Wie ihr sicher schon bemerkt haben werdet, finde ich beim cbj-Verlag für mich und meine Tochter immer wieder interessante Bücher. So möchte ich euch heute ein weiteres Buch aus dem Verlag vorstellen, welches wir beide mit großem Interesse, Spannung und bester Unterhaltung gelesen haben:
Die Autorin:
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Theresa Breslin wurde in Kirkintilloch geboren und ist eine schottische Schriftstellerin. Viele ihrer Romane richten sich an jugendliche Leser.
Breslin begann mit dem Schreiben während sie mehrere Jahre als Bibliothekarin arbeitete. Sie veröffentlichte 25 Bücher, fünf davon als Hörbuch, bevor sie sich ganz aufs Schreiben konzentrierte.
Ihr Roman Whispers in the Graveyard, der von einem unter Legasthenie leidenden Jungen handelt, wurde 1994 mit der Carnegie Medal ausgezeichnet.
Das Medici Siegel ist Breslins letzter Roman aus dem August des Jahres 2006, für den ihre Forschung umfangreich war. Sie unternahm Ausflüge, um Leonardo da Vincis bekannteste Werke, darunter Mona Lisa und Das letzte Abendmahl, zu studieren.
Theresa Breslin lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern bei Glasgow.
* Fidler Award 1987
* Carnegie Medal 1994 für Whispers in the Graveyard
* The Children's Book Award
* The Children's Book Of The Year Award
Quelle: amazon.de
Inhalt und Gliederung:
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Das Buch beschäftigt sich in 4 Teilen mit insgesamt 72 Kapiteln mit Nostradamus und seine mysteriösen Prophezeiung. Es geht um das Massaker in Bartholomäusnacht. Diese wurde von Nostradamus der Katharina von Medici vorausgesagt. Verrat und Verschwörung machen die Handlung absolut spannend bis zum Ende. Nostradamus ist sehr krank, kann aber Melisande noch seine Weissagung preisgeben. Im Sommer 1572 geht sie nach Paris und es kündigt sich tatsächlich das vorausgesagte Massaker an.
Wir steigen im Frühjahr 1566 in die Handlung ein und befinden uns in Südfrankreich.
Weiterhin geht es um eine Botschaft, die er für die Tochter des Troubadours hat. Melisande ist 13 Jahre und soll angeblich dem König das Leben retten.
Melisandes Gegner ist de Ferignay, der Comte, der dies verhindern möchte und alles dafür tut ...
Die Gestaltung:
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Ich finde die Gestaltung in diesem handlichen Taschenbuch sehr ansprechend. Im Buch enthalten sind zahlreiche Kleinigkeiten, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.
So findet man im hinteren Bereich doppelseitig zwei interessante Abbildungen zu Nostradamus und dem St. Bartholomäus Tag. Am Beginn des Buches ist eine Karte zu sehen, die die Orte aufzeigt, wo man sich als Leser während des Buches befinden wird.
ACHTUNG:
Es ist eine fiktive Geschichte, die aber auf historisch belegten Ereignissen beruht, die in die fiktive Handlung eingebunden sind. Die Weissagungen, von denen man weiß hat die Autorin mit weiteren fiktiven verbunden. Melisande und Melchiors Schicksal ist fiktiv.
Zur Mordnacht von Paris im Jahr 1572 gibt es zu sagen, dass diese wirklich stattfand und auch zum angegebenen Zeitpunkt. Das Haus von Nostradamus befindet sich in Salon in der Provence, dieses kann man noch immer besichtigen !!!
Die Weltgeschichte weiß von 5 Heimsuchungen, ob man diesen Glauben schenkt, so sagt die Autorin in ihren Anmerkungen, ist jedem selbst überlassen. Nostradamus war ein Hellseher.
Sehr interessant finde ich, dass die Autorin am Schluss ihrer Anmerkungen sagt, dass sie findet, dass unser heutiger Umgang mit den Schätzen der Erde in die Katastrophe führen wird. Vielleicht ist es die menschliche Rasse, die bei einer sechsten Heimsuchung vernichtet wird. Die Warnung ist da, verborgen hinter den Aufrechten Steinen, so wie es im Nostradamus-Rätsel beschrieben wird." (Quelle: Buch)
Meine Meinung zum Buch:
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Theresa Breslin hat eine unnachahmliche für das Genre passende Schreibweise und die Übersetzerin Petra Koob-Pawis schafft es perfekt, dies auch im Deutschen rüberzubringen.
Meine Tochter und ich haben es sehr genossen, dieses Buch zu lesen, welches eigentlich für Jugendlich geschrieben ist, aber unbedingt auch Erwachsene faszinieren und nicht unterfordern sollte.
Die Autorin schreibt teilweise poetisch und unbedingt spannungsgeladen. Sie baut von Beginn auf einen Spannungsbogen auf und wickelte die fiktive Geschichte perfekt in die historisch belegbaren Details ein. Die Geschichte um zwei Menschen, die gegen ihre Gegner kämpfen und sich behaupten müssen ist sehr schön um die historische Handlung drapiert und überhaupt nicht kitschig, im Gegenteil, sie passt sich prima an.
Durch zahlreiche Verwendung der wörtlichen Rede und passender bildhafter Adjektive wird man als Leser schnell in die Handlung involviert und kann sich den Charakteren nähern - egal ob gut oder böse. Gut und Böse wird sehr schön gegenübergestellt und herauskristallisiert und die Wandlungen der Charaktere innerhalb der Handlung von Anfang bis Ende kann der Leser super gut nachvollziehen.
Die gesamte Handlung - fiktiv und historisch - ist mit einem roten Faden durch das Buch gezogen und absolut durchdacht und nachvollziehbar. Das Buch ist im Gesamten gesehen qualitativ hochwertig, inhaltlich durchdacht und eindrucksvoll fantastisch geschrieben. Die Handlung ist sehr dicht und temporeich, sodass man nicht an einer einzigen Stelle über Spannungsverlust klagen könnte.
Der Aufbau ist so gestaltet, dass man in die Handlung einsteigt und gleich nach Südfrankreich getragen wird. Man lernt die wichtigsten Charaktere kennen und fühlt mit ihnen. Die Autorin schreibt sehr realistisch und detailliert, bringt aber auf den Punkt, wenn es notwendig ist, sie schafft also einen perfekten Spagat zischen Ausschweifungen und kurzen knackigen Sätzen, die abwechseln und mir besonders gut von der Schreibweise und Art des Schreibens gefallen haben.