Nostradamus- ein Name, der immer dann gerne genannt wird, wenn es um das mystische und übernatürliche geht, wenn man von Prophezeiungen spricht und ob es möglich ist, die Zukunft verläßlich vorauszusagen. So ist schon vieles über diese Figur geschrieben und verfaßt worden und das einzige, was alle Texte gemeinsam hatte, ist die Tatsache, daß jeder der Autoren eine völlig neue und natürlich andere Interpretation lieferte. So bietet auch Ray Nolans Buch eine neue Perspektive - keine schlechte aber, wie ich meine. Positiv fällt gleich zu Anfang auf, daß Nolan einer der wenigen Nostradamus-Autoren ist, die auch die Originalverse (sog. Centurien) gemeinsam mit deren Übersetzung im Anhang veröffentlicht. Dadurch fühlt man sich als Leser nicht nur weniger abhängig von der Interpretation des Autors, man bekommt auch die Chance, das durch Nolan gewonnene Wissen direkt „am Objekt" auszuprobieren. Der Autor vertritt nämlich die These, daß Nostradamus keineswegs alle seine Verse wörtlich interpretiert haben wollte, sondern vielmehr mittels eines altertümlichen Zahlencodes Botschaften innerhalb des Textes verschlüsselte (ähnlich wie beim jüngst veröffentlichten Bibel-Code). So macht es Spaß den Interpretationen mit all ihren Höhen und Tiefen (ja, Nolan gesteht auch frühere Fehler ein) zu folgen. Ob Nolan aber mit seiner Theorie recht behält, das kann natürlich wieder nur die Zukunft zeigen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)