
Es ist wie am Schluss beschrieben, auch wenn Michaels Liebe zu Ashley krank ist, so handelt auch Ashleys Familie im Namen der Liebe zu Ashley auf eine Weise, die ebenso als verwerflich und falsch gelten kann. Im Glauben, dass Ashleys Familie als einzige zwischen ihm und seiner Traumfrau stehen, versucht er sehr intensiv deren Leben zu ruinieren und Ashley so zu zwingen, seine Liebe zu erwidern. Doch auch Ashleys nächste Angehörige versuchen etwas gegen O'Conell zu unternehmen und gehen schlussendlich dabei vielleicht sogar einen Schritt zu weit, auch wenn sie sonst wirklich machtlos wären.
Wie Leser anderer Bücher Katzenbachs bereits wissen, versteht es der Autor seine Handlung sehr unvorhersehbar zu halten und schreckt auch nicht davor zurück bestimmte Charaktere zu opfern und den denkbar schlimmsten Fall eintreten zu lassen. Einen Augenblick kann sich die gesamte Situation bereits wieder zu Gunsten der Protagonisten geändert haben, denn "das Opfer" ist die reinste Achterbahnfahrt der Gefühle.
Ungewöhnlich ist natürlich dass das Buch als Hardcover erschienen ist, wenn gleich alle anderen Bücher John Katzenbachs im Knaur-Verlag als handlichere und vor allem günstigere Taschenbuchausgaben erscheinen. In Kombination mit der stellenweise etwas spannungslosen Handlung und der hohen Seitenanzahl sollte man sich die Anschaffung dieses Buchs gut überlegen, auch wenn John Katzenbach eine Koryphäe unter den Psychothrillerautoren ist.
Fazit:
Ein packender Psychothriller über ein brandaktuelles Thema.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein folgenschweres Date ..., 1. März 2007
STORY: Angeheitert und aus einer spontanen Laune heraus, hat Ashley Freeman sich ganz gegen ihre Art auf einen One-Night-Stand eingelassen - mit dem Computerfreak und gerissenen Kleinkriminellen Michael O'Connell. Und genau der lässt sie anschließend nicht mehr in Ruhe. Was zunächst einfach nur lästig ist, beginnt mit der Zeit, Ashley Angst zu machen. Als Ashley die Sache zu unheimlich wird, vertraut sie sich ihrer Familie an. Vater Scott und Mutter Sally, die Rechtsanwältin ist, suchen nach einem Ausweg, doch was sie auch versuchen, es scheint Michael nur noch mehr anzustacheln. Michaels Nachstellungen arten in reinen Psychoterror aus und gnadenlos räumt er jedes Hindernis aus dem Weg, das ihm den Zugang zu Ashley versperrt. Schon bald droht die ganze Sache zu eskalieren und die ganze Familie Freeman in ihrem dunklen Sog zu verschlingen - ein Katz-und-Maus-Spiel auf Leben und Tod ...
KRITIK: Ein Thriller um das Thema Stalking ist nicht nur hervoragende Spannungslektüre, sondern auch ein Lehrstück, das zeigt, wie verwundbar der Mensch ist und wie wenig es braucht, damit Liebesbeteuerungen zu Psychoterror werden. Dabei ist der Psychoterror selbst oftmals ein ganz subtiler. Ashleys Familie neigt zunächst dazu, die Gefahr, die von Michael ausgeht, zu unterschätzen. Lange Zeit sehen sie nicht, wie gefährlich die Lage für sie ist und als sie es erkennen, ist es fast schon zu spät. Michael ist ein mächtiger und gerissener Gegner und zu beobachten wie er seine Schachzüge vorbereitet und ausführt, sorgt schon für sich genommen für reichlich Spannung.
Katzenbach geht den Roman von Anfang an spannend an. Ständige Perspektivenwechsel zwischen den Protagonisten, eine Erzählweise, die versetzt über zwei Zeitebenen immer auch schon einen kleinen Blick in die Zukunft wirft und dabei dezente Andeutungen bevorstehender Ereignisse im gegenwärtigen Erzählstrang einstreut Katzenbachs Rezeptur zur Romankomposition ist ausgeklügelt und wohlakzentuiert. Der Plot folgt einem stetig aufstrebenden Spannungsbogen, in dem auch Gedanken und Gefühle der unterschiedlichen Figuren nie zu kurz kommen.
Die Auflösung der Geschichte hat es obendrein ziemlich in sich. Katzenbach schlägt eine Richtung ein, die alles verändert und dafür sorgt, dass der Roman sich in seiner Grundstimmung vollkommen wandelt. Bereits im vorderen Teil der Handlung lässt Katzenbach auch immer wieder moralische Fragen durchschimmern, insbesondere wenn es um den Schutz von Stalkingopfern und die Verfolgung der Täter geht. Die moralischen Zwischentöne werden zum Ende hin zunehmend lauter und darunter leidet dann leider auch ein wenig die Spannung. So läuft ein eigentlich sehr gut begonnener Psychothriller am Ende in eine etwas merkwürdige Richtung und verliert etwas dabei an Fahrt, wenngleich nicht an Schärfe und Brisanz.
FAZIT: Ein solider Thriller, der dem Leser viel Spannung beschert und eine ebenso packende wie aktuelle Geschichte abhandelt. Katzenbach kann so seinen Ruf als Autor spannender Thriller auf jeden Fall festigen, wenngleich er auch hier wieder zum Ende hin ein wenig schwächelt, wie schon bei "Der Patient". Trotzdem, ein "Page-Turner" ist ihm auch mit "Das Opfer" über weite Strecken wieder einmal gelungen.
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