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Das Offene: Der Mensch und das Tier (edition suhrkamp)
 
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Das Offene: Der Mensch und das Tier (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Giorgio Agamben , Davide Giuriato
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 108 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (28. Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518124412
  • ISBN-13: 978-3518124413
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 256.435 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Giorgio Agamben
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 10.10.2003
Giorgio Agambens "Das Offene. Der Mensch und das Tier", das die Frage nach dem Menschen - wer er denn sei, wenn er nicht nur ein Tier ist - aufwirft, hat Rezensent Dieter Thomä nicht wirklich überzeugt. Zwar warte Agamben mit einer Fülle von "überraschenden Beobachtungen" zu Bataille, Jacob von Uexküll, Linne, Tizian und vielen anderen auf. Aber er wolle kein "reiches Bild menschlichen Lebens" zeichnen. Schließlich gründe für Agamben ein positives Bild des Menschen immer auf einer negativen Abgrenzung gegen das Tier im Menschen. Doch anders als der Tierethiker Mark Rowlands, mit dem Agamben die Abneigung gegen die Überheblichkeit des Menschen teile, wende er sich nicht dem Biologischen zu, sondern suche die Nachfolge des humanistischen "Menschen" im "Offenen". Was das konkret bedeutet, bleibt nach Thomä etwas unklar. Agamben verweigere hier eine Auskunft, weil er meine, "dass unsere Sprache noch von den 'anthropologischen Maschinen', die in unser Vokabular das Menschlich-Tierische hineinstanzen, beherrscht wird", wie Thomä schreibt. Hat Agamben damit Recht? Der Rezensent meint, nein. Schließlich sieht er keinen Grund zur Annahme, "dass von unserem Selbstverständnis und unserer Sprache jenseits biologisch-metaphysischer Gegensätze nur die große 'Leere' übrig bleibt". Zudem hält er Agamben vor, dass seine theoretische Phantasie in jener "Maschine", die er als Auslaufmodell deklarieren wolle, allzu sehr verfangen bleibe.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 30.08.2003
Mit "beeindruckender Inständigkeit" stelle sich Giorgio Agamben schon seit Jahren einer alten und großen Diskussion der Menschheit, schreibt Michael Mayer. Was ist der Mensch, ist die Frage, die Agamben auch in seinem neuen Buch verhandle. Mit der bewussten Veränderung seiner Gene, mit der Biopolitik laufe der Mensch Gefahr, sein ganzes Wesen unter das Diktat der Zweckdienlichkeit zu stellen. Mayer bemerkt zufrieden, dass dieses philosophische Anliegen in "feinsinnige Miniaturen" über so verschiedene Denker von Georges Bataille bis Carl von Linne verpackt sei, und auch wenn er die Exegese Heideggers etwas "waghalsig" findet, kann er ansonsten der Argumentation des Autors widerspruchslos folgen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

In diesem dichten, aus Einzelbetrachtungen aufgebauten Essay fährt Giorgio Agamben in seiner Befragung des Lebensbegriffs, wie sie zuletzt in Homo sacer und Was von Auschwitz bleibt stattgefunden hat, fort: Im Dialog u. a. mit Georges Bataille, Carl von Linné, Ernst Haeckel, Jakob von Uexküll und vor allem mit Martin Heidegger verortet Agamben die Grenze zwischen Tier und Mensch im Menschen selbst. Erst wenn der Mensch seine Tierheit suspendiert, öffnet sich ihm die Welt. Das Verhältnis des Menschen zur Tierheit und der Menschheit zum Tier wird so zum »entscheidenden politischen Konflikt« in unserem Kulturbereich.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. Gebauer TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Die Definition des Menschen als animal rationale bzw. als zoon logon echon ist eine der strittigsten und zugleich eine der unhinterfragtesten der Philosophiegeschichte. Spätestens seit Heidegger und seiner berühmten Vorlesung Die Grundbegiffe der Metaphysik aus dem Jahr 1929/30 stehen alle diese Gewißheiten wieder in Fage.

In letzter Zeit hatten sich eher französische Denker dem politischen Problem der Grenzziehung zwischen dem Animalischen und dem Humanen zugewandt. Erinnert sei nur an einen der letzten großen Text Derridas mit dem Titel L animal que donc je suis, der eine Denkbewegung gewissermaßen an ihr Ziel bringt, die schon mit De la Grammatologie einsetzte, nämlich der Versuch einer Problematisierung der einfachen Grenzziehung zwischen dem Animalischen und dem Humanen.In diesem Kontext sind natürlich auch die Texte von Deleuze und Guattari zum Tier-Werden aus den Mille Plateaux und Foucaults Überlegungen zur Biopolitik von höchster Brisanz.

