Nungut, Collin Forbes scheint mittlerweile ein sehr älterer Herr zu sein und man muss es begrüßen, wenn er noch in der Lage ist, Romane zu schreiben, während andere in seinem stolzen Alter entweder bereits unter der Erde liegen oder vor sich hin vegetieren.
Es ändert aber nichts daran, dass die hier so negativen Rezensionen vollständig zutreffen: ein vollkommen unglaubwürdiger Plott, inhaltlich grausame Lücken, sprachlich und stilistisch eine Vergewaltigung der deutschen Sprache. Es wird ermordet, erwürgt, erschlagen, erschossen und Leichen säumen den Weg der eigentlich ja sogar etwas sympathischen Protagonisten - aber Kriminalistik? Fehlt. Phrasen der Sorte 'Dann kannst du dir die Radieschen von unten ansehen' beschreiben leider sehr anschaulich das Gesamtniveau dieses Thrillers und sind leider auf nahezu jeder Seite zu finden. Tatsächlich ist das in Gesamtbetrachtung schon fast skuril und erschütternderweise witzig, denn es ist doch ein wenig zu realitätsfremd, wenn ein Geheimdienstmitarbeiter eine Bar betritt, in der zufällig just im Moment ein Araber mit Kopfbedeckung sitzt und ihn wortlos niederknüppelt, denn - es war ja ohne Zweifel die Taliban.
Vielleicht ist Colin Forbes der Bezug zur Realität doch inzwischen abhanden gekommen, manche Seniorenheime bieten sicherlich tolle Freizeitaktivitäten an, so dass Herr Forbes nicht unbedingt weiter uns mit solch an den Haaren herbeigezogenen Geschichten malträtieren muss? Vielleicht gefällt ihm ja ein Töpferkurs? Oder Häkeln, soll ja auch recht schön sein. Und im Zweifelsfalls kann man auch noch vor der Glotze vegetieren, denn dort schummelt sich hin und wieder auch ein wenig Realität mit ein.