Nun legt Giorgio Agamben seinen beeindruckenden Versuch vor, die anthropologische Maschine des Abendlandes anzuhalten (p. 47). Agamben geht wieder von einer seiner Hauptthesen des Homo Sacer Projekts aus, dass das Leben als solches in unserer Kultur nie definiert wird. Es scheint so, schreibt er, dass in unserer Kultur das Leben, dasjenige ist, was nicht definiert werden kann, aber deswegen unablässig gegliedert und geteilt werden muss (p. 23). Die strategische Gliederung des Lebensbegriff kennt in der abendländischen Philosophier ihren entscheidenden Augenblick. Für Agamben wird in De Anima von Aristoteles der Grundstein für unser Verständnis des Lebens gelegt.

Die anthropologische Maschine der Moderne funktioniert, so Agamben, indem sie ein Schon-Humanes als (noch) Nicht-Humanes aus sich ausschließt, das heißt sie animalisiert den Menschen, indem sie das Nicht-Humane im Menschen absondert: den Homo alalus oder den Affenmenschen (p. 47). Die anthropologische Maschine der Alten funktioniert exakt spiegelverkehrt. Wenn die Maschine der Moderne das Außen mittels Ausschließung des Innen erzeugt, so wird hier das Innen mittels Einschließung des Außen hervorgebracht, der Nichtmensch mittels Humanisierung eines Tieres: des Menschenaffen, des enfant sauvage, aber auch und vor allem des Sklaven, des Barbarem, des Fremden als Figur des Animalischen mit menschlichen Formen. Beide Maschinen funktionieren nur, weil sie in ihrem Inneren eine Zone der Ununterscheidbarkeit einrichten, in der sich wie ein missing link das immer fehlt, weil es virtuell schon da ist die Verbindung zwischen dem Humanen und dem Animalischen, zwischen Mensch und Nichtmensch.

Beide Maschinen haben nun gewissermaßen den Makel, dass sie das Leben gewissermaßen nicht auf den Begriff bringen können. Das führt dazu, dass um diese definitorische Leerstelle zu besetzen - je nach politischen Zwecken - immer wieder definiert werden muss, was Human und was Nicht-Human ist, was bekanntermaßen nur zu neuem Blutvergiessen führen kann. Was Agamben anschließend an Benjamins Idee einer Dialektik im Stillstand nun vorschlägt ist, die anthropologische Maschine des Abendlandes anzuhalten. Gegen Ende eines hochkomplexen Argumentationsgangs schreibt er: Die Maschine bewegt sich sozusagen nicht mehr, ist im Stillstand, und in der gegenseitigen Aufhebung der beidenBegriffe nistet sich zwischen Natur und Humaniät, im beherrschten Verhältnis, in der geretteten Nacht etwas ein, für das wir keine Namen haben und das weder Mensch noch Tier ist (p. 91). Es geht in diesem Buch also darum, die Umrisse einer neuen nicht mehr menschlichen und nicht mehr animalischen Kreatur zu zeichnen. Unsere anthropologische Maschine abzuschalten, bedeutet also die zentrale Leere auszustellen, den Hiat, der im Menschen den Menschen vom Tier trennt, bedeutet also, sich in dieser Leere aufs Spiel zu setzen: Aufhebung der Aufhebung, Shabbat sowohl des Tieres als auch des Menschen (p 100).
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alles Offen 10. Dezember 2010
Von J. Ervin
Format:Taschenbuch
Wann ist der Mensch ein Mensch und was unterscheidet ihn vom Tier?
Diese Fragestellung ist keineswegs neu aber immer (noch) interessant. Da bereits gezogene Grenzen die Tendenz haben mit jeder neuen Forschung wieder zu verschwimmen.
Agamben geht aus von einem Bild in einem Talmud des 13.Jahrhundert, das die Glückseeligkeit nach dem Armaggedon darstellen soll. Die Wesen, die an dieser göttlichen Welt teilhaben sind offensichtlich Tiere, die aber menschlich gewandet sind und sich menschlich gebären.
So spannt sich sein Bogen von Heideggers "Langeweile" über Bataille bis zu Benjamin um den Unterschied von "Benommenheit" und "Enthemmung" zu skizzieren. Mehr ist es aber auch nicht, als eine Skizze. Denn auch und gerade für den Philosophen (neudeutsch: Vielosoffen?) ist eine Abgrenzung nicht so einfach möglich. Für einen Geistesakkrobaten wie Heidegger schier unmöglich. Zumindest scheint es unmöglich, es auf knapp 100 Seiten zu formulieren. Ein Wagnis, dass Agamben auf sich nimmt. Und konsequent daran scheitert. Einblicke ja, Ideen sicherlich, aber eine Lösung kann er (natürlich) nicht bieten.

Fazit: Auf Grund er vielen Zitate wohl nur etwas für Leser mit philosophischer Vorbildung.
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